Nach dem Tod der Unister-Gründer Thomas Wagner und Oliver Schilling wird die wirtschaftliche Schieflage des Leipziger Unternehmens immer klarer. Nun wurde bekannt, dass Unister Verbindlichkeiten von mehr als 39 Millionen Euro hat.

© Unister
Das Leipziger Internetunternehmen Unister, das hinter Reiseportalen wie Fluege.de oder Ab-in-den-Urlaub.de steht, kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem Gründer Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben kam, meldeten sowohl die Unister Holding als auch einige Tochterunternehmen Insolvenz an. Seitdem wird die wirtschaftliche Lage des Konzerns immer deutlicher – und das Bild keineswegs positiver. So soll Unister fällige Verbindlichkeiten von 39,2 Millionen Euro haben. Das gehe aus dem fünfseitigen Insolvenzantrag hervor, der Spiegel Online vorliege.
Wie das Magazin berichtet, sollen rund 34 Millionen Euro der Verbindlichkeiten auf einen Kredit der Versicherung Hanse Merkur entfallen, 800.000 Euro schulde Unister dem Finanzamt und 1,2 Millionen Euro dem selbst angeschlagenen Internet-Pionier Yahoo. Dazu kämen „diverse offene Zahlungen“, berichtet der Spiegel weiter, unter anderem für Anwaltskanzleien. Das größte Problem: Unister „verfügt über liquide Mittel einschließlich eines Kassenbestandes in Höhe von 0,00 Euro“, so der Rechtsanwalt Nikolaus Petersen, der den Insolvenzantrag verfasste. Damit könnten die Verbindlichkeiten „ganz offensichtlich“ nicht bedient werden.
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