Trotz der Konjunkturflaute ist der Umsatz des Einzelhandels im letzten Jahr so stark gestiegen wie seit der Coronapandemie nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein inflationsbereinigtes Plus von 2,4 Prozent erreicht, teilte das Statistische Bundesamt laut Tagesschau mit. Für diesen Zuwachs soll auch eine Umstrukturierung von Amazon mitverantwortlich sein.
Online-Handel steigt besonders stark
Besonders stark ist der Internet- und Versandhandel gestiegen. Hier konnte ein Umsatzplus von fast 11 Prozent verzeichnet werden. Auch der Handel mit Kosmetik- und Gesundheitsprodukten, inklusive des Umsatzes von Apotheken, wuchs mit 3,4 Prozent überdurchschnittlich an.
Gesunken ist der Umsatz der Textil- und Bekleidungsbranche, dieser ging um rund ein Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
Amazon soll für Sondereffekt sorgen
Das Ergebnis soll allerdings ein verzerrtes Bild zeigen, da eine Umstrukturierung eines „größeren Unternehmens im Internet- und Versandhandel“ dafür sorgte, dass Umsätze nachträglich in Deutschland erfasst wurden. Branchenkenner gehen davon aus, dass es sich bei dem Unternehmen um Amazon handelt.
Weihnachtsgeschäft dennoch enttäuschend
Zum Jahresende sank der Umsatz allerdings unter das Vorjahresniveau. Gerade das Weihnachtsgeschäft war für viele Händler:innen eine Enttäuschung. Inflationsbereinigt lag der Umsatz im November 1,8 Prozent unter dem Vorjahr. Die letzten beiden Monate machen regelmäßig rund ein Fünftel des Jahresumsatzes aus.
„Es fehlt an Dynamik, der Umsatz tritt seit mehr als einem halben Jahr auf der Stelle“, so Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. „Wegen Arbeitsplatzsorgen und politischer Unsicherheit wird Geld lieber gespart.“ Diese Entwicklung könnte sich auch in diesem Jahr weiter fortsetzen, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberger Institut für Marktforschung ermittelten.
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