EU-Steuer auf Pakete: Shein ist empört – andere fordern mehr

Veröffentlicht: 23.05.2025
imgAktualisierung: 23.05.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.05.2025
img 23.05.2025
ca. 2 Min.
Versandtüten mit Shein-Logo
DesignerTimi / Depositphotos.com
Die EU will eine Zusatzabgabe auf internationale Sendungen erheben. Daran gibt es Kritik, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen.


Um die Flut an Sendungen aus Asien in die Europäische Union zu verringern, kündigte die EU kürzlich eine Paketgebühr an: Geplant ist unter anderem eine pauschale Abgabe von zwei Euro für Direktverkäufe aus dem Nicht-EU-Ausland. Damit konkretisierte die EU ihre Pläne zur Abgabe aus dem Februar.

Allen voran trifft diese Entscheidung die Geschäftsmodelle von Temu und Shein, die Waren direkt von den chinesischen Herstellern über ihre Marktplätze an hiesige Kund:innen verkaufen und dadurch besonders günstige Preise anbieten. Nicht verwunderlich also, dass die neuen Pläne etwa bei Fast-Fashion-Anbieter Shein nicht auf Gegenliebe stoßen. 

Shein: Zwölf Euro Mehrkosten pro Bestellung in Frankreich

Shein wünscht sich stattdessen Gespräche. „Warum werden wir besteuert? Warum diskutieren wir nicht und finden eine Lösung zwischen den Behörden und den E-Commerce-Plattformen?“, kritisierte Quentin Ruffat, Kommunikationsdirektor und Sprecher von Shein in Frankreich, die Pläne gegenüber dem französischen Radiosender Sud Radio laut Fashionnetwork.

„Unsere Herausforderung besteht darin, unseren Millionen Kunden in Frankreich erschwingliche Mode anzubieten“, erklärte Shein in dem Radiointerview. In Frankreich könnten die EU-Regelung sowie ein neuer Gesetzesentwurf zur Reduktion der Umweltbelastung dazu führen, „dass unsere Kunden zwölf Euro mehr für ihre Shein-Kleidung bezahlen. Wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Franzosen nur 200 Euro für neue Kleidung ausgeben kann, gibt es ein Problem“, sagte der Sprecher. 

Portugiesische Textilverbände fordern höhere Gebühren

Was Shein zu viel ist, ist einzelnen Industrievereinigungen indes sogar noch viel zu wenig, wie sich etwa in Portugal zeigt: Zwei Euro pro Bestellung seien „ein lächerlich niedriger Wert“, erklärte die Geschäftsführerin des portugiesischen Textil- und Bekleidungsverbands (ATP), Ana Paula Dinis, nach Angaben von ThePortugalNews. Sie fordert eine deutlich höhere Abgabe: „Wir sollten eine Gebühr von 20 Euro auf Käufe auf diesen E-Commerce-Plattformen erheben“.

Infolge der hohen Zollgebühren in den USA forcieren Temu und Shein den europäischen Markt aktuell verstärkt. Mit der zusätzlichen Gebühr sollen vor allem die Kosten für weitere Zollkontrollen gedeckt werden.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 23.05.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
2 Kommentare
Kommentar schreiben

Frank2
26.05.2025

Antworten

Warum nur eine Gebühr? Warum nicht die gleich mehrere Steuern wie ins Brasilien? (ca. 100% Aufschlag auf den Warenwert). Warum keine Gebühr? In den USA fallen auch ein paar Dollar an dafür keine Steuern sondern "nur" Zölle, in Australien erst ab einem bestimmten Warenwert von umgerechnet ca. 571€. Auf der anderen Seite, warum soll sich ein Empfänger oder Verkäufer nicht an den Entstandenen Kosten für einen Import von 5,50€ Warenwert beteiligen? Schließlich spart der Empfänger sich die Europäische "Wertschöpfungskette" - Einkauf - Lagerung - Transport - Verpackung usw. und der Aufwand für den Zoll ob er nu eine 5,50€ Sendung oder einen Container mit X Tausend mal dem gleichen Artikel bearbeitet ist theoretisch der gleiche.
Frank Pagenkemper
26.05.2025

Antworten

2 Euro pro Paket bewirkt faktisch gar nichts. Wir wollen den Müll aus China nicht in Europa. Es ist meistens von superschlechter Qualität bis hin zu vermutlich giftig. Die Ware gammelt dann noch jahrhunderte auf europäischen Deponien. Rechnen wir doch einmal alle Kosten ein sind wir ja doch ganz schnell eher bei 20 Euro. Man kann über Trump ja schimpfen wie man will, aber seine klare Linie in Sachen China ist richtig. Keine Zollfreigrenzen mehr und 100 Dollar pro Sendung aus China. Ja, so geht das.