Fehlende Barrierefreiheit kostet Online-Shops Umsatz und Kunden

Veröffentlicht: 02.09.2025
imgAktualisierung: 02.09.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.09.2025
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zlikovec / Depositphotos.com
Digitale Hürden mindern Umsätze für Händler: 80 Prozent der Deutschen brechen Online-Prozesse ab, weil Inhalte schwer zugänglich sind.


Die digitale Barrierefreiheit in Deutschland ist besorgniserregend. 80 Prozent der Nutzer:innen haben Online-Prozesse wie Bestellvorgänge oder das Ausfüllen von Formularen bereits abgebrochen, weil die Inhalte entweder schwer bedienbar oder unverständlich waren. Besonders stark betroffen sind Menschen über 50, doch auch jüngere Generationen stoßen regelmäßig auf digitale Barrieren, die ihre Nutzererfahrung beeinträchtigen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht von AccessiWay mit dem Titel „Barrierefreiheit im Netz: Wie digitale Hürden Kunden kosten“. „Digitale Barrierefreiheit ist kein Nischenthema für Menschen mit Behinderung oder ältere Nutzergruppen, sondern betrifft den Großteil der Bevölkerung. Sie ist damit ein wirtschaftlich relevanter Faktor, der den Geschäftserfolg von Unternehmen unmittelbar beeinflusst“, heißt es von AccessiWay, selbst Anbieter für digitale Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit als Wettbewerbsvorteil

Die Folgen fehlender Zugänglichkeit im Netz sind gravierend: Sie führen nicht nur zu entgangenen Umsätzen, sondern auch zu einem Vertrauensverlust bei den Kund:innen und langfristigen Imageschäden. „Digitale Barrierefreiheit ist nicht allein eine gesetzliche Verpflichtung, sondern entscheidet maßgeblich mit bei Umsatz, Zufriedenheit der Kund:innen und Markenwahrnehmung“, sagt Jan Stedul, Managing Director Germany bei AccessiWay. „Unternehmen, die ihre digitalen Angebote zugänglich gestalten, investieren nicht nur in Inklusion, sondern auch in ihren Geschäftserfolg.“

Vom Frust zum Kaufabbruch

Die konkreten Zahlen der Umfrage, die unter 2.500 Teilnehmenden durchgeführt wurde, sollten für Online-Händler:innen und Webseitenbetreiber:innen ein Weckruf sein. 80,7 Prozent der Befragten haben einen Vorgang schon mindestens einmal abgebrochen. Knapp ein Viertel (24,9 Prozent) bricht häufiger Online-Käufe oder Reisebuchungen ab, weil Inhalte nicht verständlich oder Oberflächen schwer bedienbar sind.

Das ist kein reines Altersproblem. Die Über-50-Jährigen brechen zwar am häufigsten Vorgänge ab (mehr als 83 Prozent), aber auch bei den jüngeren Zielgruppen liegt der Anteil teils deutlich über 70 Prozent.

Nachhaltiger Erfolg durch barrierefreie digitale Lösungen

Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen die Bedeutung von Barrierefreiheit noch immer unterschätzen – und damit großes Potenzial verschenken. Gerade im wettbewerbsintensiven E-Commerce kann eine barrierefreie Gestaltung von Websites und Apps zum entscheidenden Unterschied werden. Sie ermöglicht es, ein breiteres Publikum zu erreichen, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und somit auch den Umsatz nachhaltig zu steigern. Zudem bringt die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben wie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) rechtliche Sicherheit und stärkt das Vertrauen der Verbraucher:innen. Barrierefreiheit ist nicht nur eine lästige rechtliche Vorgabe, sondern – richtig umgesetzt – ein Umsatztreiber.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 02.09.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Swen
03.09.2025

Antworten

Traue keiner Statistik die du nicht selbst erstellt hast ...Das ist zu pauschal über einen Kamm geschoren, es wäre interessant wieviel % haben in einem "normalen" Onlineshop bereits abgebrochen .... auf den Reiseplattformen hat bestimmt JEDER der hier mitliest schon mal abgebrochen, meistens aber aus dem Grund das sich der Preis bei fortschreitendem Bestellprozess immer mehr erhöht :-)
Sandra
03.09.2025

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Hm, das klingt hier eher nach Werbung für das Barrieriefreiheitsgesetz. Ich kenne fast keinen europäischen Shop, der sich an andere EU Regeln hält (Produktsicherheit etc) geschweige denn an dieses. Nur die Deutschen werden so ultimativ gegängelt und abgemahnt bis der Arzt kommt. 80% Kaufabbrüche halte ich auch für ein Gerücht. Dann muss das ja schon immer so gewesen sein. Wenn dann noch “20% wegen irgendeinem angeblich fehlenden Widerrufsbutton” abbrechen, frage ich mich, wie ein dt. Onlinehändler überhaupt überlebt. An erster Stelle wird man durch die absolut überbordende Bürokratie, die ja immer weiter aufgebaut, statt wie versprochen, abgebaut wird, platt gemacht. Alle Welt lacht (leider zu Recht) über uns. Das dängt in Österreich schon an. Wir sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Aber das Barrierefreiheitsgesetz ist glaube ich das absolut letzte, worüber sich St. Händler Gedanken machen müssten