Der zu Edeka gehörende Discountermarkt Netto möchte digitaler werden. Für den Ausbau holte man sich jetzt die Enterprise-Commerce-Plattform Scayle mit an Bord. Ziel ist es nicht nur, die bestehenden Angebote rund um Scan & Go, Pick & Go oder die Netto-App weiter zu optimieren, sondern spätestens im kommenden Jahr auch ein vollwertiger Relaunch des bestehenden Online-Shops.
Scayle bietet Basis für komplexe Sortimentsstrukturen
Aktuell bietet der Netto-Online-Shop bereits ein umfassendes Angebot rund um Haushalt, Freizeit, Multimedia und mehr. Im Bereich Lebensmittel findet jedoch nur eine bedingte Verzahnung mit den stationären Supermärkten der Kette statt. So sucht man frische Lebensmittel vergeblich. Stattdessen gibt es Getränke und haltbare Lebensmittel wie Nudeln und Konserven – großteils auch in Multi-Packungen. Nichts für den regulären Wocheneinkauf.
Doch das könnte sich ändern. Denn wie Scayle und Netto gemeinsam ankündigen, soll das Einkaufserlebnis künftig kanalübergreifend gedacht werden. Zudem wird betont, dass die Technologie von Scayle sich ganz besonders gut für „komplexe Sortimentsstrukturen und nahtlose Omnichannel-Erlebnisse“ eignen würde. Das Online-Angebot und die Filiale sollen also näher zusammenrücken.
Marktlücke durch Aldi-Abgang geschickt genutzt
Zu Beginn dieses Jahres kündigte Wettbewerber Aldi an, seinen Online-Shop zu schließen. Aktuell findet noch bis Ende September ein Räumungsverkauf statt, danach zieht sich der Discounter aus dem E-Commerce zurück und konzentriert sich, vorerst, komplett aufs stationäre Geschäft.
Für Supermärkte in Deutschland war es bisweilen schwer, den Sprung ins Digitale zu schaffen. Komplexe Vorgaben hinsichtlich der Kühlkette erschweren es, ein breites Lebensmittelsortiment flächendeckend online abzubilden. Zwischenzeitlich wurde diese Lücke durch Quick-Delivery-Anbieter wie Flink geschlossen. Doch diese rentieren sich nur in Großstädten, was Versorgungslücken im ländlichen Raum offenlässt.
Mit dem neuen Fokus auf den Online-Handel geht Netto jetzt zunächst die technologische Seite des Problems an, und versucht sich im E-Commerce zu etablieren. Im Rahmen der Pressemitteilung wird dabei deutlich gemacht, dass man plant, die Lücke, die Aldi hinterließ, zu füllen. So heißt es: „Während sich andere Händler im Wettbewerbsumfeld auf stationäre Angebote konzentrieren, investiert Netto gezielt in ein nahtlos vernetztes Einkaufserlebnis.“
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