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Amazon siegt, Ebay schwächelt – das sind die Top-Performer bei Google

Veröffentlicht: 19.02.2025
imgAktualisierung: 19.02.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 4 Min.
19.02.2025
img 19.02.2025
ca. 4 Min.
Person hält Smartphone, auf dem die Google-Suche geöffnet ist
rokas91 / Depositphotos.com
Google ist für die Produktsuche im Netz eine wichtige Adresse. Sistrix untersuchte, welche Shops 2024 die höchste Sichtbarkeit erreichten.


Wie oft ein Shop in der Google-Suche zu relevanten Keywords oder auch unter bestimmten Produktplatzierungen gelistet wird, trägt maßgeblich auch zu dessen Verkaufserfolgen bei. Welche Online-Händler konnten in den Google-Suchergebnissen im letzten Jahr besonders punkten? Und wer hat Sichtbarkeit eingebüßt?

In umfangreichen Auswertungen hat der Datenanalyst Sistrix jeweils die 100 SEO-Gewinner bzw. SEO-Verlierer des vergangenen Jahres gelistet. Neben News-Portalen, Streamingdiensten, Wikis oder auch Tourismus- und Gesundheitsseiten sind einige Online-Shops und -Plattformen in diesen Rankings vertreten. Grundlage der Analyse ist der eigene Sichtbarkeitsindex von Sistrix – eine Kennzahl für die Sichtbarkeit einer Domain in den Suchergebnissen von Google. Für die Rankings wurden die Werte von 10 Millionen Domains vom 1. Januar und vom 1. Dezember 2024 miteinander verglichen. 

Das sind die Online-Shops mit der höchsten Google-Sichtbarkeit

Ermittelt wurden zum einen absolute Sichtbarkeitsgewinne bzw. -Verluste, also welche Domains die meisten Punkte hinzugewonnen oder verloren haben. Zum anderen blickt die Analyse auch auf die prozentuale Abweichung, inwieweit eine Website von einem hohen Niveau stark gesunken oder von einem niedrigen Wert besonders stark gestiegen ist.

Allein Amazon hat im Jahr 2024 massiv an Sichtbarkeit zugelegt – enorme 824,2 Punkte. Interessant war allerdings, dass die Werte von Amazon in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr so stark angestiegen sind. Ein Grund dafür könnte laut den SEO-Expert:innen sein, dass Google sein Suchmaschinendesign geändert hat. Als nächste größere Shopping-Plattform schafft es kleinanzeigen.de auf einen der oberen Plätze in der Auswertung. Unter den Marktplätzen gewann außerdem Otto hinzu.

Diese Online-Shops und Plattformen konnten 2024 den meisten Zugewinn an Sichtbarkeitspunkten in absoluten Zahlen erzielen (Werte gerundet):  

  1. amazon.de: 824,2 auf 3878,3 Punkte
  2. kleinanzeigen.de: 102 auf 763 Punkte 
  3. thalia.de: 68,3 Punkte auf 205,9 Punkte
  4. autoscout24.de: 46,5 auf 232,9 Punkte 
  5. booklooker.de: 23,2 auf 46,4 Punkte
  6. ikea.com: 21,6 auf 206 Punkte
  7. otto.de: 16,2 auf 364,6 Punkte 
  8. medimops.de: 15,8 auf 44,2 Punkte
  9. hm.com: 11,8 auf 46,5 Punkte
  10. obi.de: 11,1 Punkte auf 172,3 Punkte

Auch Rossmann, Babyone und Vinted.de sind in der Top-100-Auswertung gelistet. Sie konnten im vergangenen Jahr die absolute Sichtbarkeit bei Google um jeweils rund 10 Punkte steigern.

Zugewinne für Secondhand-Portale und kleine Shops

Ebenfalls interessant ist, dass neben Kleinanzeigen weitere Anbieter für Secondhand-Produkte wie Booklooker, Medimops und Vinted an Präsenz bei Google gewonnen haben. Auch unter den Websites mit dem prozentual stärksten Sichtbarkeitswachstum ist eine Secondhand-Plattform am stärksten vertreten: Sellpy, das zu H&M gehört, steigerte die Sichtbarkeit um 158 Prozent, die Gesamtsichtbarkeit lag Ende 2024 bei 6,19. Zum Vergleich: Konkurrent Vinted kommt auf gut 19 Punkte. Über größere prozentuale Steigerungen konnten sich auch kleinere Shops freuen, darunter pflanzen-fuer-dich.de (+ 150 Prozent) oder bloomandwild.de (145 Prozent). Ebenfalls unter den relativen Gewinnern sind Alnatura.de, Heine, der zu Thalia gehörende Shop bol.de sowie Apollo.

Ebay, Kaufland und Etsy verlieren bei Google

Anders als der große Konkurrent Amazon verloren andere Marktplätze bei Google in diesem Jahr in Summe an Sichtbarkeit. Allen voran Ebay: Die Plattform büßte hierzulande von allen Shops und Marktplätzen die meisten Sichtbarkeitspunkte ein. Auch Kaufland, Etsy oder AboutYou müssen Verluste hinnehmen.

Welche 10 Online-Shops und Plattform wie viel an absoluter Sichtbarkeit verloren haben – im Überblick:

  1. ebay.de: -136,9 auf 646,7 Punkte 
  2. kaufland.de:  -99,1 auf 125,8 Punkte 
  3. etsy.com: -63,7 auf 140,5 Punkte 
  4. weltbild.de: -59,4 auf 0,3 Punkte 
  5. buecher.de: -36,8 auf 18 Punkte
  6. manomano.de: -31,9 auf 18,4 Punkte
  7. aboutyou.de: -23,8 auf 46,4 Punkte
  8. tausendkind.de: -17,3 auf 0,3 Punkte
  9. conrad.de: -17,2 auf 42,2 Punkte
  10. saturn.de: -17,1 auf 60,5 Punkte

Thalia: Erfolgreiche Migration von Weltbild

Bei den relativen Verlierern zeigen sich die Auswirkungen von Insolvenzen und Geschäftsaufgaben des letzten Jahres, denn unter jenen Domains, die an Sichtbarkeit verloren haben, sind beispielsweise Weltbild, Adler oder Tausendkind. Wenn Firmen den Betrieb einstellen oder Websites migriert werden, hat das natürlicherweise Auswirkungen auf deren Sichtbarkeit in den Suchergebnissen. X, ehemals Twitter, und Pinterest – die ihre Domain von .de auf .com gewechselt haben – haben es geschafft, auch über den Relaunch hinaus stabil zu bleiben, bescheinigen die Analysten von Sistrix.  

Als Beispiel für eine gelungene Migration werten die SEO-Profis zudem den Wechsel von Weltbild und Thalia. Hier stieg die Sichtbarkeit nach der Migration in der Summe stark: Die Thalia-URLs, auf die von Weltbild weitergeleitet wurde, konnten ihre Sichtbarkeit im Anschluss an die Migration in der zweiten Jahreshälfte 2024 tatsächlich fast verdoppeln. In der Gesamtsichtbarkeit von Thalia macht das aber auch nur 1 Prozent aus.

Adler hatte Anfang des Jahres noch eine Sichtbarkeit von gut 3 Punkten. Zum Jahresende war davon nach der Firmenübernahme und einem Strategiewechsel, bei dem der Online-Shop eingestellt wurde, nichts mehr übrig. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.02.2025
img Letzte Aktualisierung: 19.02.2025
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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cf
25.02.2025

Antworten

Wenn google wirklich etwas für Nachhaltigkeit tun will, dann sollten sie kleinen Shops eine Chance geben, die nicht tausende von Euro für seo-Optimierungen ausgeben können. Denn all die vielen kleinen Shops tragen die Wirtschaft und nicht die Riesen, die alles versuchen um Steuern in Deutschland zu vermeiden. Es würde ja reichen, wenn von den großen Shops EIN Produkt gezeigt wird und dafür dann von den vielen anderen auch, statt die ersten Suchergebnisse mit den 10 big playern zu fluten.
HB
20.02.2025

Antworten

Ebay erwartet, dass Händler mit zusätzlichen, externen Anzeigen selbst dafür sorgen, dass Werbung außerhalb Ebay betrieben wird. Man bezahlt Verkaufsprovision, wofür eigentlich noch? Die Verkaufsprovision ist für Ebay nur noch ein kleiner Nebenerwerb, es vergeht kaum noch ein Tag, an dem man nicht zu eine der zahlreichen Anzeigenversionen gedrängt wird. Ich empfinde dieses als Nötigung. Immer höhere Ebay-Rechnungen bei stetig sinkendem Umssatz. Anstatt die Händler permanent zu nötigen, sollte Ebay allmählich was tun, damit der Marktplatz nicht völlig in der Versenkung verschwindet