Kritik an den biometrischen Standards gab es schon bei Apple
Neben den Befürwortern und leidenschaftlichen Verfechtern der neuen biometrischen Lösungen und Fingerabdruck-Sensoren, gibt es jedoch auch jene Nutzer und Branchen-Experten, die vor einem übereilten Gebrauch solcher Technologien warnen. Erst im September des vergangenen Jahres veröffentlichte die Zeit beispielsweise ein Interview mit Jan Krissler, Mitglied des Chaos Computer Club. Dieser befasst sich seit etlichen Jahren mit dem Phänomen biometrischer Systeme und zeigte den Lesern, wie er den Fingerabdruck-Scanner des iPhone 5S hackte.
Auf die Frage hin, ob die Biometrie einfacher zu überwinden sei als ein Passwort, antwortete Krissler: „Das hängt vom Passwort und vom Umgang des Benutzers damit ab, und natürlich auch vom biometrischen System. Meine Passworte halte ich zumindest für sicherer als meinen Fingerabdruck. Das Problem ist, dass man Fingerabdrücke überall hinterlässt, dass Gesichter unbemerkt fotografiert werden können. Mein Passwort ist in meinem Kopf, und wenn ich bei der Eingabe vorsichtig bin, bleibe ich auch der einzige, der es kennt.“
Das Video, in dem er belegt, wie schnell und einfach der Fingerabdruck-Sensor von Apple überwunden werden kann, ist ein Grund, warum viele Verbraucher der Biometrie noch skeptisch gegenüber stehen. – Und diese Skepsis dürfte wohl auch unternehmensübergreifend bestehen.
Doch nicht nur die Sensor-Technik des Fingerabdruck-Scanners trägt Fehlerpotenzial in sich – auch die Unternehmen selbst agieren nicht ausschließlich kundenorientiert. PayPal strebe der ultimativen mobilen Macht entgegen und zeige dabei auffällig arrogante Züge – das ist zumindest die Grundaussage von Dan Rowinski. Der US-amerikanische Blogger bezieht sich bei diesen Ausführungen auf die Ziele von PayPal, mit einem einmaligen Login und einem plattform- und shop-übergreifenden Service dem Kunden mehr Bequemlichkeit zu bieten, aber dabei auch unzählige Informationen sammeln zu können.
Letztendlich werden die Zahlen zeigen, ob und mit welchen Vorbehalten die Kunden der Biometrie entgegentreten und die neue Samsung-Technologie nutzen.
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