Das Hauptzollamt Frankfurt am Main hat mit einem groß angelegten Einsatz gegen Schwarzarbeit mehrere Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet durchsucht. Dabei standen vor allem zwei miteinander verbundene E-Commerce-Firmen aus dem Elektroniksegment im Fokus. Die Unternehmen stehen in Verdacht, ausländische Arbeitskräfte eingeschleust und diese systematisch ausgebeutet zu haben, sowie umfangreich gegen Sozialversicherungs- und Steuerpflichten verstoßen zu haben, wie Retail-News berichtete.
Durchsuchungen von rund 300 Einsatzkräften
Rund 300 Einsatzkräfte waren im Einsatz und durchsuchten elf Wohn- und Geschäftsobjekte sowie Lagerhallen. Neben dem Hauptzollamt waren auch weitere Zollämter, Staatsanwälte, Landespolizeikräfte und das Technische Hilfswerk beteiligt. Dabei wurde auch ein gerichtlicher Vermögensarrest von rund 43.000 Euro vollstreckt. Außerdem wurden Konten gepfändet und Mobiltelefone als Beweismittel beschlagnahmt.
Systemische Ausbeutung chinesischer Arbeitskräfte
Die Ermittlungen richten sich gegen drei Beschuldigte im Alter zwischen 34 und 45 Jahren. Die zwei Männer und eine Frau gelten als Verantwortliche der beiden Unternehmen, die im Bereich E-Commerce für Elektronikprodukte, Zubehör, sowie Reparatur- und Servicedienstleistungen tätig sind. Seit November 2025 sollen sie überwiegend chinesische Arbeitskräfte eingesetzt haben, die nicht ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung gemeldet waren. In einigen Fällen hatten die Arbeitskräfte keinen Aufenthaltstitel für Deutschland.
Von den 63 angetroffenen Arbeitnehmer:innen waren 29 ohne gültige Arbeitserlaubnis. Außerdem wurden prekäre Arbeits- und Unterbringungsbedingungen offengelegt, wie niedrige Temperaturen, verschmutzte Unterkünfte und mangelhafte sanitäre Einrichtungen.
Schwere strafrechtliche Vorwürfe
Gegen die Beschuldigten werden schwere strafrechtliche Vorwürfe erhoben: Einschleusen von Ausländern, Arbeitsausbeutung, Vorenthaltung und Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Steuerhinterziehung.
Um welche Unternehmen es sich handelt, wurde nicht öffentlich gemacht. Ob und wann dies öffentlich gemacht wird, ist derzeit offen. Die Zahlen sprechen gegen einen großen Konzern, allerdings für operative Strukturen, die über das Niveau eines kleinen Online-Händlers hinausgehen.
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.
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