Steigende Kosten und zögerliche Kunden: Online-Handel steht 2026 unter Druck

Veröffentlicht: 04.02.2026
imgAktualisierung: 04.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.02.2026
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ca. 2 Min.
Frau am Schreibtisch, Hände vor dem Gesicht
wuttichai.cci@gmail.com / Depositphotos.com
Während gestiegene Kosten und verändertes Konsumverhalten Druck machen, blicken viele KMU dennoch optimistisch nach vorne.


Das vergangene Jahr stellte deutsche Kleinunternehmen vor große Herausforderungen. Inmitten wirtschaftlicher Unsicherheiten mussten viele Betriebe ihre Widerstandskraft zeigen. Nicht alle blicken mit Zuversicht in die Zukunft. Laut einer aktuellen Umfrage von SumUp, an der 500 Kleinunternehmen teilnahmen, erwarten 34 Prozent der Befragten steigende Umsätze im Jahr 2026. Weitere 31 Prozent prognostizieren stabile Einnahmen, doch bleiben auch skeptische Stimmen: Nicht wenige Unternehmer fürchten, dass die wirtschaftlichen Belastungen weiter zunehmen könnten, wie SumUp in seinem KMU-Report analysiert.

Ohne KI geht es nicht

Ein zentrales Thema für die kommenden Jahre ist die Integration neuer Technologien, insbesondere künstlicher Intelligenz. Bereits 35 Prozent der deutschen Kleinunternehmen geben an, KI-Lösungen aktiv zu prüfen oder deren Einsatz zu planen. Bei einigen Unternehmern bleibt aber Skepsis gegenüber digitalen Tools bestehen: 23 Prozent wollen in naher Zukunft keine Investitionen in diesem Bereich tätigen.

Neben technologischen Neuerungen arbeiten viele Unternehmen auch an internen Optimierungen. So gaben 26 Prozent der Befragten an, ihre Prozesse im vergangenen Jahr gezielt verbessert zu haben, während 22 Prozent neue Märkte erschließen konnten.

Steigende Kosten und verändertes Konsumverhalten

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die Sorge über steigende Kosten eine zentrale Belastung für viele Kleinunternehmen. Laut der Umfrage zählen mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Unternehmer wachsende Betriebsausgaben zu den größten Herausforderungen. Hinzu kommt, dass sich das Kaufverhalten der Kunden spürbar verändert hat: Verbraucher reagieren preissensibler, zögern bei Kaufentscheidungen und geben insgesamt weniger aus. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf Händler, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und neue Wege zu finden, um Kunden zu erreichen und zu binden.

Gemischte Aussichten für 2026

Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigt sich eine geteilte Stimmung unter den deutschen KMU. Während Branchen wie das Gastgewerbe auf eine Erholung hoffen, sehen andere Sektoren, darunter der Einzelhandel, stagnierende oder sogar sinkende Umsätze auf sich zukommen. Im stationären Handel fürchtet man vor allem steigende Kosten, während im Online-Handel der Konkurrenzdruck (23 Prozent) und die wachsende Kaufzurückhaltung der Kunden (34 Prozent) als größte Belastungen empfunden werden. Um den Risiken zu begegnen, setzen immer mehr Unternehmen auf Diversifizierung, eine stärkere digitale Präsenz und flexible Geschäftsmodelle.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 04.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 04.02.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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dirk
05.02.2026

Antworten

Wir haben einen neuen Lieferanten, der wollte bei seinem Markteintritt besonders smart sein - und zudem die Kosten für Produkt-Shootings und -Bearbeitung sparen. Also ließ er alle Produktfotos von den Textilien mittels KI erstellen. Mit der Folge, dass die abgebildeten KI-Menschen, die die Klamotten trugen, nicht nur völlig seelenlos aussahen, die Produkte waren auch bei über 80% der Bilder nicht korrekt dargestellt. Mal fehlten Taschen, Nähte, Details oder aufwändige Verzierungen, mal waren in der Rückansicht völlig andere Produkte als in der Vorderansicht abgebildet usw. Abgesehen von den klassischen Fehlern, dass einige KI-Models natürlich auch "komische" Hände oder fehlende Finger hatten etc. Und aufgrund von Zeitdruck/Schlamperei oder Unerfahrenheit wurde die Ergebnisse vom Hersteller auch noch nicht mal genau kontrolliert, bevor die Bilder freigegeben und an die Händler verteilt wurden. Und vor allem hat der Hersteller den Händlern noch nicht mal mitgeteilt, dass es sich um KI-Bilder handelte. Die Folge war ein heilloses Chaos und ein bis heute andauernder Streit mit dem Hersteller. Es mag auch jetzt schon Anwendungsformen für KI geben, die tatsächlich einen realen Fortschritt bringen. tatsächlich führt KI-Nutzung aber oft dazu, dass die "Urheber" sich kaum noch mit dem Ergebnis beschäftigen, sondern sich darauf verlassen, dass die KI das schon richtig gemacht hat. Wenn ich eine Tätigkeit von einer KI übernehmen lasse, und dann genauso lang mit der Prüfung des Ergebnisses beschäftig wäre, wie ich auch gebraucht hätte, wenn ich es selber geschrieben/fotografiert/berechnet hätte, dann könnte ich mir es ja gleich ganz sparen. Also verzichten viele die Erfolgskontrolle und vertrauen auf die Richtigkeit der Ergebnisse. qed.
Swen
05.02.2026

Antworten

Die Überschrift "Ohne KI geht es nicht" ist leider mehr als Irreführend und falsch :-) Wer sagt das es nicht ohne KI geht ? Welche Erleichterung gibt es für Klein- und Kleinstunternehmen? ... das KI definitiv (noch) NICHT funktioniert erleben alle Händler täglich bei eBay, bei den automatisierten Antworten oder Fehlentscheidungen der KI bei Anfragen. Wir denken das momentan (fast) alle Kunden froh sind wenn Sie bei uns mit Menschen reden (Telefon und Mail) und eben keine KI Antworten/Auskünfte bekommen ! ... Unsere Meinung ;-)
dirk
05.02.2026
...kann ich nur bestätigen. Privat als Kunde kann ich ebenfalls bestätigen, dass KI im Moment eher ein Rückschritt in Sachen Service ist, tatsächlich scheint es vor allem zur Vermeidung von echtem Kundenkontakt zu dienen (Bitte rufen Sie uns bloß nicht an!). Klar, Hotlines sind personalintensiv und deshalb teuer. Aber als Kunde kommt man sich eben verarscht vor, wenn der "virtuelle Assistent" einem entweder nur das vorliest, was man auch selbst lesen kann und sowieso schon weiß (z.B. Sendungsverfolgung bei verschwundener Sendung) oder man wird mit Standard-Floskeln aus den FAQs abgespeist - sofern der KI-Assistent überhaupt versteht, was das konkrete Problem ist. Zweifellos birgt künstliche Intelligenz ein hohes Potential - aber der momentane Einsatz ist nur in Ausnahmefällen auch für den Nutzer zufriedenstellend. Von all dem Fake-AI-Bullshit, den niemand braucht, wollen wir gar nicht erst reden. Und es erscheint mir auch einfach absurd, wenn man nun die Produkt-Darstellung für Menschen von einer KI optimieren lassen muss - für die KI, nicht für den Menschen - damit die KI das Produkt versteht und dann für den Menschen kaufen/empfehlen kann, der es bisher auch problemlos verstanden und gekauft hat.