Unfairer Wettbewerb durch Temu & Shein gefährdet Mittelstand

Veröffentlicht: 10.02.2026
imgAktualisierung: 10.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.02.2026
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Temu, Shein, Aliexpress - Apps auf dem Smartphone
dimarik / Depositphotos.com
Chinesische Händler wie Temu gefährden mit unfairen Praktiken den Wettbewerb. Gleichzeitig bereiten neue EU-Regeln dem Mittelstand Sorgen.


Die Situation im deutschen Handel bleibt angespannt, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) betont. In einem Appell an den Bundeskanzler fordert er eine umfassende Unterstützung, um die Branche aus der Krise zu führen. Besonders besorgt zeigt er sich über die wachsende Dominanz chinesischer Online-Plattformen wie Temu und Shein.

Diese Plattformen würden den Markt mit günstigen Produkten überfluten, die oft nicht den europäischen Standards entsprechen. Der Verband kritisiert, dass solche Anbieter unfairen Wettbewerb fördern und fordert daher von der Politik, Maßnahmen zu ergreifen. Als mögliche Maßnahme wird sogar ein Importstopp problematischer Produkte ins Gespräch gebracht, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bürokratie als zusätzliche Belastung

Neben dem ungleichen Wettbewerb durch internationale Anbieter sieht der HDE auch in neuen EU-Regelungen eine Gefahr für den Mittelstand. Die Entgelttransparenzrichtlinie und die Entwaldungsverordnung stellen nach Ansicht des Verbands erhebliche bürokratische Hürden dar. Die geplanten Vorgaben könnten insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen massiv belasten.

Ein weiteres Problem sei das geplante Verbot irreführender Nachhaltigkeitswerbung. Ohne angemessene Übergangsfristen befürchtet der Verband, dass Millionen Produkte entsorgt werden müssen, was nicht nur kostenintensiv, sondern auch wenig nachhaltig wäre. Gefordert werden daher schnelle und vor allem rechtssichere Lösungen, um den Schaden für Unternehmen und die Umwelt zu minimieren.

Forderung nach politischem Handeln

Der HDE appelliert deutlich an die Politik, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig unnötige bürokratische Belastungen zu vermeiden. Nur so könne der deutsche Einzelhandel langfristig gestärkt und vor weiterem Schaden bewahrt werden. Zumindest bezüglich der Billigplattformen ist zumindest bereits Bewegung abzusehen: Am 1. Juli 2026 soll die Pauschalgebühr von drei Euro pro Paket aus dem EU-Ausland kommen.

Veröffentlicht: 10.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 10.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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5 Kommentare
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Robert Flachenaecker
11.02.2026

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Während Temu und Shein millionenfach Sondermüll in die EU versenden, dürfen sich europäische Versandhändler mit solchen Formalien wie "Verpackungs-Zertifizierung" in 27 EU-Ländern, Widerrufsbuttons (die keiner braucht) und Gewährleistungslabel (siehe zuvor) herumschlagen. Kein Wunder, dass wir da abkacken.. Muss man nicht verstehen - ich tu´s jedenfalls nicht...
Dietmar
11.02.2026

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Die Frage müsste doch eigentlich sein: Warum bekommen wir es in Deutschland / Europa nicht hin, eine Plattform wie Alibaba auf die Beine zu stellen, über die Kunden in aller Welt deutsche / europäische Produkte direkt und unkompliziert bestellen können? Alibaba, Temu und Shein sind einfach gut! Sie sind attraktiv, innovativ und clever und geben dem Kunden - egal ob dem Kleinunternehmer, der über Alibaba seine Waren zum Weiterverkauf ordert, oder dem Endkunden, der dort das findet was er in Deutschland eben nicht oder zu einem viel höheren Preis findet - das bietet was er sucht. Unkompliziert, direkt, und clever. Es gab mal eine Plattform "WLW" (Wer liefert was), die hätte eine Grundlage sein können. Ist aber so langweilig wie ein Faxgerät im Vergleich zu einem Tablet-PC.
Sandra
13.02.2026
Hm, lassen Sie mich mal überlegen, warum DE/EU das so einfach nicht hinbekommt. Könnte ja möglicherweise daran liegen, dass wir völlig irrsinnig und übertrieben reglementiert sind, was TEMU /SHEIN & Co. NICHT sind. Evtl. liegt es auch daran, dass dt. Händler nicht versandtechnisch subventioniert werden oder vielleicht auch eine Produktsicherheit einhalten müssen jetzt, die so irrational zum Teil ist, dass die Chinesen sich einfach nur noch totlachen. "viel günstiger" - Sind Sie Händler? Ich glaube nicht. Natürlich sind europäische und deutsche Händler teurer - in der REgel macht ein Unternehmer das ja auch, um noch irgendwas zu verdienen und nicht rein für den Staat. Dann kann man doch gleich einen Job beim Zoll /RP/Jobcenter etc. annehmen. Dann hat man auf jeden Fall sein Geld. Aber der dt. Händler wird schlimmer ausgepresst als einen rottige Tomate am Boden und gleichzeitig so beworfen mit neuen Regeln, Verordnungen, Hinweispflichten, Meldepflichten, "Abgaben" und, und, und. Natürlich ist JEDER ausländischer Händler im absoluten Vorteil uns deutschen Händlern gegenüber und man kann entweder kapitulieren oder bis dahin zumindest weitermachen.
Tanja
11.02.2026

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Die 3 Euro Pauschalgebühr ist doch absolut lächerlich. Den Kunden hält sie nicht von der Bestellung ab, der Staat erzielt Mehreinnahmen, aber dem deutschen Händler nützt das null. Wer ist denn wieder auf so eine dämliche, praxisferne Idee gekommen.
Sandra
11.02.2026

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Wow! Ich bin begeistert, dass der HDE JETZT schon drauf kommt und möglicherweise evtl, unter Umständen, vielleicht was dagegen tun will. Wann? Spätestens dann wenn die dt. Wirtschaft komplett im Eimer ist? Der Zoll zieht ja auch aktuell am liebsten erstmal Auslandssendungen dt. Händler „aus dem Verkehr“ und erwartet soeine extreme Dokumentation von Produkten, die vorher überhaupt kein Problem waren, dass der dt. Händler das Handtuch wirft, die Ware zurückgeht und eben nicht mehr verkauft wird. Was macht der dt. Endkunde? Der kaufts dann halt im Rest der EU online oder direkt in USA/CN oder wo auch immer. Und raten Sie mal! Das geht problemlos durch den Zoll und der Endkunde ist happy 😊 Das Produkt ist nach dt. Auffassung immer noch „gefährlich“ weil evtl. keine dt Bedienungsanleitung dabei ist oder EU-Konformitätserklärung oder CE-Papiere oder Materialbeschaffenheit, Brandschutz oder oder oder! Aber egal! Der dt. Händler hat auf jeden Fall schon mal verloren 👍 und die Strafen, die er dann noch für „seine gefährlichen“ Produkte bezahlt, könnten ja für die Kontrollen der Mio Pakete von Temu & Co genutzt werden. Praktisch