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Immer mehr Firmen rutschen in die Insolvenz – Höchststand noch nicht erreicht

Veröffentlicht: 24.06.2026
imgAktualisierung: 24.06.2026
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 2 Min.
24.06.2026
img 24.06.2026
ca. 2 Min.
Insolvenz: Geschäft mit Geschlossen-Schild
claudiodivizia / Depositphotos.com
Die Zahl hiesiger Firmeninsolvenzen ist auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Es sei von einer weiteren Verschlechterung auszugehen.


Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt. Laut Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform werden bis Ende des ersten Halbjahres 2026 rund 12.900 Unternehmen eine Insolvenz anmelden müssen. Mit Blick auf den Vorjahreszeitraum wäre dies nicht nur eine Steigerung um fast acht Prozent, sondern zugleich auch der höchste Stand seit dem Jahr 2013. Damals wurden 13.310 Fälle registriert.

Negativtrend soll sich weiter fortsetzen

Die Veröffentlichung der Prognose koppelt Creditreform zudem an eine Warnung: „Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, wird Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, von der Tagesschau zitiert. Diese Entwicklung werde sich demnach „erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst“. Nach aktuellem Stand könnte das frühestens 2027 der Fall sein.

Viele Betriebe geraten derzeit von mehreren Seiten unter Druck: Energie bleibt teuer, Konsumenten halten sich beim Kaufen zurück, bürokratische Anforderungen steigen und wirtschaftliche Unsicherheit erschwert die Planung. Die Situation der ohnehin belasteten Wirtschaft wurde zudem durch den Iran-Krieg weiter verschärft. Insbesondere die gestiegenen Energiepreise machen vielen Unternehmen zu schaffen. „Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen“, erklärte Hantzsch weiter.

Handel etwas stabiler – aber keine Entwarnung

Im Branchenvergleich zeigt sich ein gemischtes Bild. Besonders stark betroffen ist der Dienstleistungssektor mit fast 7.900 Insolvenzen im ersten Halbjahr, was einem Wachstum um 12,6 Prozent entspricht. Hierzu zählt indes auch der gastronomische Bereich. Während der Insolvenzen-Zuwachs am Bau noch bei 4,5 Prozent liegt, sticht der Handel mit einem Zuwachs von nur 1,3 Prozent fast positiv hervor.

Auch über die Art der betroffenen Unternehmen gibt Creditform Auskunft: Bei großen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden sei der Anstieg der Insolvenzen überdurchschnittlich groß gewesen. Nichtsdestoweniger betraf ein Großteil der Firmenpleiten kleine Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden: Auf sie gehen 81 Prozent der Fälle zurück. Gerade sie haben oft geringe Rücklagen und weniger Spielraum, um Umsatzrückgänge oder Kostensteigerungen auszugleichen.

Daneben gerieten auch auffallend mehr junge Unternehmen in Schwierigkeiten. Bei Firmen, die höchstens zwei Jahre am Markt sind, stieg die Zahl der Insolvenzen um 25,3 Prozent auf 1.140 Fälle. Creditreform erklärt dies unter anderem mit einer gestiegenen Zahl an Gründungen: Mehr neue Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld bedeuten demnach auch mehr gescheiterte Geschäftsmodelle.

Zehntausende Jobs betroffen, aber der Arbeitsmarkt bleibt überwiegend robust

Alles in allem schätzt die Wirtschaftsauskunftei die gefährdeten Jobs in den ersten sechs Monaten auf einen Wert von 165.000. „Zwar belasten die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Inflation viele Verbraucher, der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich jedoch immer noch weitgehend robust, auch wenn zunehmend insbesondere im verarbeitenden Gewerbe gut bezahlte Stellen abgebaut wurden“, so das Fazit zu den Zahlen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 24.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 24.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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cf
29.06.2026

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Die Bundesregierung könnte das noch etwas fördern und, wie bei der Verpackungsverordnung, bei welcher künftig auch der echte Hersteller und die Händler (wegen des Aufklebers) zahlen müssen, einfach die Mehrwertsteuer nicht mehr Vorsteuer-abzugfähig machen. Es müssen einfach alle auf allen Lieferebenen die MwSt zahlen und an das Finanzamt abführen. Das würde ja sooo viele Milliarden in die Staatskasse spülen - das da noch keiner drauf gekommen ist....