Durch den Online-Handel steigt die Zahl der versendete Pakete stetig. Die Logistik-Branche hat aber noch keine idealen Fahrzeuge für die veränderten Umstände. Für Abhilfe möchte die Berliner Firma Empro sorgen, die im Rahmen des Schaufenster Elektromobilität das ideale Kurierfahrzeug entwickeln will. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen für die „letzte Meile“ steht dabei im Fokus.
(Bildquelle Elektrofahrzeug: Nerthuz via Shutterstock)
Bisher fahren Paketboten die Sendungen in Kastenwagen oder Transportern mit Verbrennungsmotoren durch deutsche Städte. Anhalten, Paket zustellen, zur nächsten Haustür fahren, noch einmal von vorne. Diese Fahrweise ist für einen Verbrennungsmotor alles andere als optimal – die magischen sechs Liter pro hundert Kilometer werden damit ein Ding der Unmöglichkeit. Und dann wird dieser Vorgang auch noch von jedem Kurierdienst einzeln durchgeführt. Transporter von der DHL, Hermes, UPS und FedEx drängen sich über die Straßen der Innenstädte.
Der Berliner Firma Empro arbeitet im Verbund mit Kurierdiensten, Wissenschaftlern und Fahrzeugbauern an einem neuen Modell für die „letzte Meile“ – den Transport durch die Stadt zur Haustür des Empfängers. Im Fokus stehen dabei Elektrofahrzeuge, die im Stadtverkehr und bei der für Kurierdienste typischen Fahrweise weitaus ökonomischer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. „Die ganzen Firmen, die wir befragt haben, fahren kaum mehr als 100 Kilometer am Tag“, erklärt Jürgen Allesch, Geschäftsführer von Empro, gegenüber OnlinehändlerNews. „Und dafür sind die jetzt vorhandenen Elektrofahrzeuge durchaus in der Lage.“
Um die Fahrzeuge noch besser auf die Bedürfnisse der Kurierdienste zuschneiden zu können, konzentriert sich Empro aber nicht nur auf die Motorisierung: Die Elektrofahrzeuge werden von der Berliner Firma im Baukastenprinzip entworfen. Als Grundlage dient so ein Chassis mit Batterie und Elektromotor, welches durch Leichtbauaufsätze an die Bedürfnisse des jeweiligen Einsatzbereiches angepasst werden kann. Dadurch sollen auch die Gesamtkosten für die Kurierdienste sinken. „Man muss die Total-Cost-of-Ownership, also die TCO-Rechnung machen. Das heißt: Was kostet denn das alles insgesamt?“, so Allesch. „Manche sagen nur: ‚So ein Verbrenner ist unglaublich billig, der verbraucht auch nur sechs Liter‘. Aber wenn man dann die Reparaturen und den tatsächlichen Literverbrauch einrechnet, dann kommt man schon auf Zahlen, bei denen dann ein passendes Elektrofahrzeug zumindest den Wettbewerb aufnehmen kann.“
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