Die Tücken hinter der schillernden DaWanda-Fassade
Was sich für Kunden jedoch als ein farbenfrohes Paradis zum Schlendern und Bummel, zum Bestaunen und Wohlfühlen zeigt, hat aus Sicht der Händler nicht nur Vorteile, sondern trägt auch einige Tücken in sich. Einerseits bietet DaWanda Händlern die Möglichkeit, einen zielgerichteten Verkaufskanal für Handmade-Produkte zu nutzen – ein definitiver Pluspunkt.
Doch wer mit DaWanda nicht zufrieden ist, dem scheint kaum eine Alternative zu bleiben – glaubt man einigen befragten Online-Händlern, gibt es momentan nur einen ernstzunehmenden Konkurrenten, nämlich etsy. Das US-amerikanische Handmade-Portal hätte hierzulande jedoch bei Weitem noch nicht den Bekanntheitsgrad bei Kunden, den das deutsche Pendant für sich verbuchen kann.
Neben den fehlenden Alternativen sehen sich einige Händler außerdem – je nach Sortiment – einem extremen Konkurrenzdruck ausgesetzt. Zwar zeigen sich sowohl das Online-Angebot, als auch die Produkte auf den Kreativmärkten äußerst vielfältig, jedoch ärgern sich nicht wenige Shop-Inhaber über Nachahmer und geklaute Ideen. Ein Negativ-Trend, der für sinkende Umsätze sorgen kann.
Hinzu kommen Kritikpunkt an der Politik von DaWanda. Gezielte Marketing-Strategien seien beispielsweise im Zuge von bezahlten Werbe-Anzeigen extrem wichtig, um die Kunden auf den eigenen Shop aufmerksam zu machen. Händler beklagen jedoch, dass kleine Anbieter, die ihre Handmade-Produkte nur nebenbei vertreiben, genau so viele Werbe-Kosten zu zahlen haben wie große Unternehmen. So sei es für kapitalgestärkte Shops viel einfacher, eine große Menge des Sortiments hervorzuheben und publik zu machen, während kleine Händler an den Kosten scheitern und in der Versenkung verschwinden.
Obwohl es also durchaus kritische Punkte gibt, die den Handel auf DaWanda mit selbst gestalteten Produkten nicht ganz einfach machen, dürfte sich ein Großteil der Händler trotzdem auf DaWanda (zumindest als einer von mehreren Kanälen) stützen. Schließlich steigt der Bekanntheitsgrad der Handmade-Plattform bei den Kunden immer weiter und Händler können auf diesem Wege relativ sicher sein, dass sie ihre Waren zielgruppengerecht anpreisen.
Gleichwohl scheint es vor diesem Hintergrund durchaus sinnvoll, nicht einzig und allein auf die Möglichkeiten des Handmade-Portals zu setzen, sondern die eigenen Produkte auch durch andere Kanäle zu vermarkten.
Eindrücke vom Leipziger DaWanda-Kreativmarkt erhalten Sie in unserer Bildstrecke:

DaWanda-Händlerin Ann Schilling mit ihren Handmade-Kuscheltieren (Shop: Ann-Siuts)
Kommentar schreiben