Wirtschaftswachstum: Deutschland ist Schlusslicht

Veröffentlicht: 10.02.2025
imgAktualisierung: 10.02.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.02.2025
img 10.02.2025
ca. 2 Min.
Deutschlandkarte und Fahne, Balkendiagramm und Euro-Banknoten
JaviGhersi / Depositphotos.com
Für die nächsten Jahre zeichnen Ökonom:innen ein düsteres Bild: Die deutsche Wirtschaft bleibt hinter den anderen Industrieländern zurück.


Die Aussichten für die hiesige Wirtschaft bleiben trüb: Wirtschaftsexpert:innen rechnen für dieses Jahr nur mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Das sei im Vergleich zu den anderen Industrieländern der niedrigste Wert, bescheinigt die aktuelle Umfrage Economic Experts Survey des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik.

Im weltweiten Vergleich soll das Wachstum durchschnittlich bei 2,9 Prozent liegen – etwas mehr als im vergangenen Jahr, für das die Expert:innen ein Wachstum von 2,6 Prozent vorausgesagt hatten. Hohe Wachstumsraten werden für 2025 in Afrika mit 3,9 Prozent sowie in Asien mit 3,8 Prozent erwartet. In Nordamerika wird mit 2,4 Prozent gerechnet. Der Wert für Europa fällt auch hier mit 2,1 Prozent vergleichsweise niedrig aus.

Politische Maßnahmen drängen

Der deutschen Wirtschaft soll es den Prognosen der Expert:innen zufolge in den nächsten Jahren etwas besser gehen. Doch mit voraussichtlich einem Prozent im Jahr 2026 und 1,3 Prozent für 2028 bleibe die Wachstumrate deutlich unter dem Durchschnitt der Erwartungen für andere Industrieländer, heißt es in einer Mitteilung des ifo-Instituts. Weltweit soll die Wachstumsrate 2026 bei 3,2 Prozent liegen.

Die derzeitige wirtschaftliche Situation belastet hiesige Unternehmen bereits massiv. Zuletzt mahnte die Wirtschaftsbranche in einer großangelegten Aktion die nächste Bundesregierung zu umfassenden Reformen. Entsprechende Maßnahmen fordern auch die Fachleute: „Deutschland braucht dringend eine andere Wirtschaftspolitik, die das Wachstum wieder ankurbelt“, mahnt ifo-Forscher Niklas Potrafke. „Im internationalen Standortwettbewerb hat Deutschland massiv an Attraktivität verloren. Die neue Regierung sollte dies mit marktorientierten Reformen adressieren.“  

Enge europäische Zusammenarbeit 

Derzeit belasten neben der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit vor allem hohe Steuern, Bürokratie, die mangelnde Investitionsbereitschaft sowie der Fachkräftemangel die hiesigen Unternehmen.  Auf globaler Ebene haben vor allem geopolitische Konflikte, der Protektionismus – beispielsweise durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump – oder eine starke Position von China bei Schlüsseltechnologien Einfluss auf die hiesige Wirtschaftsentwicklung. Auf diese Herausforderungen in der Außenwirtschaft müsse die neue Bundesregierung mit einem konsequent europäischen Denken reagieren und Maßnahmen durchsetzen, die den Binnenmarkt stärken, fordert das Institut für Weltwirtschaft, IfW Kiel. „Gemeinsam hat die EU eine starke Marktmacht, die eingesetzt werden kann, um handelsbeschränkenden Maßnahmen entgegenzuwirken und einen fairen internationalen Wettbewerb zu ermöglichen“, so Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel. Nur ein starker EU-Binnenmarkt könne Augenhöhe mit den USA und China schaffen. In der Handelspolitik sollten neue Partnerschaften, etwa mit afrikanischen Ländern, vorangetrieben werden.

Ebenfalls für eine europäische Zusammenarbeit spricht sich das Wirtschaftsinstitut in Fragen der Klimapolitik aus, denn mit internationalen Abkommen und Handelsbeziehungen könne ein größerer Einfluss auf die weltweiten Emissionen genommen werden. Hierzulande gelte es, unnötige Regulierung zu vermeiden, die einen effizienten Klimaschutz behindern könnten und nicht in Einklang mit marktwirtschaftlichen Prinzipien stehen.

In Deutschland sollten der Bürokratieabbau und steuerliche Vereinfachungen vorangetrieben werden, die Investitionen für in- und ausländische Risikoinvestoren attraktiver machen könnten. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 10.02.2025
img Letzte Aktualisierung: 10.02.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
3 Kommentare
Kommentar schreiben

Günther Nasenberg
15.02.2025

Antworten

Wie kommen all die "Experten" immer auf die Idee, dass Wachstum gut ist? Wachstum ist vor allem Ressourcenverbrauch. Wir verbrauchen bekanntlich schon jetzt im ersten Halbjahr mehr als im ganzen Jahr natürlich nachwachsen kann; die Erde ist begrenzt und die Menschheit vermehr sich (wächst!) rasant. Mehr Wachstum bedeutet noch mehr Ressourcenverbrauch, mehr Klimawandel, weniger trinkbares Wasser, Nahrung und bewohnbare Landstriche, Stürme, Feuer, Überschwemmung. Rendite nützt doch niemandem, wenn man kurz danach verhungert, verdurstet oder in Kriegen um die letzten bewohnbaren Landstriche umkommt!
Armin Rohde
11.02.2025

Antworten

Voraussichtlich werden wir eine schwarz-rote Regierung bekommen und das verheißt nichts gutes. Es wird dann vor allem ein "weiter so", dafür wird die SPD sorgen.
K.I
11.02.2025

Antworten

Meinung: Daran wird auch die nächste Bundesregierung nichts ändern! Egal wie diese zusammengestellt sein wird! Uns ist kein ehelicher Politiker bekannt der auch die Intelligenz hat Deutschland aus dem Keller zu führen. Es wird wieder eine 3er Koalition und jede Partei bekommt ein bisschen aus ihren Vorstellungen. Immer nur so viel das nichts Halbes und nichts Ganzes dabei raus kommt! Alles wird dann mit einem großen BLABLABLA als tollen Schritt in die richtige Richtung angepriesen und alle klopfen sich auf die Schultern! Wir sind auf keinen Fall zuversichtlich, das diese total überbezahlten "Volksvertreter", Deutschland aus dieser hausgemachten Krise bringen werden / können!