JD.com öffnet europäischen Händlern die Tür nach China

Veröffentlicht: 25.03.2026
imgAktualisierung: 25.03.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.03.2026
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ca. 2 Min.
JD.com LKW auf einer Straße
JD.com
JD.com will europäischen Händlern den China-Einstieg erleichtern – mit einem Förderprogramm, neuen Partnerschaften und der Plattform Joybuy.


Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com weitet seine Aktivitäten in Europa aus. Mit einem neuen Förderprogramm, mehreren Partnerschaftsabschlüssen und dem weiteren Ausbau seiner europäischen Handelsplattform Joybuy will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben als Vermittler zwischen europäischen Händlern und dem chinesischen Markt etablieren.

Milliarden-Programm soll 1.000 Marken nach China bringen

Kern der angekündigten Strategie ist der sogenannte „10 Billion GigaGrowth Plan". Das 2025 gestartete Programm verfolgt laut JD.com das Ziel, innerhalb von drei Jahren 1.000 internationale Marken auf der Plattform zu etablieren. Als angestrebtes Umsatzziel nennt das Unternehmen umgerechnet rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Über die Importplattform Jingdong Cross-border sollen europäische Händler ihre Produkte an chinesische Konsumenten verkaufen können.

„Unsere Mission ist es, die Komplexität des Einstiegs in den chinesischen Markt zu vereinfachen", erklärt ein Sprecher von Jingdong Cross-border. „Chinesische Verbraucher sind anspruchsvoll: Sie legen zunehmend Wert auf Qualität, Vielfalt und die authentische Geschichte hinter den Marken, die sie wählen. Deshalb streben wir an, 1.000 neue Marken weltweit einzuführen."

Der konzerneigene Logistikarm Jingdong Logistics übernehme die gesamte Lieferkette, von der Abholung beim europäischen Anbieter über die Zollabwicklung bis zur Haustürzustellung in China.

Joybuy in sechs Ländern, Same-Day-Delivery angekündigt

Parallel dazu betreibt JD.com mit Joybuy eine eigene Retail-Plattform in Europa, die nach Unternehmensangaben inzwischen in sechs Ländern verfügbar ist: Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Über den konzerneigenen Lieferdienst JoyExpress sollen Kunden in ausgewählten Städten eine Same-Day-Delivery erhalten – konkret: Bestellungen bis 11 Uhr sollen noch am selben Tag bis 23 Uhr zugestellt werden. Welche Städte das betrifft und wie verlässlich dieser Service in der Praxis funktioniert, lässt das Unternehmen offen.

Zuletzt hatte JD.com ein Memorandum of Understanding mit DHL geschlossen, um deutschen Marken den Einstieg in den chinesischen Markt zu erleichtern. Daneben vermeldete das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem spanischen Lebensmittelhersteller BayMar. Beide Vereinbarungen folgen demselben Muster: JD.com positioniert sich als Rundum-Dienstleister für den grenzüberschreitenden Handel – ob das Modell für europäische Händler in der Praxis hält, was das Unternehmen verspricht, bleibt abzuwarten.

Veröffentlicht: 25.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 25.03.2026
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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cf
26.03.2026

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Das sollte man mal bewußt lesen... Hier in Deutschland wird immer mehr Billig-Ware aus China gekauft und niemand interessiert wie oder wo das hergestellt wird - solange es nur günstig ist, während in China der Anspruch der Kund*innen auf Qualität und authentische Geschichten zu den Marken wächst. Ich frage mich nur, wer hier die qualitative Ware herstellt, wenn die meisten doch auch nur China-Importe weiterverkaufen... Hat schon eine gewisse (unsinnige) Art von Humor...