Insolvenzen in Deutschland werden deutlich steigen

Veröffentlicht: 04.06.2025
imgAktualisierung: 04.06.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.06.2025
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Insolvenz: Schild mit Schriftzug „geschlossen“ an einer Glastür
buecax / Depositphotos.com
Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass die Zahl der deutschen Insolvenzen weiter steigen wird.


Zölle, eine schwache Konjunktur, Handelskonflikte – die wirtschaftlichen Gegebenheiten setzen hiesige Unternehmen unter Druck und werden einer neuen Analyse zufolge das Insolvenzgeschehen weiter befeuern. „Durch die Zollspirale steigen Insolvenzen 2025 in der Bundesrepublik um voraussichtlich elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 24.400 Fälle“, zitiert Reuters den Kreditversicherer Allianz Trade. Noch im März hatte der erwartete Wert etwas niedriger, bei einem Plus von zehn Prozent, gelegen.

Und auch für 2026 erwarten die Experten keine Erholung: Stattdessen gehen die Prognosen für das kommende Jahr von einem erneuten Anstieg, um drei Prozent, aus: Dann werden 25.050 Unternehmen betroffen sein. 

Hohe Schäden durch Großinsolvenzen

Sorge bereiten dabei potenziell hohe Schäden, die durch eine steigende Zahl an Großinsolvenzen zu erwarten seien. Allein im vergangenen Jahr seien weltweit 469 Großunternehmen mit einem Gesamtumsatz von 185 Milliarden Euro in die Insolvenz gerutscht. Und auch das neue Jahr zeigt keine Besserung: Der Studie zufolge wurden in den ersten drei Monaten 2025 weltweit mehr als 122 entsprechende Fälle registriert, was mit Blick auf den Vorjahreszeitraum einem Zuwachs um 14 Prozent entspricht.

Der Westen Europas sei im Zuge dieser Entwicklung besonders hart betroffen: „Im Epizentrum der großen Insolvenzen befand sich mit einem Zuwachs von 16 Prozent auf 74 Fälle erneut Westeuropa“, heißt es demnach weiter. Insgesamt entfallen rund 61 Prozent aller Großinsolvenzen weltweit auf die hiesige Region.

„Das vergangene Jahr markierte einen Negativ-Rekord bei den Großinsolvenzen in Deutschland“, kommentierte Milo Bogaerts, Chef der DACH-Region bei Allianz Trade. Um 36 Prozent sei die Zahl der Großinsolvenzen angestiegen – der Wert lag bei 87 betroffenen Unternehmen. „Angesichts der trüben wirtschaftlichen Aussichten sowohl in Deutschland als auch beim Welthandel und den vielen Unsicherheiten durch das Zoll-Gewitter“ sei auch für 2025 von einer hohen Zahl an Großinsolvenzen und damit verbunden auch hohen Schäden auszugehen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 04.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 04.06.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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cf
05.06.2025

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Und da zeigt sich dann, dass die stetige Marktkonsolidierung hin zu nur noch Großunternehmen doch keine so gute Idee ist. Geht einer pleite gibt es ggf. bestimmte Produkte nicht mehr und es gibt sofort ettliche Arbeitslose. Vielleicht sind kleine und mittlere Unternehmen ja doch irgendwie die Stütze der Gesellschaft?...
Martin Bergs
04.06.2025

Antworten

Zoll, schwache Konjunktur, Handelskonflikte och bitte - deutsche Bürokratie, Freiraum für abmahnwahnsinnige und Vorschriften, wo sich nur der deutsche Handel die "Beine" bei bricht, während europaweit der Onlinehandel moderat wächst, GPSR, DSVGO / GDRP, LUCID ect., alles wichtig, wird aber nur in Deutschland hart bestraft, vor dem eigentlichen Lebenserhalt, Umsatz, Ertrag usw., die aggressive Einhaltung und anderen das Recht geben zur Strafe, Klage, Abmahnung deutscher Vorschriften, beeinflusst das Wachstum im stationären wie Onlinehandel in Deutschland, nicht nur Zölle, schwache Konjunktur, Handelskonflikte, es fängt im Kleinen schon an, die kleinen nicht leben zu lassen, lasst uns doch die "Kirche" im Dorf lassen
Sjaak
04.06.2025

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Die Firmen gehen nicht insolvent. Sie hören lediglich auf zu produzieren.