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Wahlergebnisse sind „Warnsignal“ für die Digitalwirtschaft

Veröffentlicht: 02.09.2024
imgAktualisierung: 02.09.2024
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.09.2024
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ca. 2 Min.
Dresden: Wahlen in Ostdeutschland
Dudlajzov / Depositphotos.com
Wirtschaftsvertreter und Verbände, darunter der Digitalverband Bitkom, zeigen sich nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen besorgt. Sie fürchten steigenden Fachkräftemangel.


Die größten Gewinner der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen sind die AfD und das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht). In beiden Freistaaten wird es wahrscheinlich zu einer Regierung mit BSW-Beteiligung und einer starken AfD-Opposition kommen. Ökonomen, Wirtschaftsvertreter und Verbände zeigen sich besorgt. „Für die Digitalwirtschaft sind die Wahlergebnisse aus Sachsen und Thüringen ein Warnsignal. Deutschland muss ein Land bleiben, das für Weltoffenheit und Innovationsfreude steht. Diese Werte vertreten weder AfD noch BSW“, erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Deutschland könne seinen Fachkräftemangel nicht ohne qualifizierte Zuwanderung decken. „Die geplanten Halbleiter-Fabriken in Sachsen werden wir ohne Fachkräfte aus dem Ausland nicht betreiben können. Solche Spitzenkräfte können ihren Arbeitsort frei wählen. Wie auch immer die Regierungskonstellationen aussehen werden: Diese Menschen müssen wir gewinnen und aktiv um sie werben“, fordert Wintergerst.

Abwanderung von Unternehmen befürchtet

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer befürchtet, dass sich der Arbeitskräftemangel für Unternehmen in Sachsen und Thüringen infolge der politischen Verschiebungen verschärfen wird. Seit der Wiedervereinigung haben Sachsen und Thüringen ein Fünftel ihrer Bevölkerung verloren. Diese Entwicklung könnte nun noch beschleunigt werden. „Die Ablehnung von qualifizierter Zuwanderung ist an der Stelle das falsche Signal, denn sie wird Fachkräfte davon abhalten, diese Bundesländer als Option in Erwägung zu ziehen“, so Schnitzer.

Ähnlich sieht es der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Die Wahlergebnisse werden wahrscheinlich zu einer Abwanderung von Unternehmen und Fachkräften führen, so Fratzscher laut Spiegel. „Vor allem junge, gut qualifizierte und hoch motivierte Bürgerinnen und Bürger werden die beiden Bundesländer verlassen und dorthin gehen, wo sie mehr Offenheit und Wertschätzung erfahren. Dies dürfte einen Anstieg der Insolvenzen und einen Exodus von Unternehmen zur Folge haben.“

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, gibt zudem zu bedenken, dass es „politische Berechenbarkeit, institutionelle Stabilität und verlässliche Rahmenbedingungen“ brauche, um ein gesundes Wirtschaftswachstum zu sichern.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.09.2024
img Letzte Aktualisierung: 02.09.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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oejendorf
03.09.2024

Antworten

Was ist nur in die Köpfe vieler Menschen in Sachsen und Thüringen gelangt. Vor 85 Jahren haben wir den 2. Weltkrieg begonnen. Die Folgen haben wir älteren noch alle erlebt. Geht es schon wieder mit dem schrecklichem Gedankengut los? Ist daraus nichts gelernt worden? Wenn ich einige TV Befragungen mit den Antworten sehe und lese/höre stehen mir die Haare zu Berge. Millionen DM/Euros haben wir aus dem Westen in diese beiden Länder investiert und immer noch meckern diese Bürger. Ich verstehe das nicht Ihr ""Alt DDR Bürger"" tschüs Wolfgang
Jens
03.09.2024

Antworten

Hätte Deutschland ein kompetentes Einwanderungskonzept, würden wir über solche Wahlergebnisse gar nicht sprechen müssen. Schon jetzt die AFD und BSW für zukünftige Nicht-Einwanderung verantwortlich zu machen ist absoluter Humbug - die "alten" Parteien haben für den aktuellen Fachkräftemangel die Verantwortung zu tragen.
Peter
03.09.2024

Antworten

@Ole Jensen Das ist absolut falsch. Die Kriminalität in deutschen Großstädten ist (im Vergleich zu anderen Teilen der Welt) lächerlich gering. Unsere öffentlichen Schulen sind kostenfrei! Je nachdem von wo man kommt, ist ein kaputtes Klo nicht so ein riesiges Problem. Private Schulen in denen Englisch die Hauptsprache ist (neben 20 Sprachen, die die Kinder von zu Hause mitbringen) sind genauso gut wie andere Schulen. Auch unsere Hochschulen (das ist da, wo man studiert) sind kostenfrei (mit wenigen Einschränkungen) wovon in vielen Ländern nicht einmal mehr geträumt wird. Aber Arbeitnehmer und Ihre Kinder, die auf dem Weg nach Hause verprügelt werden? Das spricht sich rum und hält viele Leute davon ab nach Ostdeutschland zu ziehen. Die Ausnahme ist hier Berlin. Schau Dir die Immobilienportalen an und vergleiche die Preise in Thüringen + Sachsen mit anderen Gegenden. Ganze Dörfer scheinen dort fast leer zu stehen und die letzten Häuser gibts für wenige Äpfel und Eier. Die "Zonen" wurden dort "national befreit" und jeder Fremde wurde angemacht, beleidigt und benachteiligt, bis er wieder wegzog. Jetzt sind die Gebiete entvölkert. Es braucht nicht viel, um da einen Zusammenhang zu sehen. Nur offene Augen.
Ole Jensen
03.09.2024

Antworten

Wie lange wird dieser Blödsinn noch wiedergekäut, ausländische Fachkräfte kommen nicht wegen der hohen Steuerlast und der schlechten Bildungschancen für ihre Kinder. Außerdem spricht es sich schon im Ausland rum das es in deutschen Großstädten mit der Kriminalität immer schlimmer wird.