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Nur alle 150 Jahre: Mehr Steuerprüfungen für kleine Unternehmen gefordert

Veröffentlicht: 11.08.2025
imgAktualisierung: 11.08.2025
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
11.08.2025
img 11.08.2025
ca. 2 Min.
Mann mit Taschenrechner und Aktenordner
AndreyPopov / Depositphotos.com
In deutschen Unternehmen werden immer weniger Steuerprüfungen durchgeführt. Das liegt vor allem am fehlenden Personal.


Im vergangenen Jahr haben die deutschen Finanzbehörden 140.000 Unternehmen hierzulande geprüft. Das entspricht einem Rückgang um fast 60 Prozent im Vergleich zu dem Stand vor zehn Jahren. Dies zeigt eine Umfrage der Süddeutschen Zeitung, durchgeführt in allen 16 Bundesländern.

Einer der Hauptgründe für den Rückgang an Steuerprüfungen ist das fehlende Personal. Laut der Untersuchung wurden im vergangenen Jahr 12.359 Betriebsprüfer beschäftigt, fast zehn Prozent weniger als noch 2015. Neben dem Fachkräftemangel wurde das vorhandene Personal zusätzlich für andere Projekte, wie die Reform der Grundsteuer, eingesetzt. Außerdem sind die Prüffälle in den letzten Jahren immer komplizierter und zeitaufwendiger geworden.

Nachzahlungen gehen deutlich zurück

Mit dem Rückgang der Prüfungen sind auch die Steuernachzahlungen deutlich gesunken. Konnte der Staat in den Nuller- und der Zehnerjahren im Schnitt gut 16 Milliarden Euro eintreiben, waren es im vergangenen Jahr nicht einmal mehr 11 Milliarden Euro. Laut einer Faustregel soll jeder Betriebsprüfer pro Jahr im Schnitt eine Million Euro an zusätzlichen Einnahmen für die Finanzbehörden einbringen.

Aus diesem Grund fordern Kritiker schon länger, dass der Staat deutlich mehr Prüfer einstellen soll, statt die vorhandene Anzahl immer weiter zu kürzen. „Wer unseren Rechtsstaat und damit auch unsere Demokratie stärken will, muss die Finanzbehörden personell und strukturell deutlich stärken. Alles andere ist fahrlässig“, betont Anne Brorhilker, Geschäftsführerin der Initiative Finanzwende.

Kleinstbetriebe werden nur alle 150 Jahre geprüft

Wie aus Daten des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, wurden 2024 lediglich 16 von 1.000 deutschen Betrieben einer Steuerprüfung unterzogen. Die genaue Zahl hängt allerdings entscheidend von der Größe des Unternehmens ab. Während große und mittlere Firmen mit zuletzt 296 und 183 von jeweils 1.000 Betrieben deutlich höhere Quoten vorweisen, sieht das bei kleinen Unternehmen ganz anders aus. Eine Betriebsprüfung steht bei kleinen Firmen im Schnitt alle 38 Jahre an, Kleinstbetriebe – immerhin rund 80 Prozent aller Firmen in Deutschland – müssen sogar nur alle 150 Jahre mit einer Steuerprüfung rechnen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 11.08.2025
img Letzte Aktualisierung: 11.08.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
6 Kommentare
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Matze
13.08.2025

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Wer finanziert solche kranken Vereine wie Initiative Finanzwende ? Mit “gerecht ist wenn ich Dir auch mehr weg nehme “lässt sich der Deutsche ja immer leicht ködern, aber was ist die wahre Absicht des Vereins ?
Amber Paige Burk
12.08.2025

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Millarden verloren: nun ... die ganzen Globalisten verschieben doch in einem Jahr hunderte Millarden an Steuern, nutzen sogar das der Staat wegschaut bei "Tauschgeschäft". Also wenn Leute benötigt werden die prüfen, dann für diese Unternehmen und ... Regeln und Gesetze die das Verschieben in Oasen, bzw. das erstellen von Schein-Rechnungen (oder Rechnungen mit zu hohen Kostenabrechnungen) erwischt werden können. Die in Deutschland tätigen Unternehmen (die hier wieder mal ins Visier genommen werden, sind die die hier Ausbilden, Steuern zahlen -selbst wenn da Steuerkürzungen passieren-, Mitabeiter Sozialversicherungspflichtig im Betrieb haben und so weiter). Also die das das Land zusammen mit den hier Beschäftigten soweiso schon fast komplett steuerlich am Leben halten sollen einfach noch mehr Lasten tragen und die Globalisten dürfen weiter Über-Reiche produzieren. SUPER.
cf
12.08.2025

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Im Prozessmanagement würde man sagen: "Mach es vorne richtig, dann gibt es am Schluss weniger Prüfaufwand". Wenn also Personal für die Prüfungen am Ende fehlen, dann müssen einfach die Regeln vorne verschärft und gleichzeitig vereinfacht werden, so dass jeder sie versteht - kein Dickicht aus Verordnungen und Vorgaben, sondern ganz einfach und verständlich, so dass jeder Kleinstunternehmer oder Gründer genau versteht was er wie machen darf und was nicht. Es geht ja nicht um die paar Kleinunternehmen die versehentlich mal 100 Euro falsch gebucht haben, sondern um groß angelegten, systematischen Steuerbetrug und da sind meist doch eher die großen Unternehmen beteiligt.
ralf
11.08.2025

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Also dieser Bericht lässt mir doch ein wenig die Kinnlatte fallen. Wenn es um Entlastung, Entbürokratisierung etc. geht, hat man Klein- und Kleinstbetriebe absolut nicht auf dem Schirm. Ich erninnere mich noch an die EU Entwaldungsverordnung die eingeführt werden sollte. Ein paar große Firmen monierten dies und schon wurde diese verschoben. Allerdings wenn es um Schröpfen geht, da wird man sich bewusst, dass 80 % der Firmen, Kleinstbetriebe sind. Ja, denn diese haben ja bekanntlich keine Lobby und nein, diese sind nicht in der Lage zig tausende oder Millionen als Wahlkampfspende aufzubringen um gewisse Politiker damit in Positionen zu hieven, wo diese später dann die Politik nach Wunsch beienflussen können. Schließlich bezahlen gerade die kleinsten viel zu wenig Steuern. Auch interessant ist es immer, wenn ein Unternehmen pleite geht und ein paar hundert Mitarbeiter ihren Job verlieren, wie groß dies in der Presse aufgemacht wird. Die zig tausende Kleinbetriebe, wo viel mehr Arbeitsplätze verloren gehen, keine Erwähnung. Was mich allerdings ein wenig schockiert hat war die Aussage: "Wer unseren Rechtsstaat und damit auch unsere Demokratie stärken will, ...." Man hört dies ja in letzter Zeit oft in einem anderen Kontext, aber nun scheint es langsam für alle Bereiche das Schlagwort zu sein. Übersetzt ins Deutsche heißt das: Man will die Demokratie stärken, in dem man Kleinstbetriebe öfters prüft um Ausgabenbelege zu finden die als nicht Abzugsfähig erklärbar sind, um somit deren Steuerlast zu erhöhen! Brauch man dies um gewisse NGO´s noch mehr in den Rachen zu werfen anstatt dort zu sparen? Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob man damit wirklich die Demokratie stärkt oder noch mehr Kleinunternehmer dazu bringt, eher blau zu wählen. Denn wie viele Untermehmer wählen AFD nur wegen Bürokratie und der hohen Steuerlast. Da kämen jetzt jetzt vermehrte Betriebsprüfungen gerade richtig. Und die nächsten Wahlen kommen auch diesmal vermutlich auch wieder vor Ende der Legislaturperiode.
Frank2
11.08.2025

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Was ist sinnvoller: einen Tag ein kleines Unternehmen kontrollieren und ggf. 1000€ Nachzahlung zu finden oder eine Woche ein großes Unternehmen prüfen und ggf. 1Mio Nachzahlung hereinzuholen? Oder ein Jahr Arbeit Investieren und 10 Mrd. Euro einkassieren... Moment geht ja nicht weil da einer vergesslich war....
Frank2
11.08.2025

Antworten

Ich wäre eher dafür die Steuergesetze endlich mal erheblich zu verschlanken und verschiedene Abläufe zu automatisieren, dann wäre auch genügend Personal da. Allerdings hilft es uns nicht wenn es dann laufend die "Wer kennt Wen" spiele mit der Politik gibt und Steuerprüfungen Ad absurdum geführt werden (hierführ sollten Politiker persönlich haften). Eine Prüfung der z.B. bei Datev hochgeladenen Belege wäre auch wesentlich effizienter als sich den ganzen Papiermüll anzuschauen. Eine Schulung und ggf. mehr Möglichkeiten zum Datenabgleich und Auswertungen wäre wahrscheinlich auch hilfreich damit effizienter geprüft werden kann, ggf. ein sinnvoller Datenaustausch im B2B Business mit entsprechender Meldung ans Finanzamt - das hätte auch ohne aufwendige Änderungen zur XML Rechnung funktioniert. Aber es ist halt nun mal so wie es ist, wir leben in einem Stillstandsland mit Bedenkenträgern und Schubladendenkern - egal wer regiert - wenn wir uns nicht selber ändern können wir nur das machen das machen wad der deutsche Michl am besten kann: Jammern.