EU beschließt weitere Gebühr: Neue Abgaben für Importe ab November

Veröffentlicht: 30.03.2026
imgAktualisierung: 30.03.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.03.2026
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Temu-Päckchen auf Tisch
Mickis-Fotowelt / Depositphotos.com
Ab November sollen Pakete, die in die EU kommen, mit einer neuen Abgabe belegt werden – zusätzlich zu bereits geplanten Zollgebühren.


Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder haben sich in Brüssel auf eine neue Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Drittstaaten geeinigt. Die Abgabe soll ab 1. November gelten und von den nationalen Zollbehörden erhoben werden. Wie hoch die Gebühr konkret ausfällt, muss die EU-Kommission noch festlegen, so das Handelsblatt. Mit den Einnahmen sollen die steigenden Kosten für Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr gedeckt werden.

Neue Abgaben auf breiter Front

Die Bearbeitungsgebühr soll zusätzlich zur bereits ab Juli geltenden Pauschalabgabe eingeführt werden. Schon dann wird für jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine pauschale Abgabe von drei Euro fällig. Diese Übergangslösung soll so lange gelten, bis eine neue digitale Zollplattform in Betrieb geht. Ab dann – derzeit für 2028 geplant – werden alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig.

Das erklärte Ziel: Händler weltweit sollen unter denselben Wettbewerbsbedingungen agieren, unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben. Ob günstige Produkte dadurch teurer werden, ist noch offen. Denkbar ist zwar, dass Hersteller oder Importeure die Mehrkosten zunächst selbst auffangen. Wenn aber sowohl eine Paket- als auch eine Bearbeitungsgebühr fällig werden, dürfte es schwierig werden, Produkte mit sehr geringen Preisen profitabel zu versenden.

Shein, Temu und Co. im Fokus

Besonders betroffen von den neuen Regeln dürften Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress sein, die vor allem mit günstigen Preisen bei der Kundschaft punkten. Laut EU-Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an – deutlich mehr als in den Vorjahren. Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland wurden täglich rund 400.000 Pakete von Shein und Temu allein an Kunden in Deutschland verschickt. Der gemeinsame Umsatz der beiden Anbieter in Deutschland lag 2024 zwischen 2,7 und 3,3 Milliarden Euro. Mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland kauften im vergangenen Jahr bei einer der beiden Plattformen ein.

Beide Anbieter stehen seit Längerem in der Kritik: Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer bemängeln unter anderem mangelnde Produktqualität, fehlende Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.

Teil einer größeren Zollreform

Die neue Gebühr ist eingebettet in eine umfassendere Reform des EU-Zollrahmens. Neben der Bearbeitungsabgabe sollen weitere Maßnahmen den globalen Handel erleichtern, die Zollerhebung effizienter gestalten und die Kontrolle nicht konformer, gefährlicher oder unsicherer Waren verschärfen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 30.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 30.03.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Markus
04.04.2026

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Aha - die Bearbeitungsabgabe erleichtert also den globalen Handel. Es geht darum, die EU-Administration mit zusätzlichem Geld zu versorgen - schließlich hat man dort in den letzten Jahren zahlreiche üppige Gehaltssteigerungen durchgeführt. Für die Bürger ist der einzige Effekt, daß die Waren teurer werden.
Steffen
31.03.2026

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Shein, Temu und Co kaufen dann einfach alles an Lagerflächen in Europa auf und versenden von dort. Wer jetzt noch sagt ok, so schaffen die ja Arbeitsplätze, dazu sag ich blos KI und Roboter. Es muss also deutlich mehr passieren als nur den Zoll zu erhöhen.
Ralf
31.03.2026

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Es geht also darum, günstige Produkte aus dem EU Land teuerer zu machen, anstatt, dass man in der EU günstig produzieren kann. Schlecht für die hießigen Händler und Hersteller und schlecht für den Verbraucher. Aber für europäische Untermehmen besser wie nix um den Wettbewerbsnachteil zu kompensieren. Für den Verbraucher bringt es nix.
Frank2
31.03.2026
Sie können in der EU günstig produzieren, z.B. Portugal, Bulgarien, Rumänien, Ungarn....