Im Fall Unister überschlagen sich derzeit die Meldungen. Wie nun bekannt wurde, soll der beim Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Gründer Thomas Wagner bei einem Geldgeschäft betrogen worden sein. Unterdessen meldet nun auch die erste Unternehmenstochter Insolvenz an.
Unister trauert um Thomas Wagner und Oliver Schilling (Foto: Michael Pohlgeers)
Unister-Chef Thomas Wagner soll vor seinem Tod bei einem Geldgeschäft in Venedig betrogen worden sein. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung unter Berufung auf Recherchen von MDR-Exakt. „Wir haben italienische Dokumente gefunden, die besagen, dass Wagner Opfer eines Betrugs geworden ist, bei dem es um extrem hohe Summen ging“, habe Marino Pangos, Präsident und Sprecher der Kriminalpolizei im slowenischen Nova Gorica mitgeteilt. Wagner war beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Slowenien vergangene Woche ums Leben gekommen. Auch Unister-Mitgründer Oliver Schilling saß in der Unglücksmaschine.
Neben den Dokumenten sollen die Ermittler an der Unglücksstelle zudem 10.000 Schweizer Franken (rund 9.200 Euro) gefunden haben. Ein Geldkoffer, von dem zuvor die Bild-Zeitung berichtet hatte, sei aber nicht gefunden worden. Wagner sei nach Insider-Informationen, die MDR-Exakt zugespielt wurden, für ein Kreditgeschäft nach Venedig geflogen und sollte dort eine Sicherheit hinterlegen. Beim Umtausch des mitgebrachten Geldes in Schweizer Franken sei Wagner dann betrogen worden sein – der Unister-Chef habe Falschgeld erhalten. Wagner erstattete daraufhin Anzeige bei der örtlichen Polizei.
Von den vier Todesopfern, die in dem Kleinflugzeug saßen, sei noch keines identifiziert. Die Leichen seien „bis zur Unkenntlichkeit verbrannt“, erklärt Kriminalpolizeipräsident Pangos. Das forensische Institut Ljubljana sei derzeit mit DNA-Vergleichen beschäftigt. Zudem wird die Unglücksmaschine untersucht, um die Ursache des Absturzes zu ermitteln – bisher gäbe es nach Angaben der Polizei keine Hinweise auf eine Manipulation.
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