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Temu bedroht kleine Online-Shops: Ungleiches E-Commerce-Wachstum in Deutschland

Veröffentlicht: 07.07.2025
imgAktualisierung: 07.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.07.2025
img 07.07.2025
ca. 2 Min.
Frau mit Smartphone und Kreditkarte in den Händen
IgorVetushko / Depositphotos.com
Der deutsche Online-Handel baut das Wachstum im ersten Halbjahr aus. Die Profiteure heißen aber Temu und Shein. Kleine Shops haben Probleme.


Die gute Nachricht: Der deutsche Online-Handel ist wieder gesund. Nach schwachen Jahren 2022 und 2023, in denen der Markt nach der Corona-Pandemie schrumpfte, befindet sich der E-Commerce seit Anfang 2024 wieder im Aufschwung. Das erste Halbjahr 2025 markiert dabei das bislang größte Wachstum in diesem Zeitraum. Die Gesamtumsätze mit dem Online-Verkauf von Waren sind in den ersten sechs Monaten um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr auf 39,84 Milliarden Euro gestiegen.

Auch digitale Dienstleistungen, etwa Reisebuchungen oder Ticketkäufe, legten um 4,4 Prozent zu. „Die Shoppinglaune der Deutschen kommt langsam, aber stetig zurück. Davon profitiert vor allem der Online-Handel, der die Menschen über soziale Medien, Apps und KI im digitalen Alltag am besten erreicht“, kommentiert Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender bevh-Hauptgeschäftsführer, die Entwicklung.

Kleine Online-Shops haben Probleme

Von dem Wachstum profitieren Online-Händler:innen aber in sehr unterschiedlichem Maße. Während Marktplätze mit einem Plus von 5,9 Prozent stark zulegen und auch direkte Hersteller-Angebote (D2C-Umsätze) mit 5,6 Prozent überdurchschnittlich wachsen, profitieren Händler:innen mit eigenen Online-Shops weit weniger. Mit 2,7 Prozent ist deren Wachstum aber immerhin etwas stärker als in den Vorquartalen. Multichannel-Händler:innen müssen sogar ein Minus von 2,8 Prozent in Kauf nehmen.

Das deckt sich mit den jüngsten Ergebnissen einer Uptain-Studie, der zufolge kleine Online-Shops kaum vom wachsenden E-Commerce-Markt profitieren. Das Wachstum sei zwar in den E-Commerce zurückgekehrt, allerdings „konzentriert sich der Markt weiter und nicht alle Händler haben am positiven Trend teil“, so Groß-Albenhausen. „Der Wettbewerb ist härter geworden. Die Kunden sind weiterhin preissensibel und bereit, günstigen Anbietern aus Drittstaaten Vertrauen zu schenken.“

Aufschwung der Billigplattformen

Die Konkurrenz der asiatischen Billiganbieter Temu, Shein und AliExpress wird immer größer. Deren Anteil an allen Bestellungen erhöhte sich im zweiten Quartal von 5,5 Prozent auf 6,4 Prozent, in einzelnen Kategorien sogar auf 14,1 Prozent (Mode) oder mehr als 28 Prozent (Modeschmuck). Insgesamt ergebe sich für asiatische Plattformen über alle Plattformen hinweg im zweiten Quartal 2025 ein kumuliertes Umsatzwachstum von über 37 Prozent auf fast eine Milliarde Euro – mehr als ein Drittel des gesamten Wachstums entfällt also auf Temu, Shein und Co.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 07.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 07.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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AH
08.07.2025

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Eher ein Abschwung in billig, billiger ist zu erkennen. Die Lebenserhaltungskosten sind sehr stark in den letzten 2 Jahren gestiegen. Die Menschen wollen und können nicht mehr konsumieren. Der Arbeitsaufwand, die Bürokratie, die Kosten für Versand werden immer mehr. Angestellte sind teuer geworden. Gekauft wird immer weniger. Wenn dann nur gezielt nach einem Produkt gesucht. Plattformen, wie Vinted, wo ne Bluse 3 Euro kostet wachsen. Warum wohl ? Dort sind in DE keine gewerblichen Händler zugelassen. Onlinehandel als Kleinunternehmer mit wenigen Artikeln sicherlich noch eine Option. Dem Einzelhandel geht es auch nicht viel besser.
MM
08.07.2025

Antworten

Ich möchte auch einmal Wissen wo solche Zahlen herkommen. Im Moden-Onlinehandel gehen aktuell reihenweise die Großhändler in die Insolvenz und die Onlineshops haben in diesem Jahr nochmals 20% weniger Umsatz.
Ts
08.07.2025

Antworten

"Die gute Nachricht: Der deutsche Online-Handel ist wieder gesund." Wo ist der deutsche Onlinehandel gesund, wenn unzählige kleine und mittelständische Händler nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen und ans Ausgeben denken? Mit ihnen leiden Dienstleister. Mit schönreden kommen wir nicht weiter..