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Unister-Insolvenz: Verbindlichkeiten von über 39 Millionen Euro

Veröffentlicht: 25.07.2016
imgAktualisierung: 26.07.2016
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 3 Min.
25.07.2016
img 26.07.2016
ca. 3 Min.
Die wirtschaftlich schwierige Lage von Unister wird immer klarer: Das Unternehmen soll Schulden von über 39 Millionen Euro haben - und kein Geld in den Kassen.


Nach dem Tod der Unister-Gründer Thomas Wagner und Oliver Schilling wird die wirtschaftliche Schieflage des Leipziger Unternehmens immer klarer. Nun wurde bekannt, dass Unister Verbindlichkeiten von mehr als 39 Millionen Euro hat.

Unister Eingangsschilder

© Unister

Das Leipziger Internetunternehmen Unister, das hinter Reiseportalen wie Fluege.de oder Ab-in-den-Urlaub.de steht, kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem Gründer Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben kam, meldeten sowohl die Unister Holding als auch einige Tochterunternehmen Insolvenz an. Seitdem wird die wirtschaftliche Lage des Konzerns immer deutlicher – und das Bild keineswegs positiver. So soll Unister fällige Verbindlichkeiten von 39,2 Millionen Euro haben. Das gehe aus dem fünfseitigen Insolvenzantrag hervor, der Spiegel Online vorliege.

Wie das Magazin berichtet, sollen rund 34 Millionen Euro der Verbindlichkeiten auf einen Kredit der Versicherung Hanse Merkur entfallen, 800.000 Euro schulde Unister dem Finanzamt und 1,2 Millionen Euro dem selbst angeschlagenen Internet-Pionier Yahoo. Dazu kämen „diverse offene Zahlungen“, berichtet der Spiegel weiter, unter anderem für Anwaltskanzleien. Das größte Problem: Unister „verfügt über liquide Mittel einschließlich eines Kassenbestandes in Höhe von 0,00 Euro“, so der Rechtsanwalt Nikolaus Petersen, der den Insolvenzantrag verfasste. Damit könnten die Verbindlichkeiten „ganz offensichtlich“ nicht bedient werden.

Kirchhof habe Wagner zum Insolvenzantrag aufgefordert

Petersens Kanzlei, Petersen Hardraht Pruggmayer, habe nach Angaben des Spiegels selbst noch am 11. April in einem Schreiben an die Insolvenzabteilung des Amtsgerichts Leipzig mitgeteilt, dass die Unister Holding „weder zahlungsunfähig noch überschuldet“ sei. Auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 8. April habe Unister-Mitgründer Daniel Kirchhof Thomas Wagner dazu aufgefordert, ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Auch im Streit um Firmenanteile habe Kirchhof im Verhandlungssaal in Leipzig die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens erklärt.

Thomas Wagner und der Gründer und Gesellschafter der Unister Holding Oliver Schilling sind am 14. Juni 2016 bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Die beiden Geschäftsmänner waren zuvor offenbar in Venedig und sollen dort ein dubioses Geldgeschäft durchgeführt haben. Dabei wurde Wagner dem aktuellen Kenntnisstand nach Falschgeld untergeschoben. Es ging offenbar um einen Millionenbetrag. Kurz nach Bekanntwerden des Unglücks meldete die Unister Holding Insolvenz an. Es folgten in den letzten Tagen weitere Insolvenzen bei den Unternehmenstöchtern Urlaubstours, der Unister GmbH und dem Reiseportal UDeals.

Veröffentlicht: 25.07.2016
img Letzte Aktualisierung: 26.07.2016
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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Micha beobachtet politische Entwicklungen und Marktplatz-Dynamiken. Seine Themen: Teamführung, Plattformen und alles, was den Handel bewegt.

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