Steuerstreit: Apple muss bis zu 13 Mrd. Euro Steuern nachzahlen

Veröffentlicht: 30.08.2016
imgAktualisierung: 30.08.2016
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.08.2016
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ca. 2 Min.
Apple muss Steuern nachzahlen: Der Konzern hat nach Ansicht der EU-Kommission unerlaubte Vergünstigungen erhalten. Nun fordert die EU diese zurück.


Apple hat unerlaubte Steuervergünstigungen von bis zu 13 Milliarden Euro in Irland erhalten. Das hat nun die EU-Kommission entschieden und beschlossen, dass der Technologie-Konzern diese Vergünstigungen nachzahlen soll. Kritik an der Entscheidung kommt aus Irland.

 

Apple Store

Bildquelle: TonyV3112 / Shutterstock.com

Apple soll unerlaubte Steuervergünstigungen von bis zu 13 Milliarden Euro zurückzahlen. Der Konzern habe diese Vergünstigungen in Irland erhalten. Irland müsse die rechtswidrige Beihilfe für die Jahre 2003 bis 2014 von dem Technologiekonzern zurückfordern – samt Zinsen. Das hat die EU-Kommission entschieden. „Die Kommission gelangte bei ihrer Prüfung zu dem Schluss, dass Irland Apple unzulässige Steuervergünstigungen gewährt hat, aufgrund derer Apple über viele Jahre erheblich weniger Steuern zahlen musste als andere Unternehmen“, erklärte die Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager laut Heise Online am Dienstag.

Irland widerspricht der Entscheidung und betont, dass man Apple „keine Steuervorteile gewährt“ habe. Der Konzern habe demnach sämtliche Steuern bezahlt und es habe auch keine unerlaubten staatlichen Beihilfen gegeben. Die irische Regierung will die Entscheidung der EU-Kommission nun detailliert prüfen und gerichtlich Einspruch einlegen. „Es ist nicht angebracht, dass EU-Beihilfevorschriften in dieser beispiellosen Art und Weise genutzt werden“, so Irland. Steuern seien nach Ansicht des Landes Sache der einzelnen EU-Staaten.

Apple zahlte im Jahr 2014 nur 0,005 Prozent Steuern

Wettbewerbskommissarin Vestager hält dagegen, dass die Entscheidung eine klare Botschaft senden soll: EU-Staaten sollen einzelne Unternehmen nicht bevorzugen. Nach Angaben der Kommission habe Apple auf die Gewinne der Handelstochter Apple Sales International, die der offizielle Verkäufer von aus Asien importierten Apple-Geräten ist, einen effektiven Körperschaftsteuersatz gezahlt, der von einem Prozent im Jahr 2003 auf 0,005 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei. Die Kommission ermittelt nur gegen Irland, den Betrag wird aber Apple zurückzahlen müssen.

Der Konzern selbst wehrt sich auch gegen die Entscheidung der EU-Kommission. „Wir werden in Berufung gehen und sind zuversichtlich, dass die Entscheidung gekippt wird“, erklärte Apple. Zudem betonte der Konzern, dass man das Gesetz befolge und „alle fälligen Steuern“ zahle, „wo auch immer wir aktiv sind.“

Veröffentlicht: 30.08.2016
img Letzte Aktualisierung: 30.08.2016
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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Stratmann
31.08.2016

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Na, da wird doch sicherlich eine konzernfreundli che Regelung zu finden sein.
Apple ist ja schliesslich kein kleiner Einzelunternehmer,
der keinerlei Steuerschlupflö cher nutzen kann.
Ausserdem,wie soll Apple diese Riesensumme bezahlen.
Die haben doch gerade mal ca. 280 Milliarden in der Kriegskasse.
Also langsam vergeht mir hier die Freude am Steuern zahlen,
Amazon,Starbucks und Konsorten drücken sich und verschieben ihre Gewinne
in Steueroasen.
Die irische Regierung betrügt ihr eigenes Volk und die EU Nettozahlerstaa ten mit diesen Deals,
lässt sich aus dem EU Topf finanziell retten und lockt dann die Konzerne mit
faktisch null Steuern ins Land.
Aber wir sind wohl selbst Schuld,haben diese rückratlosen Amateure die diese Art der Steuerzahlung möglich machen ja gewählt.
Ich höre jetzt lieber auf,sonst ist nicht nur der Morgen,sondern der ganze Tag versaut.