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Spritpreisbremse: Händler zahlen die Zeche für missglückte Regulierung

Veröffentlicht: 27.04.2026
imgAktualisierung: 27.04.2026
Geschrieben von: Yvonne Bachmann
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.04.2026
img 27.04.2026
ca. 2 Min.
Kosten steigen
poenya200 / Depositphotos.com
Die 12-Uhr-Regel sollte die Spritpreise bändigen, doch das Gegenteil ist der Fall.


Die Treibstoffkosten für die Logistik sind eine der sensibelsten Stellschrauben im E-Commerce. Wer vergeblich gehofft hatte, dass die neue staatliche Regulierung der Kraftstoffpreise für Entlastung sorgt, wird nun enttäuscht. Aktuelle Daten des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) sollen belegen, dass die Reform die Gewinne der Mineralölindustrie ankurbelt, während die Preise an den Zapfsäulen steigen.

Wenn Regulierung die Margen befeuert

Eigentlich sollte die zum 1. April eingeführte „12-Uhr-Regel“ für mehr Transparenz und Stabilität an den Tankstellen sorgen. Doch die erste Bilanz von Wirtschaftsforschern fällt ernüchternd aus. Laut einer Untersuchung des ZEW Mannheim und des DICE kletterte die Gewinnmarge bei Superbenzin in den ersten zwei Wochen nach der Einführung um durchschnittlich 6 Cent pro Liter.

Nicht die Branchenriesen, sondern kleinere Ketten und unabhängige Anbieter steigerten ihre Margen am stärksten, fasst die Wirtschaftswoche zusammen. Größere Konzerne agierten vorsichtiger, um kartellrechtliche Prüfungen zu vermeiden.

Der „Zuschlag auf den Zuschlag“

Selbst wer als Händler keinen eigenen Fuhrpark unterhält, entkommt der Preisspirale nicht. Die Logistikbranche reagiert wie in der Vergangenheit schon mit variablen Treibstoffzuschlägen. DHL erhebt beispielsweise zu den ohnehin gestiegenen Kosten für Standardpakete bereits einen variablen Energiezuschlag von 1,25 Prozent (ab Juni 3,25 Prozent), der monatlich neu festgelegt wird. Die Express-Sparte erhebt aktuell sogar Zuschläge von fast 50 Prozent. Fuel Surcharges werden aber auch für Marktplatz-Händler zur direkten Belastung. Prominentes Beispiel ist Amazon: Der Konzern hat bereits bewiesen, dass er gestiegene Energiekosten an die Seller weitergibt.

Fest steht nur: Die Rekordmargen der Treibstoffanbieter landen über diese Zuschläge direkt auf den Rechnungen der Online-Händler.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 27.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 27.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Yvonne Bachmann

Yvonne Bachmann

Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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M.Jagielska
28.04.2026

Antworten

Ich dachte, dass angesichts der aktuellen geopolitischen Krisen, auch der Letzte so langsam begreift (auch wenn ihm Nachhaltigkeit und Umwelt egal sind), dass wir weg von den Abhängigkeiten der fossilen Energieträger müssen. Naiv ist es zu glauben, dass wir irgendwann an den Tankstellen wieder die Preise der Vorkriegszeit bezahlen werden, so "billig" wird es nicht mehr. So funktioniert Marktwirtschaft: ein Produkt wird teurer wenn es knapp ist.
cf
28.04.2026

Antworten

Das mit DHL wundert mich - und auch wieder nicht... Seit Jahren hebt DHL die Paketpreise mit der Begründung, dass sie das in Co2-Einsparung mit ihrer E-Flotte einsetzen. DHL brüstet sich in der Werbung auch immer wieder damit, dass sie bereits sooo viel auf E-Flotte und CO2-Einsparung umstellen konnten. Wie kann da jetzt ein Benzinpreiszuschlag gerechtfertigt werden? Klingt für mich nach "Fähnlein im Winde" und Trittbrettfahrerei, weil jetzt gerade alle die Preise anheben. Konsequent wäre, wenn man durch die Umstellung auf E jetzt spart, diese günstigeren Preise an die Händler weiterzugeben. Aber das findet wohl nur in einer anderen (eher unwahrscheinlichen) parallelen Realität statt...