30 Prozent US-Zölle ab August: Wie die EU jetzt gegensteuert

Veröffentlicht: 14.07.2025
imgAktualisierung: 14.07.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 2 Min.
14.07.2025
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US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz
Tennessee / Depositphotos.com
Im Handelsstreit mit den USA gab es eine neue Eskalation. Ab August soll es eine massive Steigerung des bisherigen Zollsatzes geben.


Nachdem sich US-Präsident Donald Trump lange vor allem mit China befasst hatte, stehen jetzt andere Staaten und Staatenbünde im Fokus. Die EU war Trump dabei schon länger ein Dorn im Auge und bereits im Wahlkampf versprach er, sich der „ungerechten“ Handelsbeziehungen annehmen zu wollen. Jetzt erhielt die EU-Kommission einen Brief mit dem Ergebnis: ab 1. August 2025 sollen auf EU-Importe in die USA Zölle von 30 Prozent erhoben werden, wie Onvista unter Berufung auf eine Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) schreibt.

Das bedeutet die massive Zollerhöhung für deutsche Unternehmen

Die USA galten bislang als einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands sowie anderer Länder der EU. Auf hiesige Exporte, die in die USA eingeführt wurden, wurden bisher reguläre Einfuhrzölle von durchschnittlich 1,47 Prozent erhoben. Die Steigerung auf 30 Prozent würde eine Erhöhung um nahezu 1.940 Prozent darstellen. Für die meisten Unternehmen dürften Exporte in die USA damit komplett unwirtschaftlich werden.

Ein Ergebnis, das zwar auf kurze Sicht dem Ziel Trumps entspricht – nämlich die heimische Wirtschaft in den USA anzukurbeln – jedoch den transatlantischen Handel praktisch auslöschen würde.

Besteht noch Chance auf eine Einigung?

Nun wissen wir jedoch aus dem Ausgang der Verhandlungen mit China, dass initial angedrohte Zölle selten das Ende vom Lied sind. Auch in seinem jetzigen Brief deutete Trump eine Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen an. Konkret koppelte er diese Bereitschaft aber an den Abbau bestimmter Handelsbarrieren.

Sollten seine Forderungen aber nicht eingehalten werden, oder gar Gegenmaßnahmen ergriffen werden, behält er sich vor, den angekündigten Zollsatz sogar noch zu erhöhen, wie aus einer weiteren dpa-Meldung hervorgeht.

Ursula von der Leyen auf Deeskalationskurs

Die Eskalation und verhältnismäßig kurze Reaktionszeit sind innerhalb der Kommission jetzt das Top-Thema. Auf einem Dringlichkeitsgipfel am heutigen Montag werden jetzt die Verhandlungspositionen eruiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen scheint dabei eher auf Deeskalationskurs. So äußerte sie, vorerst keine direkten Gegenzölle festzusetzen, sondern möchte zunächst die Frist bis 1. August für weitere Verhandlungen nutzen.

Auch andere EU-Staaten zeigen sich kompromissbereit. So zitiert die Zeit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, dass Italien „seinen Teil beitragen“ würde, um zu einem „gerechten und vernünftigen Abkommen zu kommen“. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, wie den Wirtschaftsweisen Achim Truger, welcher darauf plädiert, „dass man sich von Trump nicht herumschubsen“ lassen könne.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 14.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 14.07.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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K.I
15.07.2025

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Meinung: vor einem verurteilten Straftäter zu kuschen ist unfassbar! Die Europäer haben keinen Stolz, Werte und Gerechtigkeitssinn mehr - Der Wert des Geldes übersteigt hier alles ! Wer hat diese Art von "Volksvertreter" gewählt??? Es geht weiter abwärts mit Deutschland und Europa!