Herausforderung Kundenbindung: Shops verlieren 85 Prozent der Käufer

Veröffentlicht: 01.10.2025
imgAktualisierung: 01.10.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.10.2025
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Frau mit Kreditkarte vor Laptop
VitalikRadko / Depositphotos.com
Impulskäufe dominieren den Online-Handel. Deswegen kommt ein Großteil der Kunden nie wieder zu einem bestimmten Shop zurück.


Online-Händler hadern aktuell mit der Kundenbindung. Laut einer aktuellen Studie des E-Commerce-Unternehmens Uptain bestellen nur 14,77 Prozent der Online-Shopper ein zweites Mal in demselben Shop. Über 85 Prozent sind einmalige Käufer – oft, weil Produkte spontan und impulsiv gekauft werden. Noch geringer ist der Anteil der Kunden, die zu Stammkunden werden: Nur 12,37 Prozent tätigen mehr als drei Bestellungen, und weniger als 2 Prozent kaufen sogar regelmäßig.

Für Händler bedeutet das: Das Potenzial für langfristige Kundenbeziehungen bleibt häufig ungenutzt. Dabei sind gerade diese Wiederkäufer besonders wertvoll.

Warum Wiederkäufer profitabler sind

Die Untersuchung zeigt, dass die Warenkörbe von Bestandskunden im Schnitt 80,41 Euro betragen – deutlich mehr als die 59,90 Euro bei Einmalkäufern. Außerdem benötigen Bestandskunden weniger Marketingbudget, was den Return on Investment (ROI) zusätzlich erhöht. Allerdings sinkt der durchschnittliche Warenkorbwert, sobald ein Kunde mehr als drei Bestellungen getätigt hat.

Ein weiterer spannender Aspekt: Der Zeitraum zwischen den Bestellungen verkürzt sich bei wiederkehrenden Käufern. Während die zweite Bestellung durchschnittlich nach zwei Wochen erfolgt, werden die Abstände danach immer kürzer. Für Händler ist das eine wichtige Chance, den richtigen Zeitpunkt für gezielte Marketingaktionen zu nutzen.

Tipps für eine bessere Kundenbindung

Damit Erstkäufer zu treuen Stammkunden werden, sollten Händler gezielt in Kundenbindungsmaßnahmen investieren. Einige wirkungsvolle Strategien sind:

  • Timing nutzen: Nach der ersten Bestellung ist das Zeitfenster für eine zweite besonders groß. Automatisierte Follow-up-Mails, Rabatte oder personalisierte Produktempfehlungen innerhalb von zwei Wochen können entscheidend sein.
  • Personalisierung einsetzen: Standard-Newsletter reichen nicht mehr aus. Stattdessen sollten Händler Personalisierung, dynamische Produktempfehlungen oder WhatsApp-Nachrichten nutzen, um Kunden individuell anzusprechen.
  • Einfache und klare Angebote: Wiederkehrende Käufer verbringen weniger Zeit im Shop und klicken sich schneller durch. Daher sind prägnante Botschaften und klare Rabattaktionen effektiver als langes Stöbern.
  • Treueprogramme entwickeln: Punkte- oder Bonusprogramme schaffen Anreize für weitere Bestellungen und geben Kunden das Gefühl, belohnt zu werden
  • Kundenservice als Bindungsfaktor: Schnelle, unkomplizierte Hilfe im Problemfall stärkt Vertrauen – und Vertrauen ist die Basis für eine langfristige Beziehung.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 01.10.2025
img Letzte Aktualisierung: 01.10.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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KOMMENTARE
6 Kommentare
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dirk
02.10.2025

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Das sind ja immer alles ganz tolle - "spannende" - Statistikergebnisse. Nur dass für den speziellen Händler ebenso wie für den Kunden dann in der Regel doch ganz andere Dinge maßgeblich sind. Zuallererst: Um was für Produkte handelt es sich. So ist die Frage der wiederkehrenden Kunden für einen Genralisten wie Amazon, Kaufland und Otto eine ganz andere als z.B. für einen Verkäufer von Waschmaschinen. Dem dürfte es extrem schwer fallen, innerhalb von zwei Wochen selbst einen extrem zufriedenen zum Kauf einer zweiten Waschmaschine zu animieren. Da kann er ihn noch so penetrant mit Newslettern und Angeboten zuballern. Aber auch die Daten solcher Händler und Produkte fließen vermutlich in derartige Studien und Umfragen ein - was den Wert solcher Daten und ihre Aussagekraft extrem in Frage stellt. Aber schön, drüber geredet zu haben...
Frank2
02.10.2025

Antworten

Ist doch kein Wunder, wenn mann nicht gerade ein verbrauchsprodukt des täglichen Bedarfs hat, gibt es auch wenig Gründe mehrmals im selben shop zu bestellen, den als Hobbyhandwerker brauch ich ggf. Halt nur alle paar Jahre ein neues Sägeblatt oder veim Hundefutter schaut man halt auch wer dennprwis gerade unterbietet und bestesltzzum Leidwesen des shops jalt ggf. Nur einmal ....
JK
02.10.2025

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Hinweis zur Praxis großer Shop- und Marktplatzbetreiber im Umgang mit Direktwerbung Dieser Beitrag beleuchtet bewusst einen alternativen, betriebswirtschaftlich geprägten Ansatz zur Bewertung rechtlicher Risiken im E-Commerce. Bei zahlreichen großen Onlinehändlern – insbesondere im Bereich Lebensmittel, Technik und Apotheken – lässt sich beobachten, dass gesetzliche Vorgaben zum Versand von Werbung systematisch ignoriert werden. Selbst wenn Kunden bei der Bestellung ausdrücklich keine Zustimmung zum Erhalt von Newslettern oder Werbemails erteilen, folgen dennoch regelmäßig Angebote, Rabattcodes oder Aktionshinweise per E-Mail. Diese Praxis ist nach geltendem Recht unzulässig und birgt ein klares Risiko für wettbewerbsrechtliche Abmahnungen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Betreiber dieses Risiko bewusst einkalkulieren – weniger mit Blick auf die rechtliche Zulässigkeit, sondern eher unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten: Was kostet eine Abmahnung im Verhältnis zum Umsatz durch aggressive Direktwerbung? Kommt es zu einer Abmahnung, kann ein Unternehmen – sofern bereits eine wirksame strafbewehrte Unterlassungserklärung gegenüber einem anderen Mitbewerber abgegeben wurde – wie folgt reagieren: „Der gerügte Verstoß ist bereits Gegenstand einer wirksam abgegebenen strafbewehrten Unterlassungserklärung. Die Wiederholungsgefahr ist damit beseitigt. Aus Gründen des Datenschutzes kann ich keine personenbezogenen Angaben zum Erstabmahner machen, stehe aber für eine gerichtliche Klärung zur Verfügung.“ In einem solchen Fall stellt sich die Frage, ob der zweite Abmahner tatsächlich den Klageweg beschreiten wird. Denn wenn die Wiederholungsgefahr bereits beseitigt ist, dürfte der Rechtschutzgrund entfallen oder zumindest stark abgeschwächt sein – ebenso wie die Aussicht auf Kostenerstattung. Es ist davon auszugehen, dass große Anbieter diese Risiken genau analysieren und strategisch bewerten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, erscheint in solchen Konstellationen gering – und damit für viele Unternehmen kalkulierbar.
Peter
01.10.2025

Antworten

Follow up Emails ohne Newsletter OptIn ??? Und ich will auch nicht wissen wie viele Kunden dann genervt nie wieder bestellen, mich nervt sowas tierisch.
Robert
01.10.2025

Antworten

Durch immer strengere EU-Regelungen werden Onlineshops bei fast allem ausgebremst. Kein Wunder, dass echte Kundenbindung kaum noch möglich ist. Früher konnte man Interessenten unkompliziert per E-Mail erreichen – heute braucht es unzählige Einverständniserklärungen, selbst bei WhatsApp Business. Das eigentliche Problem: Mit potenziellen Kunden darf man kaum noch direkt in Kontakt treten, ohne ständig das Risiko einer Abmahnung im Nacken zu haben. Da wirken Treueprogramme oder Bonusaktionen eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ron
01.10.2025
Ja die Grenzen sind heutzutage sehr sehr eng gesteckt. "Legal" ohne opt-in (was 99% nicht machen) ist quasi nichts mehr möglich.