Ende letzter Woche unterzeichneten die DHL Group und Temu ein sogenanntes Memorandum of Understanding. Diese Absichtserklärung zielt darauf ab, künftig nicht nur die eigene Logistikpartnerschaft auszuweiten, sondern insbesondere auch kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, neue Märkte zu erschließen.
Temu will Osteuropa und den Nahen Osten besser erschließen
Mit der aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklung im Blick ist es nicht wunderlich, dass Temu sich nach neuen Märkten umsieht. Mithilfe der DHL Group möchte man jetzt die Präsenzen im Nahen Osten sowie Osteuropa ausweiten. In beiden Bereichen ist Temu bereits tätig, aber wohl noch nicht mit gewünschten Erfolg. Das soll der globale Logistikdienstleister jetzt ändern.
Gemeinsam möchte man zudem KMUs dabei unterstützen, ebenfalls in bestehenden und neue Märkten zu expandieren. Hierfür öffnete der Marktplatz bereits Ende letzten Jahres seine Pforten für hiesige Shops.
80 Prozent Umsatz durch lokale Shops
Mit dem Local-to-Local-Programm reagierte Temu auf die anhaltende Kritik hinsichtlich seiner bestehenden Logistik. So waren Verbraucher:innen oft die langen Lieferzeiten aus China ein Dorn im Auge. Wichtiger aber noch: Dank der 150-Euro-Zollfreigrenze entgehen dem Staat wichtige Einfuhrsteuereinnahmen. Zudem fühlten sich von diesem Vorteil Shops innerhalb der EU benachteiligt.
Mit einem Versand von hier sollte all dies vereinfacht werden. Temu ist im Kern ein Marktplatz. Shops aus der EU können jetzt sowohl aus eigenen Lagern versenden oder mit hiesigen Fulfillment-Dienstleistern arbeiten.
Da die Zollfreigrenze binnen der nächsten drei Jahre durch ein neues Zollgesetz perspektivisch abgeschafft werden soll, muss Temu aber weiter gehen. Daher plant der Konzern, die Umsätze, die aus lokalen Verkäufen stammen, auf bis zu 80 Prozent des Gesamtumsatzes zu steigern.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Ricarda Eichler
Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.
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