Das verflixte siebte Jahr: Lidl beendet Millionen-Projekt mit SAP

Veröffentlicht: 17.07.2018
imgAktualisierung: 17.07.2018
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
17.07.2018
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Lidl hat die Entwicklung eines neues Warenwirtschaftsystems gemeinsam mit SAP gestoppt und setzt nun auf eine eigene Lösung.


Gemeinsam mit dem Softwarekonzern SAP hat Lidl sieben Jahre lang an dem neuen Warenwirtschaftssystem „Elwis“ gearbeitet. Nun wird das Projekt überraschend eingestellt. Der Discounter will nun stattdessen auf die ursprüngliche hauseigene Lösung zurückgreifen.

Schild Lidl
© Veja / shutterstock.com

Aus für Elwis: Das „elektronische Lidl Warenwirtschaftsinformationssystem“, an welchem der Discounter gemeinsam mit dem Softwarekonzern SAP gearbeitet hat, wird nun nicht weiterentwickelt. Insgesamt sieben Jahre und rund 500 Millionen Euro sollen in die neue Lösung geflossen sein, wie Heise Online schreibt. Nun wurde dem Projekt der Stecker gezogen.

Elwis wurde bereits in Österreich, Nordirland und den USA eingesetzt, allerdings seien „die ursprünglich definierten strategischen Ziele nicht mit vertretbarem Aufwand“ erreichbar gewesen, heißt es laut der Heilbronner Stimme in einer internen Mitteilung. Nun wolle man sich bei Lidl wieder auf die hauseigene Lösung konzentrieren, die ursprünglich von Elwis abgelöst werden sollte.

Kosten-Nutzen-Abwägung für ein eigenes System

Als man 2011 gemeinsam mit SAP das Projekt Elwis anging, sprachen die Lidl-Verantwortlichen noch vom „größten Transformationsprozess in der Unternehmensgeschichte“. Es sollte die internen Abläufe grundlegend verändern und Kennzahlenanalysen sowie Prognosen in Echtzeit ermöglichen. Nun also die Kehrtwende, die man beim Discounter so begründet: „In der Kosten-Nutzen-Abwägung spricht alles für die Weiterentwicklung der Wawi“, sollen Lidl-Vorstandsvorsitzender Jesper Hojer und Verwaltungsvorstand Martin Golücke an die Mitarbeiter geschrieben haben. Statt Elwis wird man nun also das hauseigene Warenwirtschaftssystem „Wawi“ weiterentwickeln.

Wie Lidl betont, sei dies „keine Entscheidung gegen SAP, sondern für ein eigenes System“ gewesen. Man werde auch künftig mit dem Softwarekonzern in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten.

Veröffentlicht: 17.07.2018
img Letzte Aktualisierung: 17.07.2018
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Redaktion

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1 Kommentare
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Martin
19.07.2018

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Daran ist nicht SAP schuld. Lidl bekommt praktisch kein größeres Projekt mehr gestemmt. Es gibt 4 Vorstandsvorsit zende (!) und darunter mehr Hirarchiestufen als bei der Bundeswehr. Selbst einfache Projektleiter sind Geschäftsführer , die die normalen Projektmitarbei ter oft gar nicht mehr namentlich kennen, geschweige, sich mit diesen unterhalten. Da ist Chaos vorprogrammiert . Aldi Nord hat das ohne größere Probleme hinbekommen.