Wettbewerbsverzerrung: Google muss Idealo 465 Millionen Euro zahlen

Veröffentlicht: 14.11.2025
imgAktualisierung: 14.11.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
14.11.2025
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Idealo-Webseite unter der Lupe
postmodernstudio / Depositphotos.com
Idealo verklagte Google auf 3,3 Milliarden Euro Schadenersatz. Das LG Berlin hat nun entschieden. Die Summe fällt deutlich geringer aus.


Das Preisvergleichsportal Idealo hat vor dem Landgericht Berlin eine Klage gegen Google eingereicht und eine Entschädigung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro gefordert. Der Vorwurf: Google habe seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschine ausgenutzt, um den eigenen Preisvergleichsdienst Google Shopping gegenüber Wettbewerbern wie Idealo zu bevorzugen.

Das Landgericht Berlin hat nun zugunsten von Idealo entschieden (Aktenzeichen 16 O 195/19 Kart (2)), die Entschädigung fällt allerdings deutlich geringer aus: Google muss wegen Kartellverstößen rund 465 Millionen Euro Schadensersatz zahlen, berichtet der Spiegel.

Vorwürfe seit 2017

Der Konflikt zwischen Google und Idealo, einer Tochter des Medienkonzerns Axel Springer, hat sich in den letzten Jahren zugespitzt. Laut Idealo habe das Verhalten von Google zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen geführt, da durch die Bevorzugung von Google Shopping die Sichtbarkeit anderer Anbieter in den Suchergebnissen deutlich eingeschränkt worden sei. Dies habe nicht nur Idealo, sondern auch andere Wettbewerber und letztlich die Verbraucher geschädigt, indem faire Marktbedingungen untergraben worden seien.

Die Klage von Idealo erstreckt sich über den Zeitraum von 2008 bis 2023 und basiert auf Vorwürfen, die bereits 2017 von der EU-Kommission thematisiert wurden. Damals verhängte die Kommission eine Kartellstrafe in Höhe von 2,4 Milliarden Euro gegen Google, da das Unternehmen seine marktbeherrschende Position missbraucht habe. Diese Strafe wurde im Jahr 2024 vom Europäischen Gerichtshof bestätigt. Google betont jedoch, seitdem umfangreiche Anpassungen vorgenommen zu haben, um den Wettbewerb zu fördern. Idealo sieht dies anders und hält die Maßnahmen des Tech-Giganten für unzureichend, so das Handelsblatt.

Das Landgericht Berlin hatte zuvor bereits signalisiert, dass die geforderte Schadenssumme von 3,3 Milliarden Euro möglicherweise nicht in voller Höhe zugesprochen wird.

Fairer Wettbewerb?

Der Fall verdeutlicht einmal mehr die Spannungen zwischen großen Tech-Unternehmen und kleineren Marktteilnehmern, die auf faire Wettbewerbsbedingungen angewiesen sind. Während Google seine Bemühungen zur Einhaltung der EU-Vorschriften hervorhebt, bleibt die Frage offen, ob diese ausreichen, um das Vertrauen der Wettbewerber und Regulierungsbehörden zurückzugewinnen.

Veröffentlicht: 14.11.2025
img Letzte Aktualisierung: 14.11.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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