5,8 Mrd. Billig-Pakete aus Asien: EU unterstreicht Notwendigkeit von Paketgebühr

Veröffentlicht: 28.01.2026
imgAktualisierung: 28.01.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
28.01.2026
img 28.01.2026
ca. 2 Min.
Viele Pakete im Transporter
Gorodenkoff / Depositphotos.com
Die Flut an Billigpaketen aus China in die EU nimmt weiter zu. Darum betont die EU, warum eine Paketgebühr unumgänglich ist.


Die Europäische Union reagiert auf die rasant steigende Menge an günstigen E-Commerce-Sendungen. Im Jahr 2025 wurden 5,8 Milliarden Pakete mit geringem Wert in die EU verschickt – ein Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursache für diesen Boom ist die sogenannte „de minimis“-Regelung, die zollfreie Importe von Waren unter einem Wert von 150 Euro ermöglicht. Plattformen wie Temu und Shein profitieren besonders stark von dieser Regelung und treiben die Importzahlen in die Höhe.

Gebühr als Zwischenlösung

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plant die EU ab dem 1. Juli eine Pauschalgebühr von 3 Euro pro Paket. Diese Maßnahme soll als Übergangslösung dienen, bevor die Zollfreigrenze vollständig abgeschafft wird. Der EU-Abgeordnete Dirk Gotink unterstrich die Bedeutung dieser Schritte: „Es unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die europäische Bearbeitungsgebühr auf Juli dieses Jahres vorzuziehen und die Zollreform innerhalb der nächsten Monate abzuschließen“, wird Gotink bei Reuters zitiert.

Ein Problem, das die EU ebenfalls in den Fokus rückt, ist die systematische Unterbewertung von Waren. Schätzungen zufolge sind 65 Prozent der kleinen Pakete absichtlich mit einem zu niedrigen Wert deklariert, um Zölle zu vermeiden. Dies führt nicht nur zu finanziellen Verlusten für die EU-Mitgliedsstaaten, sondern gefährdet auch die Fairness im Wettbewerb. Hinzu kommen Risiken durch nicht den Standards entsprechende Produkte, die auf den europäischen Markt gelangen.

Auch international wächst der Druck: Die USA haben bereits ähnliche Maßnahmen eingeführt, was Europa dazu veranlasst hat, nachzuziehen. Ziel ist es, sowohl die Einnahmen zu sichern als auch europäische Händler gegen die zunehmende Konkurrenz aus Asien zu schützen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 28.01.2026
img Letzte Aktualisierung: 28.01.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
7 Kommentare
Kommentar schreiben

Frank Pagenkemper
03.02.2026

Antworten

Also man kann Trump abstoßend finden, sogar sehr abstoßend, aber eines hat er nun wirklich geschafft. Temu und Co spielen derzeit in den USA keine Rolle mehr. Die Umsätze sind dramatisch zurückgegangen, da die Zollfreigrenzen abgeschafft wurden. Und das finde ich auch für den europäischen Wirtschaftsraum absolut erstrebenswert. Die 3 Euro bewirken gar nichts, denn noch immer kann ein chinesischer Händler für'n Appel und ein Ei seine Ware mit DHL hieher schicken. Nur umgekehrt sind wir schon aus dem Rennen, weil der Versand nach China unsagbar teuer ist. Desweiteren ist ein Großteil der Ware billigschrott in jeder Hinsicht. Die Entsorgung dieser Müllmengen zahlt dann die Gemeinschaft. Ich bin sehr für einen regelbasierten Handel, aber wenn die Regeln nur einseitig gelten, werden die Leute vor Ort zu Recht richtig sauer. Profiteuere sind dann vorallem diejenigen, die das Ende des Abendlandes propagieren, obwohl das dummes Zeug ist. Aber es ist oftmals das Ende eines Einzelhändlers. Und das ist schon dramatisch, denn für jeden der hier aufgibt kommen drei neue aus Fernost und übernehmen. Die 3 Euro gleichen die Chinesen mit der linken Arschbacke aus. So reifen nur die Wünsche nach nationalen Lösungen. Und das heißt am Ende Good bye EU. Dann haben Trump und die Chinamänner erreicht wovon Putin nur träumen kann.
cf
30.01.2026

Antworten

Statt der 3 Euro sollte der Aufschlag die für uns normalen Paketkosten von ca. 5 Euro für eine Inlands-Sendung oder gleich 15 Euro für Pakete über EU-Grenzen sein, dann würde ein "Schuh" daraus...
Robert P.
29.01.2026

Antworten

An dieser Stelle würde mich einmal interessieren, ob sich diese Händler und Händlerinnen an alle EU Bestimmungen und Sonderfälle in den einzelnen EU-Ländern halten, also jene EU Bestimmungen die uns das Leben schwer machen. Das bezieht sich u.a. auf das BattDG, WEEE-Richtlinie (ElektroG), Lebensmittelkontaktmaterialien (Verordnung (EG) Nr. 1935/2004), EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) und - sehr Wichtig - PPWR, aber es gibt noch einige mehr. Händler und Händlerinnen die in Drittstaaten angesiedelt sind und keine Niederlassung in der EU haben, müssen die Pflichten der Entsorgung durch inländische EU-Bevollmächtigte, oder EU-Importeure gewährleisten um rechtskonform u.a. in Deutschland verkaufen zu können, bzw. Ware in die EU zu senden. Hinzu kommt ja auch das Problem bei der Qualität und Nachhaltigkeit vieler Waren, besonders bei Kleidung, Elektroartikel und diverser anderer Warengruppen. Hier gibt es ja die Ökodesign-Verordnung (ESPR) und scheinbar ist in Planung die Hersteller qualitativ minderwertiger Ware mehr in die Pflicht zu nehmen. Vieles kommt nach kurzer Zeit bereits in den Müll und lässt sich teilweise nur sehr schwer, bis gar nicht recyceln. So eine tolle Idee - wie eine Paketgebühr - wäre ja nur ein ganz kleiner Teil die Flut an Billigpaketen zu reduzieren. Für mich ist es noch immer ein Rätsel wie man einen Artikel der 1-2 Euro kostet Versandkostenfrei bestellen und importieren kann.
Peter
29.01.2026

Antworten

Die Entscheidungsträger in der EU sollten einmal ernsthaft darüber nachdenken warum die Kunden bei Temu und Co. kaufen. Für viele ist es eine notwendige Überlebensstrategie möglichst billig einzukaufen. Sie haben einfach zu wenig Geld um in Deutschland oder der EU einzukaufen. Da sollte auch einmal etwas unternommen werden.
Carsten R.
29.01.2026
Was Sie schreiben ist nun wirklich völliger Nonsens! Diese insbesondere von den Linken propagierte Leier vom "die Menschen wissen nicht mehr, woher sie Geld für Essen und Trinken nehmen sollen, weil alles so teuer geworden ist" ist die gleiche üble Stimmungsmache wir am anderen Ende der politischen Gesinnung. Billigschrott aus Fernost zu kaufen ist nun wahrlich keine Überlebensstrategie! Ich für meinen Teil habe schlicht und ergreifend zu wenig Geld, um billig einzukaufen!
Sandra
29.01.2026

Antworten

Wow, die EU will dann doch langsam mal reagieren? Machen die das noch bevor alle europäischen Händler kaputt sind? 65% ? 😂 Jeden, den ich kenne, der Schrott bei Temu & Co kauft, prahlt damit, wie alles durch den Zoll flutscht. „Gefährliche Produkte?“ 😂😂 Deutschen Händlern werden „gefährliche“ Produkte direkt aus dem Laden geholt oder durch Scheinbestellungen im Onlineshop. Und dann fehlt da eine dt. Bedienungsanleitung!! Gefährlich, gefährdend, durch die Behörde beschlagnahmt. Hat schon mal einer! nur einer eine dt. Bedienungsanleitung bei chinesischen Importen gesehen? Nein? 🤣 da müssten eigentlich 99% der Chinasendungen als „gefährlich“ eingestuft werden!!! Die Bevölkerung wird ausschließlich vor deutschen Händlern geschützt, sonst gar nicht. Ist nur dumm, Weil von denen kommt ja letzte Geld/Steuern noch.
Klaus
29.01.2026

Antworten

Es ist einfach nur Wahnsinn. Kein Wunder das die Firmenpleiten hier so stark steigen.