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Konkurrenz aus China erreicht neues Ausmaß: Deutsche Unternehmen schlagen Alarm

Veröffentlicht: 09.09.2026
imgAktualisierung: 09.09.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 3 Min.
09.09.2026
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ca. 3 Min.
Made in China
digitalstorm / Depositphotos.com
Zwei Drittel der deutschen Unternehmen spüren verschärften Wettbewerb durch China. Am stärksten betroffen ist die Industrie.


Die deutsche Wirtschaft sieht sich einer deutlich verschärften Konkurrenz durch chinesische Unternehmen ausgesetzt. „Der Wettbewerb mit China hat ein neues Ausmaß erreicht“, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Donnerstag in Berlin. Chinesische Unternehmen würden längst nicht mehr nur über Menge und Preis konkurrieren, sondern seien inzwischen technologisch stark, innovativ und international zunehmend präsent, so Treier.

Der US-amerikanische Ökonom Brad Setser spricht im Spiegel bereits von einem China-Schock 2.0. Der erste Schock war zu Beginn des Jahrtausends, als China der Welthandelsorganisation beitrat und im Nachgang Produktion in großem Umfang nach Fernost wanderten

Industrie besonders unter Druck

In einer DIHK-Umfrage unter rund 1.300 deutschen Unternehmen gaben zwei Drittel an, verstärkten Wettbewerbsdruck aus China zu spüren. Besonders betroffen ist demnach die Industrie mit 83 Prozent – deutlich stärker als Handel oder Dienstleister. Von den Unternehmen mit eigenem Standort in China berichten sogar 88 Prozent von wachsender Konkurrenz. Bemerkenswert: Auch 38 Prozent der Firmen ohne direktes China-Geschäft spüren einen härteren Wettbewerb.

Trotz des Drucks will sich kaum ein betroffenes Unternehmen zurückziehen. Stattdessen setzen 60 Prozent auf Produktinnovationen, 50 Prozent auf Kostensenkungen und 39 Prozent auf die Erschließung neuer Absatzmärkte. Fast jedes dritte Unternehmen kann sich zudem mehr Kooperationen mit chinesischen Partnern vorstellen.

Handelsungleichgewicht als Treiber

Das deutsche Handelsdefizit mit China hat sich in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet: von 14 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf über 90 Milliarden Euro im Jahr 2025. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die deutschen Exporte nach China um 12,4 Prozent, während die Importe aus der Volksrepublik um 8,6 Prozent stiegen.

Unternehmen fordern geschlossenes Auftreten der EU

Die deutsche Wirtschaft geht nicht davon aus, dass sich die Lage von selbst entspannt. Zwei Drittel der Unternehmen fordern ein geschlossenes Auftreten der EU gegenüber China, 36 Prozent plädieren für stärkere Zugangsbeschränkungen zum EU-Binnenmarkt, 31 Prozent für schärfere Handelsschutzmaßnahmen. Aber: Immerhin jedes vierte Unternehmen würde die Handels- und Investitionshürden lieber abbauen.

Auch eigene Nachteile nehmen viele Unternehmen dabei in Kauf: 55 Prozent befürworten stärkere EU-Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen, selbst wenn dadurch höhere Preise, mehr Bürokratie, Zölle oder Gegenmaßnahmen drohen. 37 Prozent lehnen das ab. Volker Treier betont jedoch, es gehe den Unternehmen nicht um einen Handelskrieg, sondern um fairen Wettbewerb statt Abschottung – bestehende Instrumente müssten konsequent genutzt werden.

Thema auch bei G20 und in EU-China-Gesprächen

Der Umgang mit China zählte auch beim Treffen der G20-Finanzminister in dieser Woche in den USA zu den zentralen Themen. Die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer soll demnach gegen nicht-marktbezogene Ansätze sowie gegen Verwerfungen durch übermäßige Exporte vorgehen, die andere Wirtschaftsregionen schädigen. China wollte einzelne Formulierungen dabei nicht mittragen, während der Rest der G20 die US-Position unterstützte. Die USA fordern von China höhere Importe und geringere Exporte und haben die Volksrepublik bereits mit höheren Zöllen belegt. 2025 erreichte Chinas Handelsüberschuss mit dem Rest der Welt einen Rekordwert von knapp 1,2 Billionen US-Dollar.

Die EU und China haben sich bis Oktober Zeit gegeben, um bestehende Handelsspannungen abzubauen. Einer Studie der Deutschen Bank zufolge könnten notfalls Maßnahmen gegen chinesische Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sowie Schutzmaßnahmen im Maschinenbau und bei elektrotechnischen Gütern greifen – Bereiche, in denen vor allem die deutsche Autobranche stark von China abhängig ist. Grundlegende Wettbewerbsnachteile Europas gegenüber China ließen sich damit aber nicht ausgleichen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 09.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 09.09.2026
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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cf
11.09.2026

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Meinung: Die Aussage "...sondern seien inzwischen technologisch stark, innovativ und international zunehmend präsent" sagt doch schon alles. Die EU macht durch immer mehr Regelungen die eigene Wirtschaft kaputt, erstickt Innovation im Keim, da kein Gründer die ganze Regelungswut versteht und es lieber gleich lässt und beschwert sich dann, wenn andere Länder "inzwischen technologisch stark, innovativ usw." sind? Wer hätte gedacht, dass Länder ohne diesen Bürokratiewahn auch klarkommen.... Ist wohl wie bei der Geldanlage: etwas mehr Risiko zulassen bringt auch Gewinne. Wer zu sehr auf Sicherheit setzt braucht keine großen Gewinne erwarten.