Stoffe.de schließt: Nächster großer Online-Nähshop gibt auf

Veröffentlicht: 09.02.2026
imgAktualisierung: 09.02.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 1 Min.
09.02.2026
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Stoffladen mit Schaufenster voller bunter Stoffe, Schild „geschlossen“, dargestellt auf einem Monitor auf einem Nähtisch.
Erstellt mit KI
Mit Stoffe.de verschwindet ein weiterer DIY-Online-Anbieter. Die Schließung wirft Fragen zur Stabilität und Zukunft der Nähbranche auf.


Nach Makerist schließt nun auch Stoffe.de seine Pforten. Die Fabfab GmbH, die den Online-Shop betrieb, wird im Zuge eines Insolvenzverfahrens abgewickelt. Ob Stoffe.de von einem anderen Unternehmen übernommen wird, ist derzeit unklar, heißt es in einer Mitteilung. Fest steht jedoch: Der Shop wird in jedem Fall zunächst geschlossen.

Nutzer:innen werden gebeten, ihre digitalen Produkte – etwa Schnittmuster und Kurse – zeitnah herunterzuladen. Ab dem 31. Januar 2026 könne die Bereitstellung dieser Inhalte nicht mehr gewährleistet werden. Aktuell läuft noch ein Abverkauf von Meterware, Kurzwaren und weiteren Produkten.

Schwächelt die Branche?

Neben Makerist und Stoffe.de haben in den vergangenen Jahren auch zahlreiche kleinere Shops geschlossen. Ein Blick in die Kommentarspalten von Nähgruppen auf Facebook zeigt: Die Einschätzung vieler Nutzer:innen ist eindeutig. Während der Coronakrise entdeckten viele Menschen das Nähen für sich – diese Phase ist inzwischen vorbei.

Hinzu kommt, dass vor allem Mütter in dieser Zeit begannen, Kleidung für ihre Kinder selbst zu nähen. Auch das war ein Trend, der nun ausläuft: Die Kinder sind inzwischen älter, die Nachfrage entsprechend gesunken. Gleichzeitig haben sich die Interessen verschoben – andere Hobbys und Konsumtrends stehen heute im Vordergrund.

Nicht zuletzt dürfte auch die allgemeine wirtschaftliche Lage eine Rolle spielen. Sinkende Kaufkraft führt dazu, dass Ausgaben für Hobbys häufig zurückgestellt werden – insbesondere dann, wenn sie mit laufenden Materialkosten verbunden sind.

Veröffentlicht: 09.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 09.02.2026
Lesezeit: ca. 1 Min.
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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cf
09.02.2026

Antworten

Es könnte aber auch sein, dass die angegebenen Liefergeschwindigkeiten nicht eingehalten wurden, der Service und die Produkte einfach mal nicht gut waren und so die Kundenzufriedenheit nicht gegeben war - so zumindest meine persönliche Erfahrung.... Man sollte nicht zu pauschal bewerten....
Sabine
10.02.2026
Nein, die Einschätzung ist richtig. Das belegen die Marktzahlen für die gesamte DIY-Branche der Initiative Handarbeit. Dort werden jährlich vor der Fachmesse im März die aktuellen Zahlen veöffentlicht. Sie sind ohne Registrierung in den Pressemeldungen zugänglich. Bitte erst selbst Hausaufgavben machen, bevor Vermutungen in den Raum geworfen werden.