Der deutsche Online-Handel konnte erstmals seit 2021 wieder ein signifikantes Wachstum verzeichnen: Die 1.000 umsatzstärksten Shops, die Produkte an private Konsument:innen verkaufen, erzielten im Geschäftsjahr 2024 Erlöse von 80,4 Milliarden Euro – im Vorjahr waren es noch 77,5 Milliarden. Das entspricht einem nominalen Zuwachs von 3,8 Prozent. Aber auch real konnte der Umsatz um 3,0 Prozent gesteigert werden.
Das größte Wachstum gehe dabei aber von den zehn umsatzstärksten Shops aus – allen voran: Amazon. Das zeigt eine Auswertung des EHI Retail Instituts und des Datenanalyseunternehmens ECDB, die bereits zum 17. Mal durchgeführt wurde.
Die Top-10-Shops in Deutschland
Die 10 größten Branchenplayer allein erreichen ein Wachstum von acht Prozent. Ihr Marktanteil liegt bei 38,8 Prozent. Zum Vergleich: Die anderen 990 Shops konnten ihre Umsätze nur um 1,3 Prozent steigern. Die Top 100 Shops generieren etwa 70,7 Prozent des Gesamtumsatzes, die verbleibenden also weniger als ein Drittel.
„Der Markt bleibt somit stark konzentriert. Große Anbieter wachsen schneller und sichern sich einen immer größeren Anteil am Gesamtmarkt“, erklärt Dr. Friedrich Schwandt, CEO von ECDB.
Die Top-10 Online-Shops nach Umsatz (gerundet) im Überblick:
- Amazon: 15,0 Milliarden Euro
- Otto: 4,41 Milliarden Euro
- Zalando: 2,58 Milliarden Euro
- MediaMarkt: 2,12 Milliarden Euro
- Apple: 1,71 Milliarden Euro
- Ikea: 1,34 Milliarden Euro
- Shein: 1,12 Milliarden Euro
- Shop-Apotheke: 1,04 Milliarden Euro
- Rewe: 920 Millionen Euro
- AboutYou: 817 Millionen Euro
Amazon bleibt unangefochten an der Spitze, ebenso können sich Otto und Zalando behaupten. Shein schafft es erstmals in diesem Ranking in die Top 10 – und zwar mit 18 Prozent Umsatzsteigerung auf Rang sieben. Ebenfalls neu in den Top 10 ist Rewe mit einem Umsatzwachstum 33,5 Prozent und auch Shop-Apotheke kann mit 29,1 Prozent mehr deutliche Zuwächse verbuchen.
Marktplätze: So groß ist die Konkurrenz durch Temu
Auch bei den Marktplätzen gewinnen die asiatischen Plattformen an Relevanz: Erstmals schafft es Temu in die Top 5. Das Umsatzwachstum liegt bei enormen 284,6 Prozent. Zum Vergleich: Otto hat das zweitstärkste Wachstum – mit 9 Prozent. „Damit wird sichtbar, wie schnell neue internationale Anbieter die Marktstruktur verändern und etablierte Plattformen herausfordern“, so Lars Hofacker. „Das Wachstum von Temu verdeutlicht, wie stark der Wettbewerbsdruck im E-Commerce steigt – und wie dynamisch sich die Marktverhältnisse verschieben.“
Die größten deutschen Marktplätze sind, nach Bruttowarenvolumen (gerundet):
- Amazon: 52 Milliarden Euro
- Ebay: 8,7 Milliarden Euro
- Otto: 7,1 Milliarden Euro
- Zalando: 4,06 Milliarden Euro
- Temu: 3,42 Milliarden Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr könnten die Umsätze im Online-Handel nochmals zulegen: Erwartet wird ein Wachstum von 5,3 Prozent – was etwa 84,5 Milliarden Euro entspricht.
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