Verlage melden sich zu Wort: „Inwiefern ist das keine Erpressung?“
Weil sich die Lage seit Wochen zuspitzt und kein Kraut gegen Amazon gewachsen scheint, haben sich nun einige Verlagsvertreter sowie Autoren öffentlich zum Thema geäußert. Dabei sind Bestürzung, Frustration und Wut die vorrangigen Emotionen, die zutage treten: „Amazon hat eindeutig erhebliche Marktmacht und missbraucht diese Marktmacht um seine Dominanz zu erhalten und zu verstärken, was wahrscheinlich gegen Paragraph 2 des Sherman Antitrust Act verstößt“, kommentiert der Chefanwalt der amerikanischen Authors Guild, Jan Constantine, laut heise. Er bezieht sich damit auf ein Gesetz, das seit mehr als einem Jahrhundert das Wettbewerbsrecht in den Vereinigten Staaten reguliert.
Dennis Loy Johnson von Melville House, einem US Independent-Verlag, vergleicht die Taktik von Amazon beispielsweise mit der Mafia und wirft die Frage auf, wie solche aggressiven Verhandlungsstrategien „keine Erpressung“ sein könnten.
Buchhändler aus Deutschland sind überzeugt, dass die Befürchtungen, die seit Jahren unterschwellig existieren, nun wahr werden: „Es scheint, als mache Amazon auf dem deutschen Markt nun genau das Gleiche wie auf dem US-Markt: Es nutzt seine dominante Position, um die Verlage zu erpressen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
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