Übernahme, Online-Fokus, Einstellung
2014 beteiligte sich Metro an Emmas Enkel, im Mai 2016 übernahm man 93 Prozent des StartUps. Schon im Sommer gab es den ersten Schock: Von wegen stationäre Expansion, die Filialen werden dicht gemacht. „Unsere Daten-Analysen haben klar gezeigt, dass online der erfolgversprechendste Kanal für Emmas Enkel ist – deshalb konzentrieren wir uns darauf“, sagte uns die Metro damals. Der Plan hielt keine drei Monate, die Fokussierung auf den Online-Handel ist passé, Anfang der Woche wurde bekannt, dass Emmas Enkel komplett eingestellt wird. Oder fast, denn die Marke soll bestehen bleiben, unter dem Dach der Konzerntochter Real, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigt. Da steht nun auf einem Markt in Düsseldorf „Emmas Enkel“ an der Front. Online-Fokus sieht irgendwie anders aus.
Metro begründet das mit mangelnder Wirtschaftlichkeit, was so einige Fragen aufwirft. Wer seit 2 Jahren an einem Unternehmen beteiligt ist und es ganz sicher nicht aus einer Laune heraus übernimmt, der müsste einen Plan und vor allem einen Überblick über Umsätze, Gewinne und Entwicklungspotenziale haben. Ein Weltkonzern übernimmt ein StartUp eher nicht, um Konkurrenz auszuschalten. Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass die kolportierte „mangelnde Wirtschaftlichkeit“ nicht schon im Mai offenbar gewesen wäre. Das würde allerdings die Frage aufwerfen, warum man überhaupt bei Emmas Enkel einsteigt.
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