Darum soll die Inflationsrate jetzt wieder steigen

Veröffentlicht: 12.03.2026
imgAktualisierung: 12.03.2026
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.03.2026
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Gabelstapler an einem Containerhafen
jarous / Depositphotos.com
Der Iran-Krieg bedroht die deutsche Konjunktur. Ökonomen rechnen zudem mit einer kurzfristig steigenden Inflation.


Die deutsche Wirtschaft hatte sich erstmals nach einigen Jahren wieder ein wenig erholt, da schlägt der Iran-Krieg auf die Konjunktur: Nach Einschätzung des Ifo-Instituts werden die Auswirkungen für Deutschland immer schwerwiegender, je länger der militärische Konflikt andauert. So prognostizieren die Wirtschaftsforscher dem Spiegel zufolge, dass die wirtschaftliche Erholung in Deutschland „in jedem Fall gedämpft“ werde. Darüber hinaus soll auch die Inflation zumindest vorübergehend wieder steigen – die Teuerungsrate lag im Februar noch mit 1,9 Prozent etwas niedriger als in den Vormonaten.

Wirtschaft soll sich insgesamt weiter erholen

Die Wirtschaftsforscher haben aber auch gute Nachrichten: „Ungeachtet des Energiepreisschocks dürfte sich die Erholung in Deutschland im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen“, so Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Langfristig scheint die Krise die Wirtschaft also nicht auszubremsen. Als Grund dafür nennt das Ifo-Institut die staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung.

Der Krieg drückt das Wachstum

Konkret nennt das Ifo-Institut dem Spiegel zufolge zwei Szenarien: Sollte der Krieg bald enden, könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr noch um 0,8 Prozent wachsen – das seien 0,2 Prozentpunkte weniger, als ohne Krieg zu erwarten wären. Bei einem länger andauernden Konflikt könnte die Wirtschaft nur um 0,6 Prozent zulegen. Im Jahr 2027 erwarten die Wirtschaftsforscher ein Wachstum je nach Szenario von 1,2 Prozent bzw. 0,8 Prozent.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) stützt die Einschätzung des Ifo-Instituts: Seiner Einschätzung zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 0,8 Prozent zulegen – und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als zuvor erwartet wurde. Im Jahr 2027 schätzt das IfW das Wirtschaftswachstum auf 1,3 bis 1,4 Prozent. Insgesamt stabilisiert sich die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Wirtschaftsinstitute allerdings eher, ein starkes Wachstum bleibt offenbar aus.

Höhere Inflationsrate erwartet

Die Inflationsrate soll sich in diesem Jahr je nach Kriegsverlauf mehr oder weniger deutlich erhöhen. Bei einem schnellen Ende erwarten die Ökonomen vom Ifo-Institut eine Teuerungsrate wie im Jahr 2025, also von 2,2 Prozent. Eskaliert der Konflikt, sei eine Inflation in Höhe von 2,5 Prozent möglich. Das IfW rechnet mit einer Inflationsrate von 2,5 Prozent. Als Grund nennen die Forscher die höheren Energiepreise.

Der Iran-Krieg hat bereits für höhere Spritpreise in Deutschland gesorgt, was auch Logistikverbände bereits veranlasst hat, vor den Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft zu warnen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 12.03.2026
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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