Wirtschaftskrise in Deutschland? So viele Insolvenzen wie seit 2005 nicht mehr

Veröffentlicht: 12.01.2026
imgAktualisierung: 12.01.2026
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.01.2026
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Mann zeigt umgekrempelte Hosentasche
eranicle / Depositphotos.com
2025 gab es so viele Insolvenzen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Betroffen sind auch große Unternehmen.


Die Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft zeichnen sich auch in den Zahlen der zahlungsunfähigen Firmen ab. Im letzten Jahr gab es so viele Insolvenzen wie zuletzt vor 20 Jahren, wie der Spiegel mit Verweis auf das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldete

Mehr Insolvenzen als während der Finanzkrise

2025 lag die Zahl der Insolvenzen für Personen- und Kapitalgesellschaften bei 17.604. Sogar während der Finanzkrise im Jahr 2009 lag die Zahl 5 Prozent niedriger. Besonders schlimm sah es im Dezember aus. Hier lagen die Insolvenzen mit 1.519 Fällen ganze 75 Prozent über dem Niveau eines durchschnittlichen Dezembers der Jahre 2016–2019, also vor der Corona-Pandemie.

Mit einem Nachholeffekt der Corona-Pandemie sind diese hohen Zahlen nicht mehr zu begründen, so Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Vielmehr spiegeln sie die immer deutlicheren gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen wider. Allerdings stellen Insolvenzen auch eine notwendige Marktbereinigung dar, um Platz für neue Unternehmen zu schaffen. 

Besonders betroffen war das Hotel- und Gastgewerbe. Durch den Zinsanstieg Ende 2022 waren die Bau- und die Projektentwicklerbranche allerdings ebenfalls stark betroffen. 

Auch große Unternehmen melden Insolvenz an

Auch die Zahl der Großinsolvenzen ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro meldeten im letzten Jahr Insolvenz an. Das sind rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere Metallwarenhersteller, Automobilzulieferer, Elektrotechnikunternehmen und der Innenausbau waren betroffen. Seit 2021 haben sich die Großinsolvenzen damit fast verdreifacht. 

„Die deutsche Wirtschaft ringt nicht mehr nur mit Kopfschmerzen – sie hat Fieber bekommen“, so Jonas Eckert, Partner der Transformationsberatung Falkensteg. Auch für das Jahr 2026 ist nach Ansicht der Experten keine Trendwende in Sicht. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.01.2026
img Letzte Aktualisierung: 12.01.2026
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Frank2
13.01.2026

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Sorry aber die Zahlen sind absoluter Quatsch, schauen Sie bitte in die Statistik vom Statistischen Bundesamt. 2010/2011 gab es über 30000 Firmeninsolvenzen.
Redaktion
14.01.2026
Hallo Frank, bei den Zahlen des IWH handelt es sich um die Zahlen für Personen- und Kapitalgesellschaften. Wir haben das noch einmal im Artikel verdeutlicht. Viele Grüße die Redaktion
TS
13.01.2026

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„Eine notwendige Marktbereinigung“ ist das schon lange nicht mehr. Eher eine gezielte, gewollte Marktbereinigung. Ich kenne kaum einen Unternehmer, dem die Arbeit mit all den Gesetzen und Pflichten noch Spaß macht. Und bei den Zahlen fehlen die kleinen Selbstständigen/ Einzelunternehmer.
cf
13.01.2026

Antworten

Es könnte helfen, wenn wir eine neue Pflicht für Unternehmen einführen, dass sie sich in jedem EU-Land registrieren und einen Beauftragten pro Land bestellen müssen (wie bei der Verpackungsverordnung) und der muss jährlich rund 400 Kennzahlen in einem Jahresbericht veröffentlichen und allen Stellen mitteilen (wie bei der CSRD) und auf jedem Produkt muss ein Barcode angebracht werden (wie bei dem digitalen Produktpass) über welchen in allen Landessprachen der EU der aktuelle Mitarbeiterzufriedenheitsindex und eine prozentuale Wahrscheinlichkeit der Insolvenz im laufenden Jahr angegeben werden muss. Wenn wir doch etwas mehr dokumentieren würden - dann würde es nicht so viele Insolvenzen geben...