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GameStop zieht 56-Milliarden-Dollar-Angebot für Ebay offenbar zurück

Veröffentlicht: 11.08.2026
imgAktualisierung: 11.08.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
11.08.2026
img 11.08.2026
ca. 2 Min.
Ebay-Logo auf einem Smartphone
Mojahid_Mottakin / Depositphotos.com
GameStop könnte sein Angebot für Ebay zurückziehen und stattdessen eine Partnerschaft anstreben – mit möglicher Rolle für die US-Filialen.


GameStop-Chef Ryan Cohen erwägt offenbar, das milliardenschwere Übernahmeangebot für Ebay zurückzuziehen. Statt einer vollständigen Übernahme soll nun wohl eine Partnerschaft oder ein Joint Venture im Raum stehen. Eine endgültige Entscheidung ist demnach noch nicht gefallen, wie Bloomberg berichtet.

Eine Partnerschaft würde GameStop einen Teil der angestrebten strategischen Vorteile verschaffen, ohne eine vollständige Übernahme finanzieren und anschließend zwei Unternehmen zusammenführen zu müssen. Im Mai hatte GameStop noch 125 Dollar je Ebay-Aktie geboten und den Marktplatz damit mit rund 56 Milliarden Dollar bewertet – bei einem eigenen Jahresumsatz von 3,63 Milliarden Dollar gegenüber 11,1 Milliarden Dollar bei Ebay. Das Angebot sollte Bargeld und Aktien kombinieren und enthielt eine nicht bindende Finanzierungszusage über 20 Milliarden Dollar. Ebays Verwaltungsrat lehnte die Offerte ab und verwies auf die eigenen Wachstumsaussichten sowie mögliche Verschuldungs- und Governance-Risiken.

GameStop hat mit 9,8 Prozent bereits Einfluss aufgebaut

Seither hat sich die Ausgangslage verändert: GameStop meldete im Juli einen Anteil von 9,8 Prozent an Ebay, das entspricht rund 43,4 Millionen Aktien. Damit gehört das Unternehmen bereits zu den bedeutenden Ebay-Anteilseignern und könnte laut Bericht auch ohne Komplettübernahme wirtschaftlichen Einfluss ausüben. Im Gespräch sind zudem Sitze im Ebay-Verwaltungsrat.

Möglich wird der Vorstoß durch die veränderte Finanzlage: Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 verfügte GameStop über rund neun Milliarden Dollar an Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren, nach 4,8 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis drehte trotz leicht rückläufigem Umsatz von einem Verlust von 26,2 Millionen auf einen Gewinn von 232,1 Millionen Dollar.

Stationäres Filialnetz als möglicher Ansatzpunkt

Bei einer Kooperation könnte insbesondere das stationäre GameStop-Netz eine Rolle spielen: Im Gespräch ist eine Nutzung von rund 1.600 US-Filialen durch Ebay. Wie eine solche Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, ist bislang offen. Strategisch denkbar wäre eine Verknüpfung des digitalen Ebay-Marktplatzes mit physischen Dienstleistungen – etwa bei Echtheitsprüfung, Zustandsbewertung oder Warenübergabe von hochwertigen Sammelkarten und anderen Collectibles.

Das Segment gewinnt für GameStop erheblich an Bedeutung: Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen mit Collectibles rund 1,06 Milliarden Dollar, entsprechend 29,2 Prozent des Konzernumsatzes – nach 18,8 Prozent im Vorjahr. Eine Partnerschaft mit Ebay könnte diese Entwicklung zusätzlich unterstützen und zugleich die Transformation weg vom schrumpfenden klassischen Videospielgeschäft vorantreiben.

Ebay wächst unabhängig davon weiter

Ebay selbst befindet sich in einer Wachstumsphase: Der Umsatz stieg 2025 um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar, das Bruttowarenvolumen um sieben Prozent auf 79,6 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich die Entwicklung mit einem Umsatzplus von 19 Prozent auf 3,09 Milliarden Dollar. Ende März zählte die Plattform weltweit 136 Millionen aktive Käufer. Parallel investiert Ebay selbst in den Ausbau des Recommerce-Geschäfts und auch mit dem Fokus auf Ebay Live.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 11.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 11.08.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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