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Temu und Shein kosten deutschen Handel 2,5 Milliarden Euro Umsatz

Veröffentlicht: 23.04.2026
imgAktualisierung: 23.04.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.04.2026
img 23.04.2026
ca. 2 Min.
China-Shop-Apps
dimarik / Depositphotos.com
Temu und Shein entziehen dem deutschen Einzelhandel jährlich 2,5 Milliarden Euro – mit weitreichenden Folgen für Jobs und Steuereinnahmen.


Eine Analyse von IW Consult im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) beziffert erstmals konkret, was der Aufstieg der chinesischen Shoppingplattformen Temu und Shein für den deutschen Einzelhandel bedeutet. Das Ergebnis ist deutlich: Jährlich entgehen dem Handel demnach Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Euro – und der volkswirtschaftliche Gesamtschaden liegt noch höher.

Jeder verlorene Euro trifft die ganze Wirtschaft

Der tatsächliche Umsatzausfall für die Gesamtwirtschaft wird in der Analyse mit rund fünf Milliarden Euro angegeben – also dem Doppelten des direkten Handelsschadens. Hintergrund: Jeder Euro Umsatz im Einzelhandel löst laut IW-Ökonom Marco Trenz in der Gesamtwirtschaft rund zwei Euro aus, etwa durch Mieten, Energie, Logistik, Löhne und den daraus resultierenden Konsum.

Grundlage der Analyse ist eine repräsentative Online-Umfrage unter 4.000 Verbraucher:innen zwischen 16 und 69 Jahren, durchgeführt im Februar 2025. Demnach hätten 51 Prozent der Temu- und Shein-Nutzer:innen die dort gekauften Produkte zum gleichen Preis woanders erworben, wären die chinesischen Plattformen nicht verfügbar. Weitere 19 Prozent wären sogar bereit gewesen, mehr Geld auszugeben.

Über 40.000 Arbeitsplätze bereits weggefallen

Besonders gravierend sind laut der Studie die Jobverluste: Mehr als 40.000 Stellen seien in Deutschland bereits weggefallen – der Großteil davon im Einzelhandel, weitere in Vorleistungsbranchen. Trenz rechnet damit, dass die Umsätze der Plattformen weiter steigen und mittelfristig noch mehr Arbeitsplätze gefährdet sind.

Auch die öffentlichen Haushalte sind betroffen: Bund, Ländern und Kommunen entgehen der Analyse zufolge bis zu 420 Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr, weil Lohn-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer im deutschen Einzelhandel ausbleiben. Laut HDE haben Temu und Shein im Jahr 2025 täglich rund 460.000 Pakete nach Deutschland verschickt.

EU dreht an der Zollschraube

Auf regulatorischer Ebene reagiert die EU: Im Juli startet die Pauschalabgabe von drei Euro je Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro. Die Regelung ist als Übergangslösung geplant, bis eine digitale Plattform startet, über die alle EU-Importe ab dem ersten Euro zollpflichtig werden. Und ab November gilt eine neue Bearbeitungsgebühr für jedes aus Drittstaaten eingeführte Paket.

Plattformen wehren sich gegen Kritik

Temu erklärt dem Spiegel zufolge, traditionellen Unternehmen in Deutschland und Europa den Zugang zu einem globalen Kundenstamm zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu schaffen. Shein wiederum verweist darauf, dass mehr als 600 deutsche Unternehmen über die Plattform verkaufen und weist die Vorwürfe zurück: „Konkurrenten zum Sündenbock zu stempeln und mit denselben immer wiederkehrenden und haltlosen Vorwürfen fairen Wettbewerb zu konterkarieren, mag Schlagzeilen erzeugen“, so ein Unternehmenssprecher. Die Kritik sei jedoch kein Weg, deutschen Händlern zu helfen, wettbewerbsfähig zu sein.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 23.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Jeanette
24.04.2026

Antworten

Also ich sag es noch mal ganz offen. Dass ich bei Temu oder shein kaufe, das ist doch meine Sache als Kunde wenn ich das angeboten bekomme nehme ich das in diesem Fall von beiden sehr gerne an. Es meckert doch auch keiner mehr gegen eBay oder Amazon obwohl die auch dem Einzelhandel alles wegnehmen. Aber viel viel mehr. Und letztendlich ist es doch so dass die Gewinne bei den beiden viel viel kleiner sind und d.h. nichts anderes als das das dem Kunden zugute kommt. Ich seh es doch gar nicht ein das war ein Produkt was im Herstellerland für ein paar Cent angeboten wird dann letztendlich hier in Deutschland im Einzelhandel oder auch im Internet Handel durch die aneinander Quittung von vielen hungrigen Mäulen und den Staat dann plötzlich ein Vielfaches kostet wo ich das doch einfach aus China direkt viel billiger kaufen kann. Ich bin Ingenieurin und sowas heißt Effizienz. Das ist mein halbes Leben. Ich bin kein BWLer, bei diesen Leuten geht es einfach darum dass die maximalen Profit machen wollen. Und das machen die über irgendwelche Dinge wie Garantieleistungen beziehungsweise Gewährleistungen und irgendwie den Anschein als ob die Qualität damit auch besser wäre weil geprüft und so weiter. Und dass Temu und Co dann halt das große Manko haben dass die Transportwege länger sind das ist halt ein Nachteil. Aber den kann der Kunde kompensieren. Wichtig ist letztendlich nur dass das was ich gerne haben möchte mir leisten kann und nicht auf vieles verzichten muss weil deutsche Händler dazwischen hängen. Es ist doch auch so dass jeder Händler hier in Deutschland, also jeder Zwischenhändler im Grunde genommen sich selbst blockiert etwas vernünftiges für die Gesellschaft zu tun. Gäbe es nicht so viele Händler die selber gar nichts herstellen sondern aus dem Ausland beziehen und das über etliche Zwischenstufen, dann könnten diese Menschen doch viel sinnvolleres tun mit ihrer Arbeitskraft.
cf
27.04.2026
Nur als Gedanke: Ich hoffe diese Meinung ist auch dann noch so, wenn Ingenieur*innen aus China auch günstiger in Deutschland anbieten und aus genannten Gründen dann lieber gebucht werden.... Ist halt immer subjektiv...
cf
24.04.2026

Antworten

Meinung: So ganz objektiv ist dieser Artikel aus meiner Sicht nicht. Man lese den folgenden Satz mit Bedacht: "hätten 51 Prozent der Temu- und Shein-Nutzer:innen die dort gekauften Produkte zum gleichen Preis woanders erworben". In Deutschland ist es allerdings nicht möglich ein Kleidungsstück für 1 Euro zu produzieren, da dies weder die Arbeitsbedingungen zulassen, noch dürfen gemäß REACH-Verordnung einfach wild Chemikalien gemixt werden um möglichst schnell und billig produzieren zu können - abgesehen von den EU-Nachhaltigkeitszielen. Der Wirtschaft entgehen nicht die erwähnten Beträge sondern effektiv etwa das 10-fache - unter der Annahme, dass die Aussage wäre, dass 51% ein gleiches Produkt nach EU-Standard zu EU-Preisen erworben hätten. Nun kommt jedoch das ABER, denn es haben vermutlich 99% der 51% nicht genügend Geld zur Verfügung um die gleichen Mengen an teuren und nachhaltigen EU-Waren zu konsumieren (warum auch so große Mengen, wenn sie ja langlebiger und nachhaltiger sind?).