Wer soll das bezahlen?
Wie bereits erwähnt, sind die Vorstellungen der Bundesregierung in der Digitalen Agenda verlockend und hören sich gut an, doch über die Umsetzung der Digitalen Agenda scheint sich niemand Gedanken gemacht zu haben. Genauso wenig wie über eine Vielzahl anderer Punkte, die in die Agenda gehört hätten. Dazu kommen oft sehr allgemeine Formulierungen ohne konkrete Änderungs- oder Verbesserungs-Vorschläge.
Die „Hausaufgaben“, wie de Maizière die Digitale Agenda bezeichnete, für die kommenden Jahre sind letztendlich nur eine Ansammlung von alten Ideen, die schon längst hätten umgesetzt sein müssen. Wie bereits erwähnt, es ist „zu wenig, zu spät“, de Maizière sagt laut Spiegel "Lieber spät als nie." Aber wenn man sich schon so viel Zeit mit einem solchen Gesetzesentwurf gelassen hat, warum kann dieser dann nicht ordentlich durchdacht und ausformuliert werden? Keiner der drei Minister schein wirklich Lust auf die „Hausaufgabe“ zur Digitalen Agenda gehabt zu haben.
Wie sonst lässt es sich erklären, dass in der Digitalen Agenda nicht einmal annähernd über konkretere Recht-Änderungen und Absicherungsmaßnahmen für den digitalen Handel oder den Datenklau angesprochen werden? Wie werden künftig Existenzen gesichert, die sich rein über digitale Plattformen aufgebaut haben? Bürger sollen auf die neuen Technologien vertrauen, doch Sicherheitsbehörden wie der BSI werden künftig nicht nur besser gegen Cyberattacken schützen, sondern auch besser für die Überwachung ausgestattet werden?
Das größte Fragezeichen steht jedoch hinter der Finanzierung. Wie Jupp Schmitz bereits vor einigen Jahrzehnten gefragt hat: „Wer soll das bezahlen, Wer hat das bestellt, Wer hat so viel Pinke-pinke, Wer hat so viel Geld?“ Die Regierung sicherlich nicht. Dem Spiegel zufolge würde der Breitbandausbau einen „zweistelligen Milliardenbetrag“ verschlingen und da ist noch nicht einmal die Investition in StartUps und die Ausstattung der Sicherheitsbehörden inbegriffen. Fachkräfte, die sich mit moderner Technik auskennen fehlen, doch wie fördert man diese und mit welchem Geld?
Idee: gut, Ausführung: unzureichend
Fragen über Fragen zur Digitalen Agenda über die sich weder die drei Minister noch die Bundesregierung klar zu sein scheint. Alles wirkt wie eine Fassade, die Kritik, dass Deutschland in dieser Beziehung zurück hinge, wird oberflächlich beschwichtigt. Seht her! Deutschland tut etwas, um der Digitalisierung gerecht zu werden!
Doch wird die Digitale Agenda nicht bald konkreter angegangen und ein Plan für die Finanzierung auf den Tisch kommt – geplant sei dieser, wie der Spiegel berichtet, im Oktober – wird Deutschland weiterhin dem digitalen Wandel hinterher hinken und am Ende noch völlig den Anschluss verlieren. Dann ist die Tatsache, dass Deutschland nicht einmal öffentliches WLAN besitzt, unser geringstes Problem.
Die Homepage zur Digitalen Agenda finden Sie hier.
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