Deutsche Unternehmen blicken wieder pessimistischer auf ihre Personalplanung. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts sackte im Juni um 1,6 Punkte auf 92,3 Zähler. Damit liegt der Indikator auf einem der schwächsten Niveaus seit der Corona-Pandemie. Nach einer Erholung im Mai deutet die aktuelle Umfrage nun wieder auf vermehrten Stellenabbau hin.
Industrie und Handel besonders betroffen
Vor allem Industrie und Handel bleiben unter Druck: In beiden Bereichen überwiegt jener Anteil der Unternehmen, die Arbeitsplätze streichen wollen, jenen Anteil der Firmen mit Einstellungsplänen – und zwar jeweils um rund 18 Prozentpunkte, wie es in einer Meldung der dpa heißt. Während sich die Lage in der Industrie zuletzt minimal verbesserte, spitzt sich die Situation im Handel wieder zu.
Auch Dienstleister planen zurückhaltender: Dort liegen Abbaupläne nun wieder vor Aufbauplänen. Besonders angespannt bleibt die Situation laut Ifo bei Leiharbeitsfirmen und im Tourismus. Im Baugewerbe dagegen wollen die Betriebe ihre Beschäftigung weitgehend stabil halten.
Arbeitsmarkt-Frust befeuert Gründungsbereitschaft
Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt könnte zugleich erklären, warum immer mehr Menschen in Deutschland den Schritt in die Selbstständigkeit erwägen. Der aktuelle Global Entrepreneurship Monitor, über den die WirtschaftsWoche berichtet, zeigt für 2025 einen neuen Höchststand bei der Gründungsbereitschaft: Die sogenannte TEA-Gründungsquote stieg von 10 auf 13 Prozent. Damit haben 13 von 100 Erwerbsfähige im Alter zwischen 18 und 64 Jahren innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre entweder ein Unternehmen gegründet oder eine Gründung anvisiert.
Besonders stark ist der Trend bei jungen Menschen. Unter den 18- bis 24-Jährigen liegt die Quote inzwischen bei 23 Prozent und damit zehn Prozentpunkte höher als noch im Vorjahr. Als wichtiger Treiber gilt einerseits die schwierige Jobsituation, andererseits auch der Wunsch nach großem Wohlstand, wie es weiter heißt.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Tina Plewinski
Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben