Zahl der Firmengründungen bricht dramatisch ein

Veröffentlicht: 12.02.2025
imgAktualisierung: 12.02.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.02.2025
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Kind mit Anzug im Karton, Rakete auf dem Rücken
Yaruta / Depositphotos.com
Hierzulande werden immer weniger Unternehmen gegründet. Eines der größten Hindernisse ist die Bürokratie.


In Deutschland nimmt die Zahl der Unternehmensgründungen seit Mitte der 1990er-Jahre stark ab, wie eine Studie des ZEW Mannheim zeigt. Während 1995 noch rund 240.000 neue Firmen entstanden, waren es 2023 nur noch 161.000 – ein Rückgang um über ein Drittel. Obwohl die Neugründungen im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent stiegen, betrifft dieser Anstieg vor allem die Gastronomie, während die Industrie weiterhin rückläufig ist.

Insbesondere Branchen wie Maschinenbau, Chemie oder Elektrotechnik verzeichnen starke Einbußen: Seit 2002 hat sich die Zahl der Neugründungen dort von 1.400 auf 625 mehr als halbiert. Weniger forschungsintensive Bereiche wie die Lebensmittel- oder Textilbranche verzeichnen mit einem Minus von 27 Prozent ebenfalls einen deutlichen Rückgang. „Weniger Neugründungen bedeuten weniger Wettbewerb, weniger Investitionen und weniger gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft“, warnt ZEW-Professorin Hanna Hottenrott vor den Folgen dieses Trends.

Bürokratie bremst Gründungen aus

Ein wesentlicher Faktor für die schwindende Gründungsdynamik ist die hohe bürokratische Belastung: Laut einer ZEW-Umfrage verbringen junge Unternehmen durchschnittlich neun Stunden pro Woche mit administrativen Aufgaben. Weitere Hemmnisse sind der Fachkräftemangel und hohe Energiekosten. Daher sei es laut den Experten essenziell, dass die Politik die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen verbessert, um den Wettbewerb und die Innovationskraft zu stärken.

Um für eine Wirtschaftswende zu sorgen, haben sich Ende Januar beim Wirtschaftswarntag über 140 Unternehmen und Verbände zusammengetan, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich in Deutschland etwas ändern muss. Auch Händlerbund-CEO Tim Arlt fordert: Weniger Bürokratie, mehr Unternehmergeist!

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.02.2025
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5 Kommentare
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ralf
13.02.2025

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Ja, wenn man sich so überlegt, wie viele Erfolgsgeschichten wir aufweisen können, verwundert es nicht. Mir fällt da SAP ein. Dann war es dass schon. Zalando ist zwar auch eine Erfolgsgeschichte, aber man muss bedenken, dass Zalando von mehreren Multimillionären gegründet worden ist, sprich die waren schon erfolgreich, bevor sie auch nur einen Euro umgesetzt haben. Bürokratie und zu Hohe Unternehmesteuern verhindern dies. Die Steuerlast frisst jede weitere Investition auf, gerade bei kleinen Unternehmen. Wenn nicht schon gleich in ersten 3 Jahren Millionen scheffelt, wird dann auch nix mehr draus. Nun ist zusätzlich noch mehr Bürokratieausfwand gekommen, was Unternehmengründungenschon teilweise gar nicht mehr möglich macht, da die Kosten für eine Gründung immer steigen und man immer mehr Startkapital benötigt, was eine Gründung bald nur noch für Reiche möglich macht.
Karl Ranseier
13.02.2025

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Man kann ja jedem nur noch davon abraten, sich selbstständig zu machen. Entweder, man hat eine Idee, die einen in drei Jahren zu 20 Mio Umsatz bringt, oder es lohnt sich kaum. Und wenn man so eine Idee hat, warum dann nicht nach Amerika gehen, aus den 20 Mio werden 50 Mio und es bleibt nach Steuern sogar wirklich etwas übrig. Hier bleibt einem ja nur noch die Verbeamtung, wenn man vernünftig über die Runden kommen will.
TT
13.02.2025

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Es ist schon die Bürokratie und die unzähligen Auflagen für Registrierung, regelmäßigen Meldungen. Und die Unverhältnismäßigkeit. Bin gestern kopfschüttelnd da gestanden diesem Schwachsinn. Hatte in 2024 eine Mitarbeiterin in Kurzarbeit für drei Monate. Es ging um ca 300€, die ich final dann vom Arbeitsamt bekommen habe. Der zeitliche Aufwand für die Anmeldung, das hätte ich lieber gelassen. Nun gestern die Aufforderung noch eine Vielzahl Dokumente nachzureichen. Das kostet mir wieder STunden das zusammenzustellen. Und dem Staatsdiener auch sein Zeit. Ich hab dann gefragt, was passiert, wenn ich das nicht nachliefere. Er meinte, dann muss wohl das Geld zurückgezahlt werden. Worauf ich dann sagt, dass mir das ggf. weniger kostet, als der zeitliche Aufwand. Leute, wegen 300€ ein bürokratischer Aufwand von > 10 Std. Nie wieder werde ich in Deutschland Unternehmer werden wollen.
cf
13.02.2025

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Wenn es nur die Anmeldung einer GmbH wäre - Registrierung Transparenzregister, Registrierung Verpackungsregister, usw. Mit 3 Monaten ist man echt schnell... Wer mal lachen möchte, der findet auf der Seite der EU folgende Anforderungen zur Unternehmensgründung - ich glaube es trifft da keiner der Punkte in Deutschland zu: Zitat: "Die Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land. Die EU bestärkt ihre Mitgliedsländer jedoch darin, bestimmte Ziele anzustreben: - Unternehmensgründung nach Möglichkeit binnen drei Arbeitstagen - Kosten: nicht mehr als 100 Euro - Abwicklung aller Verwaltungsschritte über eine einzige Behörde - Erledigung aller Eintragungsformalitäten online Quelle: https://europa.eu/youreurope/business/running-business/start-ups/starting-business/index_de.htm Wenn man die Anzahl der Unternehmensgründungen als Kurve über eine Kurve der neuen gesetzlichen Anforderungen legt, dann erkennt man auch warum keiner mehr gründen will - ich würde es mittlerweile auch nicht mehr machen...
Frank2
12.02.2025

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Nicht nur die Bürokratie an sich ist das Problem, auch die Bearbeitungszeit, eine GmbH Gründung ca. 3 Monate bis man alles bis zur USt ID usammen hat... Eine e.k. ca. 6 Wochen...