Ölpreisschock: Benzin könnte bald über 2,50 Euro kosten

Veröffentlicht: 10.03.2026
imgAktualisierung: 10.03.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.03.2026
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Zapfhan in Tank an Tankstelle
janong054 / Depositphotos.com
Experten warnen: Die explodierenden Ölpreise könnten den Spritpreis auf über 2,50 Euro treiben und zudem die Inflation anfachen.


Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) rechnet mit deutlich höheren Spritpreisen in Deutschland – bis über 2,50 Euro je Liter. Hintergrund sind die steigenden Ölpreise. Der TIV kritisiert, dass Mineralölkonzerne Preissprünge schnell an Verbraucher:innen weitergeben, während Pächter kaum profitieren. Für den Handel drohen höhere Transport- und Lieferkosten.

Regulierung und Vergleich zu Österreich

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigte an, das Bundeskartellamt werde Preissprünge im Zuge des Iran-Kriegs prüfen, so der Spiegel. Kartellamtschef Andreas Mundt verwies jedoch auf begrenzte Eingriffsmöglichkeiten bei geopolitisch getriebenen Preissteigerungen. Als Vorbild nennt der TIV Österreich: Dort dürfen Preise nur einmal täglich erhöht und anschließend nur gesenkt werden.

Treibt der Ölpreis die Inflation?

Steigende Öl- und Gaspreise setzen zudem Deutschlands Wirtschaft unter Druck. Dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge könnten Ölpreise um 150 Dollar je Barrel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 0,5 Prozent drücken, 2027 um 1,3 Prozent. Das Wirtschaftsministerium warnt vor Rückschlägen in der Industriekonjunktur.

Mit enorm hohen Ölpreisen verteuern sich Transport, Kerosin und Vorprodukte. Das treibt Logistikkosten, Frachtpreise und Fulfillment-Ausgaben. Höhere Energie- und Rohstoffpreise schlagen zudem auf Lebensmittel, Dünger und Verpackung durch – mit Potenzial für neue Inflationsimpulse und sinkende Kauflaune.

Unternehmen bewerten die Lage je nach Branche unterschiedlich. Die Dauer des Konflikts bleibt der zentrale Faktor. IW-Ökonomin Samina Sultan rät statt eines Preisdeckels zur Freigabe strategischer Ölreserven „gemeinsam mit den G7-Staaten“. Reiseanbieter erwarten vorübergehend höhere Flugpreise, aber eine schnelle Nachfragestabilisierung – ein Signal, dass Konsumenten eher umsteuern als komplett verzichten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 10.03.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Alex
11.03.2026

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Dieses ständige Gerede von „explodierenden Ölpreisen“ als alleinige Erklärung ist doch Augenwischerei. Ja, der Ölpreis ist gestiegen – aber das gilt für die ganze Welt. Trotzdem zahlen wir in Deutschland an der Zapfsäule oft deutlich mehr als viele andere Länder. Der Grund liegt auch an den immer weiter steigenden Abgaben: Energiesteuer, CO₂-Abgabe, Mehrwertsteuer – alles zusammen treibt den Preis künstlich nach oben. Währenddessen wird so getan, als wäre ausschließlich der Weltmarkt schuld. Die Wahrheit ist: Ein großer Teil des Spritpreises in Deutschland besteht aus Steuern und politischen Entscheidungen. Und solange die Bevölkerung das einfach hinnimmt, wird sich daran wohl auch nichts ändern.