Stirbt der Mittelstand weiter?

Veröffentlicht: 28.07.2025
imgAktualisierung: 28.07.2025
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 1 Min.
28.07.2025
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Stempel mit der Aufschrift „INSOLVENT“ wird über Euro-Geldscheine und Münzen gehalten.
Boarding2Now / Depositphotos.com
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Insolvenzen weiterhin auf einem hohen Niveau sind.


Im ersten Halbjahr 2025 stieg die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland auf 8.253 Fälle, was einem Zuwachs von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet, über die Retail News berichtet. Besonders betroffen ist der Mittelstand, der unter schwacher Konjunktur, hohen Betriebskosten und erschwertem Zugang zu Finanzierungen leidet.

Regionen und Branchen unterschiedlich hart betroffen

Die regionalen Unterschiede sind erheblich: Sachsen-Anhalt (+32 Prozent), Sachsen (+18 Prozent) und Brandenburg (+17 Prozent) melden teils hohe Zuwächse, wohingegen in Bremen (–21 Prozent), Hamburg (–12 Prozent) sowie Berlin, Baden‑Württemberg und Nordrhein‑Westfalen leichte Rückgänge verzeichnet wurden.

Branchen mit besonders starken Insolvenzzahlen sind das Autogewerbe (+28 Prozent), der Maschinenbau (+27 Prozent), das Gastgewerbe (≈+11 Prozent), die Freizeitwirtschaft (+12 Prozent), das Baugewerbe und Architekturbüros (je≈+8 Prozent). Im Gegensatz dazu sinken die Pleiten im Einzelhandel (–4 Prozent), in der Logistik (–8 Prozent), bei Immobilienverwaltungen (–13 Prozent) sowie Personalvermittlungen (–3 Prozent).

Parallel dazu geht die Zahl der Neugründungen zurück. Bundesweit erfolgten 77.618 Einträge ins Handelsregister, ein Minus von ca. fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Fazit: Der Mittelstand steht weiterhin unter hohem Druck

Die Insolvenzzahlen steigen moderat, doch strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen. Die Annahme einer kurzfristigen wirtschaftlichen Entspannung erscheint fraglich – viele Mittelständler kämpfen ums Überleben.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 28.07.2025
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Siggi
16.08.2025

Antworten

Das ist doch kein Wunder, seit Jahren wird es dem Mittelstand durch Bürokratie und auch Steuerabgaben erheblich erschwert einen Betrieb noch gewinnbringend zu führen. Ich bin der Meinung, dass das von unserer Regierung gewollt ist, sonst hätten Sie schon lange Maßnahmen ergriffen! Folglich wird das Sterben weiter gehen bis nur noch wenige übrig sind!
andreas
04.08.2025

Antworten

Ich vermisse die Zahlen, wo Betriebe einfach aufhören. Wir selbst schliesen, da wir kein Geld mehr in der Branche verdienen können, und zwar bevor uns die "Privatinsolvenz" trifft. Viele kleine und mittelständige Firmen sind doch auch Einzelunternehmen oder auch Gbr . Gibt es denn hierfür auch zahlen. Ich denke hier ist der Verlust von Firmen höher, aber in welcher Statik tauchen die auf ?
anja
31.07.2025

Antworten

In Deutschland auf jeden Fall. Immer noch bei Wirtschaftsschrumpfung im Gegensatz zu anderen Ländern, KANN der Mittelstand nur sterben. Es wird wohl politisch alles getan, damit die Wirtschaft hier bald der Vergangenheit angehört. Bei rund einer viertel Million Auswanderungen pro Jahr (und das machen meist jene, die es sich noch irgendwie leisten können), ist die Antwort eindeutig: JA !
Sjaak
29.07.2025

Antworten

Ich rate davon ab, in Deutschland wegen der Bürokratie eine Firma zu gründen. Überlege es dir gut oder gründe lieber direkt im Ausland.
anja
31.07.2025
Das sehe ich zu 100 % gnenauso. Wußte nicht mal, daß wir noch einen Mittelstand haben. Was nicht schließt, wandert ab.