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Google droht nach DMA-Strafe Schadensersatz von bis zu 10 Mrd. Dollar

Veröffentlicht: 28.07.2026
imgAktualisierung: 28.07.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
28.07.2026
img 28.07.2026
ca. 2 Min.
Google App auf einem Smartphone
GekaSkr / Depositphotos.com
Nachdem Google eine Milliardenstrafe wegen DMA-Verstößen erhalten hatte, verlangen Konkurrenten nun Schadensersatz.


Für die Google-Mutter Alphabet könnte es teuer werden: Nachdem das Unternehmen eine EU-Strafe in Höhe von 890 Millionen Euro erhalten hatte, könnten nun mehrere Konkurrenten den Suchmaschinenbetreiber verklagen, um Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Wie Reuters berichtet, könnten sich die Forderungen auf bis zu 10 Milliarden US-Dollar belaufen. Google „sieht sich nun mit Klagen kleinerer Rivalen in ganz Europa konfrontiert, so ein halbes Dutzend Anwälte und Prozessfinanzierer sowie eine Bilanz der in einem halben Dutzend Ländern eingereichten Fälle“, heißt es.

10 Milliarden Euro Strafe in 9 Jahren

Die Rechnungen summieren sich für Alphabet inzwischen empfindlich auf. 2017 wurde Google eine Strafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro auferlegt, weil das Unternehmen seinen eigenen Shopping-Service bevorzugt hatte. 2018 folgte die nächste Strafe in Höhe von 4,1 Milliarden Euro, weil das Android-System genutzt wurde, um Konkurrenten zu blockieren. 2025 kamen dann 2,95 Milliarden Euro Strafe wegen wettbewerbswidrigen Praktiken im Werbebereich dazu. Mit der aktuellen DMA-Strafen in Höhe von 890 Millionen Euro macht das eine Gesamtsumme in Höhe von 10,36 Milliarden Euro in den vergangenen neun Jahren.

Gegen die Strafe aus dem Jahr 2025 hat Google Berufung eingelegt, im Fall der aktuellen Strafe wird das ebenfalls erwartet.

Konkurrenten könnten Schadensersatz einklagen

Dass Konkurrenten gegen Google klagen, ist nichts Neues. Vergangenen November erwirkte Idealo vor dem Landgericht Berlin Schadensersatz in Höhe von 465 Millionen Euro, weil Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. Rechtsanwalt Thomas Höppner schätzt, dass Suchmaschinenanbieter „Schadensersatz fordern könnten, möglicherweise nicht nur für den Zeitraum des DMA, sondern auch für die Jahre vor den DMA-Verstößen“. Grund für mögliche Klagen seien ältere EU-Regeln, die Marktmachtmissbrauch untersagen.

„Wir lehnen diese Klagen, die von Unternehmen angestrengt werden, die auf eine Auszahlung aus sind, anstatt in ihre eigenen Produkte zu investieren, entschieden ab“, sagte ein Google-Sprecher laut Reuters. Ob dieser Vorwurf der Geldgier die Konkurrenten von ihren Klagen abhalten kann, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Das Unternehmen scheint in jedem Fall bemüht, teure Klagen und Schadensersatzzahlungen von sich fernhalten zu wollen.

Erster negativer Cashflow – wegen KI

Ein Blick auf Alphabets Finanzen zeigt, dass das auch durchaus nötig ist: Die Google-Mutter hat im zweiten Quartal des Jahres zum ersten Mal einen negativen Cashflow (in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar) ausgewiesen. Das ist seit dem Börsengang vor 22 Jahren noch nie passiert. Grund für diese Entwicklung ist die ungezügelte Investition in KI-Infrastruktur. Allein im vergangenen Quartal habe das Unternehmen satte 44,9 Milliarden Dollar investiert, berichtet Aktiencheck.de. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Konzernleitung Investitionen in Gesamthöhe von 195 bis 205 Milliarden Dollar.

Die liquiden Mittel von Alphabet liegen bei 242,5 Milliarden Dollar – damit habe Alphabet „genug finanziellen Spielraum, um den eingeschlagenen Investitionskurs durchzuhalten“, so die Einschätzung von Aktiencheck.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.07.2026
img Letzte Aktualisierung: 28.07.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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