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Trügerische Erholung: Immer mehr Großunternehmen melden Insolvenz an

Veröffentlicht: 27.08.2026
imgAktualisierung: 27.08.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.08.2026
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ca. 2 Min.
Stempel mit Insolvent-Aufdruck
filmfoto / Depositphotos.com
Die Zahl der Großinsolvenzen bleibt auf einem hohen Niveau. Die wirtschaftliche Lage zeigt sich weiterhin angespannt.


Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich auf: Zuletzt war der Ifo-Konjunkturindex überraschend gestiegen, die Wirtschaft wuchs mit 0,3 Prozent stärker als erwartet und führende Konjunkturforscher rechnen Capital.de zufolge damit, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um ein Prozent oder etwas mehr zulegen dürfte. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Wirtschaft nach Jahren der Stagnation endlich wieder auf einen Aufschwung zusteuert.

Ganz einfach wird das allerdings nicht, die Lage bleibt weiterhin angespannt. So zeigt aktuell der 5-nach-12-Insolvenzreport von FalkenSteg, dass die Zahl der Großinsolvenzen nach wie vor auf einem hohen Niveau bleibt. 105 Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz haben demnach im zweiten Quartal des Jahres Insolvenz angemeldet – ähnlich viele wie im Vorquartal (104) und knapp zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor (94). Zwar sei der sonst übliche Rebound der Insolvenzzahlen nach einem deutlichen Einbruch von 27,7 Prozent im ersten Quartal ausgeblieben, die Insolvenzzahlen liegen aber dennoch 40 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt von 75 Verfahren.

Insolvenzen treffen immer häufiger große Unternehmen

Während die Zahl der angemeldeten Insolvenzen auf einem Plateau verweilt, zeigt sich aber eine Verschiebung innerhalb dieser Zahlen hin zu größeren Unternehmen. Auf Unternehmen zwischen zehn und 19 Millionen Euro Umsatz entfällt mit 50 Fällen noch immer knapp die Hälfte aller Anträge, bei Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz stieg die Zahl der Insolvenzverfahren von sieben auf zwölf.

„Von Entspannung kann keine Rede sein, auch wenn die Stimmungsindikatoren für die Konjunktur nach oben drehen“, kommentiert Jonas Eckhardt, Partner bei FalkenSteg und Autor der Studie, die Zahlen. Entgegen der positiven Entwicklungen beim Ifo-Geschäftsklima tragen die Zahlen der angemeldeten Insolvenzen laut FalkenSteg „bislang keine echte Wende“.

Insolvenzwelle nähert sich ihrem Höhepunkt

Auch der gefeierte Auftragssprung von 3,1 Prozent sei ein verzerrtes Bild: Ohne Großaufträge liege die Entwicklung bei minus 0,5 Prozent. Die Industrieverbände hätten deshalb auch vor Fehldeutungen der Entwicklung gewarnt, der VDMA hatte einen vergleichbaren Sprung im Frühjahr als Sondereffekt gewertet. „Es gibt aktuell eine Divergenz zwischen aufhellender Erwartung und schwacher Realwirtschaft“, so Eckhardt. Ob die Realwirtschaft nachziehe, sei aktuell noch abzuwarten.

Immerhin: Die Insolvenzwelle scheint FalkenSteg zufolge ihren Höhepunkt bald erreicht zu haben. Zudem weist Prof. Dr. Harro Heilmann von der Hochschule Aachen im 5-nach-12-Insolvenzreport darauf hin, dass die Insolvenz ein Spätindikator sei, in dem sich große Krisen erst mit zwei bis drei Jahren Verzögerung bemerkbar machten. In der aktuellen Insolvenzwelle schlügen sich demnach die Coronakrise, deren Effekte durch das befristete Aussetzen der Insolvenzmeldepflicht verzögert wurden, der Ukrainekrieg und die Energiepreiskrise nieder.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 27.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 27.08.2026
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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