Doch keine Stromsteuersenkung: Handel ist entsetzt

Veröffentlicht: 04.07.2025
imgAktualisierung: 04.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.07.2025
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Der Deutsche Bundestag
CarlosNeto / Depositphotos.com
Die angekündigte Senkung der Stromsteuer kommt nun doch nicht. Handelsverbände werfen der Bundesregierung Wortbruch vor.


Nach einem Koalitionsausschuss hat die Bundesregierung am Mittwoch entschieden, vorerst keine Senkung der Stromsteuer für Unternehmen und private Haushalte zu beschließen, sondern nur für das produzierende Gewerbe. Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD aber genau diese Senkung angekündigt. Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil begründen dies mit der derzeitigen Haushaltslage.

Der Rückzieher sorgt für scharfe Kritik. Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Groß- und Außenhandelsverband BGA werfen der Koalition Wortbruch vor. „Auf das Wort der Bundesregierung ist offenbar kein Verlass. Wenn nicht einmal ein zentrales Entlastungsversprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst wird, sehe ich schwarz für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland“, kommentiert HDE-Präsident Alexander von Preen.

Fehlende Planungssicherheit

Die politischen Rahmenbedingungen müssten für Zuverlässigkeit und Planbarkeit sorgen. Die versprochene Steuersenkung hätte für den Einzelhandel zu Kostenentlastungen von 700 Millionen Euro geführt. „Die Stromsteuersenkung für alle steht im Koalitionsvertrag. Darauf haben sich die Händlerinnen und Händler eingestellt. Jetzt fehlen Hunderte Millionen Euro in der Geschäftsplanung“, so von Preen. Auch der private Konsum sei von der fehlenden Steuererleichterung bedroht. Verbraucher:innen bräuchten mehr finanziellen Spielraum, denn darauf sei letztlich auch der Handel angewiesen.

In einem gemeinsamen Schreiben von HDE und BGA an die Bundesregierung heißt es, die neue Regierung habe Entlastungen bei Bürokratie und Energiekosten versprochen und einen Aufschwung angekündigt. „Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses lassen an der Ernsthaftigkeit der Vorhaben der neuen Bundesregierung erhebliche Zweifel aufkommen“, zitiert der Spiegel aus dem Schreiben.

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Veröffentlicht: 04.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 04.07.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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ralf
07.07.2025

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Nur das produzierende Gewerbe erhält eine Stromsteuersenkung? D.h. wenn man etwas produziert ist man dabei? Dann würden wir dazu gehören. Oder wie soll man das verstehen? Und wie macht man das seinem Stromanbieter klar?
TS
07.07.2025

Antworten

Wieso so überrascht? Bis jetzt wurden doch alle Versprechen gebrochen und die Wähler betrogen. Und zur zur nächsten Wahl ist es auch wieder vergessen ...
Querbeethanse
06.07.2025

Antworten

Nur weiter so liebe Regierung und wir haben nach der nächsten Wahl die AfD an der Macht. Mit Ansage in den Abgrund. Ich bin dann weg