Google will zum Zentrum des Online-Handels werden
Hinzu kommt, dass Google bestellte Produkte nicht nur am selben Tag, also via Same-Day-Delivery, sondern auch über Nacht liefern möchte. In einigen Regionen Kaliforniens hat Google diesen Service bereits angeboten und weitet ihn nun auf weitere Gebiete aus. „Man muss einfach bis 19 Uhr bestellen und wir liefern die Bestellung am nächsten Tag. Zudem können Sie direkt unterwegs über Android oder iOS-Apps einkaufen. Haben Sie einmal Ihre Bestellung abgegeben, liefern wir die Produkte mit großen Paketdienstleistern“, schreibt Brandon Trew, Product Manager von Google Shopping Express.
Branchenexperten fragen sich bereits seit September vergangenen Jahres, seit Google seinen Lieferpläne publik machte, was das Unternehmen im Online-Handel möchte. Schließlich konkurriert Google in Nordkalifornien mit Amazon, dass mit seinen Dienstleistungen rund um Amazon Prime für Konkurrenten nicht besonders viel Spielraum lässt. Und Google ist bislang ja vor allem wegen seiner Suchmaschine und seiner Algorithmus-Kultur in Erscheinung getreten. Doch der Einstieg von Google in den Online-Handel bringt eben auch für die Suchmaschine Vorteile.
Das US-Unternehmen könnte darauf spekulieren, die Suche rund um den Online-Handel auf sich und seine Dienstleistungen zu zentralisieren. Eines Tages, so hofft Google wahrscheinlich, gehen alle Online-Käufer über Google, bevor sie im Online-Shop eines Händlers einkaufen. Und natürlich würde das für Google primär mehr Werbeeinnahmen bedeuten. Dass Google selbst mit einem Online-Marktplatz oder Ähnlichem in den Online-Handel einsteigt, ist eher unwahrscheinlich. Dafür spricht, dass Google gar keine eigenen Logistikzentren anstrebt, sondern lieber gleich die Lagerhallen von Supermarktketten mitbenutzt.
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