Im Juni hatte sich die Lage des deutschen Mittelstands noch erholt, doch nur einen Monat später trübt sich das Bild offenbar wieder ein. Das geht zumindest aus dem aktuellen Datev Mittelstandsindex hervor, der jetzt veröffentlicht wurde. Demnach sank der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex um ein Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 95,2 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Juli-Wert zwei Prozent niedriger.
Nachhaltige Erholung „derzeit nicht erkennbar“
„Die Umsätze geben wieder nach, und die Schwäche zeigt sich in mehreren zentralen Branchen. Einzelne Lichtblicke können diese Entwicklung nicht ausgleichen“, erklärt Datev-CEO Prof. Dr. Robert Mayr. „Für viele mittelständische Unternehmen bleibt das wirtschaftliche Umfeld damit angespannt. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht erkennbar.“
Die Entwicklung ziehe sich über mehrere Bereiche hinweg und betreffe alle betrachteten Unternehmensgrößen. Besonders das Baugewerbe (-9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat) und der Handel (-6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat) waren von der Schwäche betroffen. Auch im verarbeitenden Gewerbe (-5,0 Prozent) und bei sonstigen Dienstleistungen (-4,8 Prozent) sanken die Umsätze. Anders sah es dagegen im Gastgewerbe aus, wo ein Plus von 5,9 Prozent erreicht werden konnte.
Löhne und Gehälter legen weiter zu
Obwohl die Umsätze im Juli unter dem Vorjahresniveau lagen, legten Löhne und Gehälter weiter zu. Saison- und kalenderbereinigt lagen die Löhne und Gehälter im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,9 Prozent höher, wobei sich das Lohnwachstum abschwächt. Das zeige der Lohnindex, der im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zurückgegangen ist.
Den stärksten Lohnzuwachs kann das Gastgewerbe mit 6,5 Prozent vorweisen. Allgemein haben mittlere Unternehmen die Löhne insgesamt besonders deutlich erhöht. Im Juli lagen die Löhne bei mittleren Unternehmen 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Beschäftigung sinkt – außer bei Kleinstunternehmen
Weniger gut sieht es allerdings bei der Beschäftigung aus: Diese sank insgesamt saison- und kalenderbereinigt 0,2 Prozent unter den Vormonats- und den Vorjahreswert. Die Rückgänge betreffen alle Unternehmensgrößen bis auf Kleinstunternehmen, die ihre Beschäftigten mit +0,6 Prozent noch im positiven Bereich halten konnten. Kleinere Unternehmen zeigen sich in dieser Frage dem Datev Mittelstandsindex zufolge „stabiler“ als die mittleren Unternehmen, in denen die Beschäftigung Rückgänge verbucht.
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Michael Pohlgeers
Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.
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