Handarbeitsbranche vor strukturellen Herausforderungen

Veröffentlicht: 23.03.2026
imgAktualisierung: 23.03.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 1 Min.
23.03.2026
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Bunte Wollknäuel in Blau- und Türkistönen mit Stricknadeln auf rustikalem Holztisch angeordnet
MicEnin / Depositphotos.com
Zahlen zeigen: Der Umsatz in der DIY-Branche bleibt stabil, verschiebt sich aber innerhalb der Segmente.


Der deutsche Markt für Handarbeitsbedarf habe 2025 bei rund 960 Millionen Euro stagniert. Das geht aus Zahlen der Initiative Handarbeit hervor, die auf der Fachmesse h+h cologne vorgestellt wurden. Innerhalb der Segmente zeigten sich Verschiebungen: Strick- und Häkelgarne legten zu, während Stoffe rückläufig waren. Für den Handel bleiben hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie schwächelnde Innenstädte die zentralen Herausforderungen.

Wachstum bei Garnen, Druck bei Stoffen

Den Angaben zufolge sei der Bereich Strick- und Häkelgarne mit 400 Millionen Euro größtes Einzelsegment gewesen und habe gegenüber 2024 (375 Millionen Euro) um sieben Prozent zugelegt. Der Stoffbereich habe 223 Millionen Euro erreicht, nach 248 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nachfrage im Bereich Repair nehme zu, getrieben durch Nachhaltigkeitsmotive und knappe Budgets. Der Umsatz mit Nähmaschinen blieb mit 146 Millionen Euro stabil, Bücher, Zeitschriften und Anleitungen legten leicht auf 48 Millionen Euro zu.

„Ein wichtiger Faktor für den Boom beim Stricken und Häkeln ist, dass immer mehr junge Menschen das Handarbeiten für sich entdecken“, so Hedi Ehlen, Geschäftsführerin der Initiative Handarbeit.

Strukturprobleme im stationären Handel

Die Branche stehe weiterhin unter Kostendruck: Steigende Energie- und Rohstoffpreise erhöhten Produktionskosten und belasteten Hersteller wie Händler. Viele Innenstädte litten unter sinkenden Besucherzahlen, steigenden Mieten und Leerständen, was den Betrieb kleiner Fachgeschäfte erschwere. Zugleich lebe die DIY-Branche stark vom haptischen Einkaufserlebnis und Beratung vor Ort.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 23.03.2026
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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cf
23.03.2026

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Und zeitgleich hemmt das ganze Lieferketten-Dokumentations und Herkunftsnachweis-Gedöns das Handwerk, denn man muss erstmal einen Stoffhändler finden der auch die Informationen liefern kann, wo der jeweilige Stoff mit welchen Rohstoffen zu welchen Bedingungen hergestellt wurde. Ansonsten bekommt man in Kürze mit dem digitalen Produktpass eh Probleme und kann die daraus erzeugte Ware nicht mehr verkaufen... Wenn eins auf dem anderen aufbaut....