Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Logistik-Mittelstand kämpft mit Kosten, Insolvenzen und Umsatzrückgängen

Veröffentlicht: 21.04.2026
imgAktualisierung: 21.04.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.04.2026
img 21.04.2026
ca. 2 Min.
Logistikerin im Lager
pikselstock / Depositphotos.com
Die Logistikbranche stabilisiert sich, doch KMU verlieren weiter Umsatz und Jobs. Steigende Kosten belasten den Mittelstand.


Die Logistikbranche stabilisiert sich – doch der Aufschwung kommt beim Mittelstand nicht an. Laut einer aktuellen Datev-Analyse sinken bei kleinen und mittleren Betrieben seit über einem Jahr Umsätze und Beschäftigtenzahlen.

Das zeigt der Datev Spotlight 2/2026: Verkehr und Lagerei. Die Auswertung analysiert die Lage von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Vergleich zur Gesamtbranche und zeichnet ein deutlich zweigeteiltes Bild.

Großunternehmen wachsen, KMU verlieren Umsatz

Während große Logistikanbieter seit Mitte 2024 preisbereinigte Umsatzzuwächse erzielen konnten, geht das reale Umsatzvolumen bei KMU seit rund zwei Jahren kontinuierlich zurück. Bis Anfang 2023 verlief die Umsatzentwicklung beider Gruppen noch weitgehend parallel. Ab Februar 2023 öffnete sich dann eine Schere: Die Gesamtbranche erholte sich, während KMU zunächst stagnierten und ab Juni 2025 auch im Jahresvergleich Rückgänge verzeichneten.

Ähnlich sieht es bei den Beschäftigtenzahlen aus. Für die Branche insgesamt meldet die Analyse seit Anfang 2024 wieder einen leichten Beschäftigungsaufbau. Bei KMU hingegen geht die Zahl der Angestellten bereits seit Anfang 2023 zurück.

Kosten steigen, Insolvenzen nehmen zu

Ein wesentlicher Belastungsfaktor für kleinere Betriebe sind die Lohnkosten. Der Lohnindex für mittelständische Unternehmen im Bereich Verkehr und Lagerei lag im März 2026 bei saisonbereinigt 121,8 Punkten – mehr als 20 Prozent über dem Referenzwert von 2022. Die geplante Mindestlohnerhöhung im Januar 2027 dürfte die durchschnittlichen Lohnkosten im Sektor laut Analyse um weitere rund 2,5 Prozent steigen lassen.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Insolvenzen. Von einem pandemiebedingten Tiefstand von 56 monatlichen Fällen im August 2020 kletterte die Zahl bis Juni 2025 auf 138. Zuletzt näherte sie sich wieder dem Vorkrisenniveau an. Steigende Energiepreise verstärken den Kostendruck zusätzlich.

Geopolitische Risiken bremsen Erholung

Eine schnelle Entspannung erwarten die Analysten nicht, so die Verkehrsrundschau. Als zusätzliche Risikofaktoren nennt sie geopolitische Unsicherheiten – insbesondere den Iran-Konflikt – mit möglichen Auswirkungen auf Rohöl- und Erdgaspreise sowie auf See- und Luftverkehr. Steigende Fracht- und Versicherungskosten könnten Konsum und Investitionen weiter dämpfen und die wirtschaftliche Erholung kleiner Logistikbetriebe verzögern.

„Die Logistik erholt sich – im Mittelstand kommt das bislang kaum an", erklärt Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev eG. Er fordert gezielte Entlastungsmaßnahmen, Investitionsanreize und Unterstützung bei der Digitalisierung, damit kleinere Betriebe wettbewerbsfähig bleiben können.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 21.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 21.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
Kommentar schreiben

KI
22.04.2026

Antworten

Meinung: So werden wir jetzt von der CDU / CSU ausgenommen: Merz, Reiche, Spahn, Dobrindt, Bär, Klöckner, Nina Warken eine akute und permanente Bedrohung der Einwohner Deutschlands Schaut das Video - https://www.youtube.com/watch?v=r1Xyu45k4is Sie hat uns gerade noch gefehlt... Wirtschaftsministerin: die von LobbyControl auch als Gas-Kathi bezeichnet wird.
cf
22.04.2026

Antworten

Meinung: Ich würde als Hauptgrund aufführen, dass durch die stetig steigenden Regulierungsvorgaben kleine Unternehmen im Verhältnis zu Großunternehmen einen viel zu hohen Aufwand haben, den man als KMU nicht bewältigen kann. Zudem schafft die EU-Regulierung zunehmend Vorteile für Großunternehmen. Die Herausforderung die ich sehe: Irgendwann werden Unternehmen so groß, dass sie plötzlich als "Systemrelevant" gelten (was auch immer das heißen soll) und dann bekommen sie auch noch staatliche Unterstützung wenn es mal nicht so gut läuf oder sie androhen, dass eine Massenentlassung erfolgt. Man stelle sich vor was passiert, wenn amazon alle Mitarbeitenden in der eu entlassen würde... Ich denke der bessere Weg wäre, das "Risiko" auf viele KMU zu verteilen. Wenn da mal 1 oder 2 zumachen, dann machen 1 oder 2 andere auch auf. So manövriert sich dieses Land in eine totale Abhängigkeit von einzelnen Großkonzernen, die massiv in Ki investieren um Gewinne zu erhöhen. Beschäftigungszahlen sind da nur unnütze Kosten - das ist bei den meisten Familienunternehmen die ich kenne anders....